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Finanzaufsicht sieht keine Folgen für die Fondsindustrie wegen Madoff-Betrug

Der seit Anfang Mai amtierende Generaldirektor der Luxemburgischen Finanzaufsicht, Jean Guill, erwartet durch den Skandal um den Investment-Betrüger Bernard Madoff kaum langfristige Schäden für die Finanzbranche im Großherzogtum.

Madoffs Schneeballsystem sei ein “unvorhersehbarer krimineller Akt” gewesen, sagte der 58-Jährige. Ferner sei der Schaden – laut Guill maximal 1,9 Mrd. Euro – im Vergleich zur Gesamtgröße des 1,53 Bio. Euro umfassenden Fondsmarkts in Luxemburg klein. “Für einzelne Investoren handelt es sich sicher um große Summen, aber es macht weniger als ein Prozent der von Luxemburger Fonds verwalteten Mittel aus.”

Der Rückgang des von Luxemburger Anbietern verwalteten Vermögens um 19,5 Prozent im vergangenen Jahr sei ohnehin vor allem eine Folge der weltweiten Wirtschaftskrise gewesen, und nicht eine Folge des Madoff-Betrugs.

Tatsächlich würden im Großherzogtum weiter neue Fonds aufgelegt und einen Mittelabfluss habe es auch nicht gegeben.

Doch nicht jeder Investor teilt den Optimismus des neuen CSSF-Chefs. Deminor International, ein Unternehmen, das eine Gruppe von rund 600 Investoren berät, widerspricht Guills vor allem in der Annahme, der Madoff-Betrug sei nicht zu verhindern gewesen. “Es ist zu früh, diesen Schluss zu ziehen, weil noch nicht alle Informationen vorliegen”, sagte Erik Bomans, Partner des Unternehmens in Brüssel.

Die CSSF setze sich derzeit engagiert für Anleger ein, damit diese Geld zurückerhielten, sagte er. “Die große offene Frage ist aber, ob sie vorher genug getan haben.”

In den vergangenen Monaten hat die Behörde drei Fonds aufgelöst, die bei Madoff Geld investiert hatten. Weitere 14 Fonds und Subfonds mussten die Rückzahlung von Geld an Kunden gestoppt. Daraufhin habe Investoren Banken, Wirtschaftsprüfer und sogar die CSSF verklagt, um auf diese Weise ihr Geld zurückzubekommen – oder wenigstens Schadensersatz und Zugang zu Beweisdokumenten zu erhalten.

Die CSSF ermittelt derzeit gegen Treuhand-Banken wie die Luxemburger Sparten von UBS und HSBC, die im Auftrag von Investmentfonds handelten. Im Juni wird die CSSF einen Bericht zur HSBC-Sparte vorlegen, den Treuhänder des Herald (Lux) US Absolute Return Fund, einer der drei aufgelösten Fonds.

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