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Gewerkschaft und Arbeitgeber warnen vor weiterem Stellenabbau

Seit Juni vergangenen Jahres sind am Finanzplatz Luxemburg 545 Arbeitsplätze gestrichen worden. Das berichtet die Branchengewerkschaft Aleba in ihrem Jahresbericht.

Zwischen April 2008 und Juli 2009 wurden laut Aleba 19 Sozialpläne am Finanzplatz ausgehandelt. Während im ersten Halbjahr 2008 nur drei Sozialpläne unterschrieben wurden – die Banca del Gottardo und die Glintnir BK entließen jeweils elf Mitarbeiter, bei American Express Financal Services gingen 33 Jobs verloren – hat sich die Situation seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zugespitzt.

Zwischen Oktober und Dezember 2008 mussten fünf Sozialpläne aufgestellt werden, mit dem Resultat, dass innerhalb von nur drei Monaten 194 Arbeitsplätze abgebaut wurden, sagte Aleba-Generalsekretär Christian Hoeltgen.

Zugleich hegt die Gewerkschaft den Verdacht, dass einige Geldinstitute die Finanzkrise missbrauchen, um Personal abzubauen. Vor diesem Hintergrund wehrt sich Aleba dagegen, dass am Bankenkollektivvertrag gerüttelt wird.

Im September sollen die Verhandlungen für den neuen Kollektivvertrag der Bankangestellten beginnen. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage strebt die Aleba voraussichtlich eine Übergangskonvention für ein Jahr an.

Als “Totengräber” bezeichnete Hoeltgen die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream, die 120 Jobs nach Tschechien verlagert habe, die Düsseldorfer Pleite-Bank IKB International, die 65 Personen entlassen musste, sowie die drei isländischen Banken, bei denen durch die Turbulenzen der vergangenen Monate mehr als 100 Arbeitsplätze verloren gegangen sind.

Für Negativschlagzeilen habe auch die UBS gesorgt, als sie ankündigte, dass sie knapp 50 Stellen abbauen werde.

Das Dossier WestLB sei noch in der Schwebe, so Hoeltgen. Die WestLB war durch Fehlspekulationen und die Finanzkrise unter Druck geraten. Im Gegenzug für Staatshilfen muss sich die Düsseldorfer Landesbank auf Geheiß der Europäischen Kommission von diversen Tochtergesellschaften trennen, darunter auch die WestLB International in Luxemburg verkauft. Rund 115 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Der Arbeitgeberverband sieht die Situation dagegen etwas anders. Nach Angaben der Bankenvereinigung ABBL haben die Banken im Großherzogtum vor allem mit internen Sparmaßnahmen auf die Finanzkrise reagiert. So würden die Mitarbeiter seltener und kostengünstiger auf Dienstreisen geschickt. Auch bei der Informatik und bei Werbung haben die Banken drastisch gespart.

Beim Personal seien dagegen dramatische Einschnitte ausgeblieben, sagte ABBL-Direktor Jean-Jacques Rommes. Tatsächlich sei die Zahl der Angestellten in der Finanzbranche binnen Jahresfrist unterm Strich sogar leicht gestiegen.

Zugleich räumte Rommes ein, dass ab Herbst mit weiteren Restrukturierungen zu rechnen sei, die zu weiterem Stellenabbau und erneuten Entlassungen führen würden. “Unsere Mitarbeiter werden dann erneut Sozialpläne aushandeln müssen”, sagte Rommes.

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