☰ Menu eFinancialCareers

Experten warnen vor Problemen in der Versicherungsbranche wegen Finanzkrise

Trotz Finanzkrise steht der Versicherungssektor noch gut da. Der Grund: Da Altersvorsorge und Vermögenssicherung im Vordergrund stehen, sind die gesetzlichen Auflagen zum Schutz der Spargelder sehr streng.

Trotzdem rechnet der vor kurzem gegründete Wirtschafts- und Sozialrat (WSR) damit, dass die Krise zu einem Rückgang des Lebensversicherungsgeschäfts im Großherzogtum führen wird. Mit 3.800 Beschäftigten zählt die Assekuranz aber zu einem bedeutenden Arbeitgeber. Allein im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mitarbeiter um mehr als 10 Prozent gestiegen.

Nur ein kleiner Teil der rund 100 in Luxemburg aktiven Versicherer bedient den nationalen Markt. Der Umsatz bei Lebens- und bei Sachversicherungen liegt in dieser Sparte bei jährlich 1,2 Mrd. Euro. Den Löwenanteil erwirtschaften die zahlreichen Lebensversicherer, die von hier ihr Europa-Geschäft betreiben. Hier beträgt der Umsatz 10,4 Milliarden Euro. Daneben verkaufen einige Anbieter von Luxemburg ihre Sachversicherungspolicen. (Umsatz: 780 Mio. Euro)

Mit Aktiva von 60 Mrd. Euro zählen die Versicherer zu bedeutenden institutionelle Investoren. Etwa 10 bis 15 Prozent davon waren laut Jahresbericht des WSR in Aktien investiert. Angesichts der Kursstürze an den Weltbörsen von bis zu 50 Prozent, muss man von Verlusten zwischen 3 und 4,5 Mrd. Euro ausgehen. Für die Anleiheportfolios kalkulieren die Experten mit einer Wertminderung von einer Mrd. Euro.

Auf den Arbeitsmarkt hat sich die Entwicklung bislang nicht negativ ausgewirkt, weil die Unternehmen über eine deutlich höhere Eigenmittelausstattung als gesetzlich verlangt verfügen.

Das könnte sich freilich bald ändern. Schließlich dürfte der Vertrauensverlust gegenüber den Finanzinstituten zu einem Rückgang bei neuen Policen führen, worunter die Provisionseinnahmen leiden dürften. Da die Betriebskosten weiter steigen, könnte die Gewinnmarge in diesem Jahr um bis zu 90 Prozent schrumpfen.

Sollte doch noch eine europäische Großbank wegen der Finanzkrise zusammenbrechen, könnte das auch die Assekuranz treffen, schließlich gehören viele Gesellschaften zu internationalen Großkonzernen. Da die Banken die Prämieneinnahmen der Versicherer verwahren, könnte es im Fall einer Bankpleite zu Problemen bei der Auszahlung von Versicherungsleistungen kommen.

In Luxemburg ist dieser Ernstfall bei Lex Life and Pension SA, einer Filiale der in Konkurs gegangenen isländischen Landsbanki, und bei Kaupthing Life & Pension, einer Tochter der Kaupthing Bank, eingetreten.

Während für Lex Life eine Lösung durch die Übernahme des Portfolios gefunden wurde, hängt das Schicksal von Kaupthing sowohl bei der Versicherung als auch bei der Bank noch in der Schwebe.

commentaires (0)

Comments

Votre commentaire est en attente de modération. Il apparaîtra sur le site une fois validé

Réagissez

Pseudo

Adresse e-mail

Consultez notre règlement concernant notre communauté ici