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Kann sich Luxemburg das Bankgeheimnis noch länger leisten?

Die Debatte um Steuerparadiese hat nun auch Luxemburg erreicht. “Wir können nicht von anderen Länder Transparenz verlangen, wenn wir Transparenz nicht auch bei uns anwenden”, sagte Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy vor kurzem auf einer OECD-Tagung in Straßburg mit Blick auf das Großherzogtum.

Luxemburg, aber auch Österreich und Belgien gehören zu den EU-Ländern, die an ihrem Bankgeheimnis festhalten. Diese Länder geben bisher keine Informationen über Zinseinkünfte von EU-Sparern an deren Heimatfinanzbehörden weiter, sondern erheben stattdessen eine anonyme Quellensteuer.

Die Finanzminister von Ländern wie Deutschland und Frankreich brauchen dringend zusätzliche Einnahmen. “Wenn ich dieses Geld hätte, was hier hinterzogen wird, könnte ich die Steuern für alle senken oder in Bildung und das Gesundheitswesen investieren,” sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit Blick auf die Milliardenbeträge, die deutsche Steuerzahler in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein geparkt haben.

Derweil zeigt sich Luxemburg gesprächsbereit. “Ich bin völlig offen, über die Vorzüge des Bankgeheimnisses und anderer Regeln zu sprechen”, sagte Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. “Die Welt ist nicht mehr die gleiche wie vor der Krise. Ich möchte, dass die Regeln in der Finanzwelt mit mehr Moral bereichert werden.”

Was meinen Sie: Kann sich Luxemburg das Bankgeheimnis auf Dauer leisten, oder muss sich das Großherzogtum früher oder später dem Willen seiner großen Nachbarn beugen?

commentaires (3)

Comments
  1. Natürlich, das ist alles Säbelrasseln von Politikern, die von ihren eigenen Unzulänglichkeiten ablenken wollen.

  2. Das Thema ist jetzt akut, weil die Frankreich und Deutschland Geld brauchen. In einem halben Jahr, wenn die Finanzkrise (hoffentlich) vorbei ist, redet da kein Mensch mehr von.

  3. Was sich Frankreich und Deutschland da zur Zeit erlauben, ist eine unglaubliche Frechheit. Aber um unsere unseren Finanzsektor zu schützen, müssen wir den “Nachbarn” wohl doch entgegenkommen.

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