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Bedroht der automatische Bankdatenaustausch in der EU das Luxemburger Private Banking?

Manchmal fühlen sich die Luxemburger wie die Gallier in der berühmten Asterix-Comicserie. Dort ist ganz Gallien besetzt mit Ausnahme eines Dorfes der Unbeugsamen, das den Römern heldenhaft Widerstand leistet. Ganz ähnlich verteidigen die Bewohner des Großherzogtums ihr angestammtes Bankgeheimnis gegenüber der Mehrheit der EU-Staaten.

Mittlerweile fordern 25 der insgesamt 27 Mitgliedsländer den automatischen Austausch von Bankdaten, was einem Ende des Luxemburger Bankgeheimnisses gleichkäme. Unterstützung erfährt das Großherzogtum lediglich von Österreich, das ebenfalls nicht zu den Schwergewichten unter den Mitgliedsstaaten zählt. Das jüngste Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag endete mithin in dieser Frage ergebnislos. “Der Druck auf Luxemburg bleibt hoch”, verkündete Finanzminister Luc Frieden bei seiner Rückkehr aus Brüssel.

Anstelle des automatischen Informationsaustausches präferiert Frieden ein gemeinsames Vorgehen bei der Besteuerung, wozu eine Quellenbesteuerung weiterentwickelt werden könnte. “Ich bedaure sehr, dass die meisten Länder unsere Argumente nich gelten lassen”, ergänzte Frieden.

Die Regierung des Großfürstentums kann sich jedenfalls der Unterstützung der ALEBA sicher sein, die die Interessen der Beschäftigten in den Finanzberufen vetritt. Die ALEBA fordert, dass der Schutz der persönlichen Daten der Bankkunden auch weiterhin gewahrt bleiben müsse.

Die 8000 bis 10.000 Arbeitsplätze im Luxemburger Private Banking sieht die Interssenvertretung akut bedroht, falls die Mehrheits-Pläne realisiert werden würden, was immerhin rund ein Drittel aller 27.000 Beschäftigten im Finanzsektor des Großherzogtums betrifft. Denn laut der ALEBA handelt es sich bei dem Bankgeheimnis um den entscheidenden Wettbewerbsvorteil des Private Banking-Standortes Luxemburg.

Doch ganz so schlimm muss es nicht kommen. Denn Immerhin scheinen die Interessenten für die Private Banking-Tochter KBL European Private Bankers (KBL EPB) der belgischen Bank KBC Schlange zu stehen, die in Luxemburg ansässig ist und zum Verkauf steht. Dies spricht für eine ungebrochene Attraktivität des Großherzogtums als Privat Banking-Standort.

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