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Dexia verhandelt mit EU wegen Verkauf der Luxemburger Tochter BIL

Als vorläufig letzte europäische Großbank überlegt die französisch-belgische Dexia-Gruppe, das Geschäft mit der Vermögensberatung abzustoßen. Die Luxemburger Tochtergesellschaft Dexia BIL verwaltet 15 Mrd. Euro Kundengelder. Ob die Einheit tatsächlich verkauft wird, hängt vor allem von den Gesprächen mit der EU-Kommission ab, die wegen der geflossenen Staatshilfen im Zuge der Finanzkrise über die Reorganisation des Kreditinstitutes mitentscheidet.

Dexia ist der größte Kreditgeber von Kommunen in Frankreich und Belgien, steht aber nach der Rettung von sechs Mrd. Euro aus Mitteln der Steuerzahler gehörig unter Druck. Sollte Dexia sein Vermögensverwaltungsgeschäft tatsächlich verkaufen, wäre es bereits der vierte europäische Finanzkonzern. Während die Commerzbank und die niederländische ING ihre Sparten bereits abgestoßen haben, hat die belgische KBC Gruppe erst vor einem Monat angekündigt, die Tochtergesellschaft KBL Europaen Private Bankers abzugeben.

“Viele Muttergesellschaften von ausländischen Banken stellen derzeit ihre Strategie auf den Prüfstand”, sagte Benoit Dumont, Chairman von JP Morgan Chase in der Schweiz.

Dexia hat bereits den New Yorker Kreditversicherer Financial Security Assurance Holdings verkauft und verhandelt derzeit über den Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung an der französischen Privatkundenbank Credit du Nord an die Societe Generale.

“Theoretisch muss Dexia weniger Vermögenswerte verkaufen als KBC, aber die EU-Kommission scheint da anderer Ansicht zu sein”, mutmaßte Jaap Meijer, Analyst bei Evolution Securities.

Die Großbanken sind aus zwei Gründen gezwungen, Geschäftsbereiche zu verkaufen: Zum einen müssen sie wegen der Finanzkrise ihre Eigenkapitalbasis stärken, zum anderen wollen die Regierungen nicht, dass Institute, die mit Steuergeldern gerettet wurden, weiter in Offshore-Zentren und vermeintlichen Steuerparadiesen operieren.

“Dieser Trend, der durch die rasant steigende Haushaltsdefizite auf der ganzen Welt verstärkt wird, ist ein wichtiger Faktor bei der Neuordnung der Private-Banking-Landschaft”, sagte Rothschild-Banker Maurice Topiol.

Mit Credit Suisse, EFG International und Vontobel haben drei führende Schweizer Banken ihre Bereitschaft bekannt, als Käufer an dieser Konsolidisierung teilzuhaben. Julius Bär hat sich bereits das Schweizer Wealth Management von ING unter den Nagel gerissen und plant sogar noch größere Akquisitionen.

Mit Barclays und Morgan Stanley stehen aber auch zwei angelsächsische Institute, die die Finanzkrise einigermaßen unbeschadet überstanden haben, für Übernahmen bereit.

Ein Sprecher von Dexia BIL sagte auf Nachfrage, es sei zum jetzigen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich, dass es zu einem Verkauf des – in Luxemburg angesiedelten – Privatkundengeschäftes kommen werde.

Die Leitung der Bank verhandelt aber weiterhin mit der EU-Kommission. Ob sich die Bank einzelne Abteilungen verkaufen muss, wird erst Anfang 2010 entschieden.

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