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2009 – Mit Verzögerung wird die Krise Bankenjobs in Luxemburg vernichten

Nachdem Luxemburg relativ glimpflich durch das Jahr 2008 gekommen ist, wird die Finanzkrise das Großherzogtum im neuen Jahr um so härter treffen.

Die Lage ist jedenfalls so ernst, dass sich Regierung und Notenbank bereits genötigt sahen, die Luxemburger im allgemeinen, und die Finanzbranche im besonderen auf schmerzhafte Einschnitte einzuschwören.

Zu den Verlierern zählen aber nicht nur Banker, sondern auch die rund 80 Headhunter, die in Luxemburg um Kunden buhlen. Insider rechnen damit, dass ein Drittel der Personalberater im Großherzogtum im Laufe des Jahres mangels Rentabilität geschlossen werden. Sie leiden nicht nur darunter, dass erste Banker entlassen worden sind, ohne dass es potenzielle neue Arbeitgeber gibt. Ihnen macht auch der Trend zu schaffen, dass Banken wie Merrill Lynch und Nordea bei der Suche nach Private Bankern auf einen Headhunter verzichten, heißt es bei Schneider Consulting. Schließlich fliegen den Banken die Lebensläufe von hochkarätigen Kandidaten, die sich verändern wollen oder müssen von ganz alleine zu.

Betrachtet man die “Kopfjäger” als Frühindikator, dann droht den Banken je nach Dauer und Intensität der Finanzkrise ein erheblicher Aderlass. Auch die langjährige Boombranche Private Banking dürfte das zu spüren bekommen. Vom Ziel zu einem globalen Standort für die Betreuung von wohlhabenden Kunden zu werden, wie es die Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers propagiert hat – inklusive einer Verdreifachung der verwalteten Private-Banking-Vermögen auf 1.000 Mrd. Euro – wird sich das Großherzogtum wohl verabschieden müssen, sagt ein Headhunter, der anonym bleiben möchte.

Zu den wenigen Bereichen, die auch 2009 einen nennenswerten “Personalumschlag” verzeichnen werden, dürfte typische Back-Office-Positionen wie das Accounting gehören. Das Gehaltsniveau dieser Stellen bewegt sich nach Angaben von Christopher Purdy irgendwo zwischen 40.000 und 70.000 Euro einpendeln wird.

Wegen der Finanzkrise sinkt aber nicht nur das Angebot an offenen Stellen merklich, zugleich lassen sich die Unternehmen bei der Auswahl neuer Mitarbeiter merklich mehr Zeit, hat der Greenfield-Berater beobachtet. “Dass mehr Kandidaten auf dem Markt sind, heißt aber nicht unbedingt, dass auch die besten Kandidaten einen neuen Job suchen”, so Purdy.

Während die von eFinancialCareers befragten Headhunter für die eigene Branche, aber auch für die Bankenbranche allgemein schwarz sehen, zeigen sich die Berufsoptimisten von Price Waterhouse Coopers vorsichtig optimistisch.

Immerhin hat die Beratungsgesellschaft den Personalbestand im Großherzogtum in den vergangenen zwölf Monaten um 500 auf 1.800 Mitarbeiter aufgeblasen. Und zwar über alle Bereiche, also Wirtschaftsprüfung, Consulting, Steuerberatung und im Research.

“In Krisenzeiten muss versucht werden, die Neueinstellungen beizubehalten, sie jedoch in neue und vielversprechende Sektoren oder Nischen zu lenken”, sagte Paul Neyens, Chef der Personalabteilung.

Nun bleibt abzuwarten, ob es PwC gelingen wird, die Mitarbeiter auch in diesen schwierigen Zeiten auszulasten. Jobsucher sollten jedenfalls ein Auge darauf werfen, ob sich die Zahl der gegenwärtig ausgeschriebenen 50 Vakanzen demnächst signifikant ändern wird.

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