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HSH Nordbank streicht 1200 Jobs: Luxemburg überproportional betroffen?

Ein weiterer Sargnagel für das Engagement der deutschen Landesbanken in Luxemburg kam am heutigen Freitag (26. April) hinzu. Die HSH Nordbank kündigte an, bis 2014 insgesamt 1200 Stellen streichen zu wollen. Dies sind 900 Stellen mehr als bisher bekannt. Damit fallen dem Streichkonzert mehr als ein Drittel aller noch gut 3300 Stellen zum Opfer.

Nach den Angaben der Hamburger Bank müssen die Mitarbeiter im Ausland die Hauptlast der Kürzungen tragen. So werden die Standorte in Amsterdam, Paris und Shanghai vollständig dichtgemacht. Welche Auswirkungen der Kahlschlag auf den Standort Luxemburg haben wird, konnte die Bank noch nicht beziffern. In Luxemburg beschäftigt die HSH Nordbank noch 160 Mitarbeiter.

“Das ist noch nicht heruntergebrochen auf die einzelnen Standorte”, betonte ein HSH Nordbank-Sprecher. “Was das im Einzelnen für Luxemburg bedeutet, lässt sich noch nicht sagen”, hieß es weiter. An erster Stelle ständen jetzt die Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Generell will sich das Institut vollständig aus der Flugzeugfinanzierung und dem internationalen Immobiliengeschäft zurückziehen. Die HSH Nordbank soll zu einer “Bank der Unternehmer” für den norddeutschen Mittelstand eingestampft werden.

Von dem internationalen Geschäft werden lediglich die Bereiche Shipping und Energy & Infrastructure weitergeführt, wobei das Volumen der Schiffsfinanzierung auf 15 Mrd. Euro verringert werden soll.

Insgesamt wird die Bilanzsumme der HSH Nordbank von noch 132 auf 82 Mrd. Euro in 2014 verkürzt werden. Das Institut soll dann nur noch 2120 Mitarbeiter beschäftigen.

Den schwarzen Peter für das Streichkonzert schob HSH Nordbank-Chef Paul Lerbinger der EU-Kommission zu, die die Einschrumpfung gefordert habe. “Die vorgegebene Zielgröße der Bank liegt um mehr als ein Viertel unter der ursprünglich vorgelegten Planung von 2009. Entsprechend stark schrumpft auch die Ertragsbasis der Bank. Zugleich mussten wir der EU-Kommission zusagen, dass wir in den Kerngeschäftsfeldern der Bank auf absehbare Zeit nicht nennenswert wachsen.”

“Das heißt: Unsere Kostenbasis ist unter den neuen Rahmenbedingungen viel zu hoch, Kostensenkungen und mithin auch ein Arbeitsplatzabbau sind unausweichlich”, schloss Lerbinger.

Ihre Luxemburger Private Banking-Aktivitäten hatte die HSH Nordbank bereits im Mai an die Banque de Luxembourg veräußert, womit auch zwölf Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln werden. Der Deal soll laut dem Geschäftsbericht der HSH Nordbank erst in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden.

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