☰ Menu eFinancialCareers

UBS setzt andere Banken mit neuem Bonussystem unter Druck

Die Schweizer Großbank UBS hat ihr vielkritisiertes Bonussystem radikal geändert. Wie das Institut am Montag mitteilte, ist das neue ab 2009 geltende Vergütungsmodell “längerfristig ausgerichtet und enger an die unternehmerische Wertschaffung gekoppelt.”

So erhält der Verwaltungsratspräsident künftig nur noch ein Fixgehalt, aber keine variable Komponente mehr. Um einen Anreiz für eine langfristige Kurssteigerung der UBS-Aktie zu geben, bekommt der Chefkontrolleur darüber hinaus eine fixe Anzahl von Aktien, die für die Dauer von vier Jahren gesperrt sind.

Die Konzernleitung erhält ein Fixgehalt und einen variablen Anteil in bar und in Aktien. Dieser variable Anteil wird größtenteils zurückbehalten und nur ausbezahlt, wenn die Geschäftsentwicklung auch in den folgenden Jahren erfolgreich ist. Wenn nicht, gibt es weder eine variable Barvergütung noch Aktien.

Belohnt wird, wer über mehrere Jahre gute Resultate liefert. Das neue System besteht aus einem fixen Grundsalär, einer variablen Barvergütung und einer variablen Aktienbeteiligung.

Die variable Barvergütung basiert auf einem Bonus-Malus-System und wird nur bis zu einem Maximum von einem Drittel ausbezahlt. Der größere Teil wird in einem Sperrkonto einbehalten und bleibt den künftigen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Erzielt UBS oder ein Unternehmensbereich in einem Jahr Verluste, gibt es einen Malus, der das Bonuskonto schmälert.

Ein ähnliches Konzept gilt für die variable Aktienbeteiligung. Auch hier ist die Geschäftsentwicklung von UBS über mehrere Jahre entscheidend. Eine variable Vergütung in Form von Aktien wird vorerst nur provisorisch zugeteilt.

Die Aktien gehen erst nach drei Jahren in das Eigentum der Führungskräfte über, sofern die Leistungskriterien erfüllt sind. Zudem sind die Führungspersonen verpflichtet, 75% der erhaltenen Aktien – nach Steuerzahlung – für weitere Jahre zu halten. Stimmt die Leistung in der Messperiode von drei Jahren nicht, so reduziert sich der Anspruch auf die provisorisch zugeteilten Aktien oder entfällt ganz.

Die unabhängigen Mitglieder des Verwaltungsrates erhalten weiter ein fixes Honorar. Das wird zu 50% in bar und zu 50% in Aktien ausbezahlt, die für vier Jahre gesperrt werden. Die Mitglieder können ihr Honorar auch zu 100% in UBS-Aktien beziehen.

Mögliche Rückzahlungsforderungen gegen frühere Mitglieder der Bankspitze werden rechtlich abgeklärt. Der Verwaltungsrat hat einen Ausschuss von unabhängigen Mitgliedern eingesetzt, der einen Gutachter beauftragt hat. Unabhängig davon werden Gespräche mit Blick auf freiwillige Rückzahlungen ehemaliger Organpersonen geführt.

Außerdem wird UBS die Verträge der Topmanager ändern: Die Kündigungsfristen werden ab 2009 auf sechs von bisher zwölf Monate gekürzt. Die variable Vergütung für ausscheidende Konzernleitungsmitglieder wird nur noch auf Cash-Basis berechnet. Damit sollen Zahlungen, die sich nach Austritt einer Führungsperson als unangemessen erweisen, künftig verhindert werden.

Kritiker, wie die Pensionskassen-Stiftung Ethos begrüßten das neue Bonussystem, bemängelten aber, dass keine Obergrenze für die Boni festgelegt wurde.

commentaires (0)

Comments

Votre commentaire est en attente de modération. Il apparaîtra sur le site une fois validé

Réagissez

Pseudo

Adresse e-mail

Consultez notre règlement concernant notre communauté ici