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Fusion von BGL und BNP Paribas geht ohne Kündigungen über die Bühne

Die Integration der ehemaligen Fortis Bank Luxemburg in den BNP-Paribas-Konzern nimmt konkrete Formen an: Anfang 2010 übernimmt die jetzige BGL BNP Paribas die Luxemburger Filiale des französischen Bankriesen. Nach und nach werden dann die Geschäftsfelder vereinigt.

Mit der Übernahme der Luxemburger BNP-Filiale im Gebäude H2O in Howald, wo derzeit 600 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird die BNP Paribas der größte Arbeitgeber in der Finanzbranche und der zweitgrößte im Großherzogtum. 4.000 Beschäftigte werden dann für die BGL, für die Fonds- und Wertpapierverwaltung BNP Securities und für einige kleinere Einheiten arbeiten. Der daraus entstehende neue Arbeitsbereich des Wealth Managements wird Vermögen im Werte von 27 Mrd. Euro umfassen.

Neben der Privatkundschaft setzt der Konzern auf die Bedeutung des Finanzplatzes Luxemburg. Vor diesem Hintergrund entstehen in nächster Zeit eine Reihe von Kompetenz- und Entscheidungszentren des weltweit tätigen BNP-Konzerns – unter anderem für die Vermögensverwaltung. Zudem wird in Luxemburg ein zentrales Ausbildungszentrum für die Fondsverwaltung der gesamten Gruppe entstehen.

Carlo Thill, Präsident des Direktionskomitees von BGL BNP Paribas, sprach von einem “äußerst ehrgeizigen Plan”. Einige Mitarbeiter müssten mit Versetzungen rechnen oder neue Aufgaben übernehmen.

Dazu investiert die Bank 20 Mio. Euro in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Trotzdem solle die Umstrukturierung ohne Kündigungen vonstatten gehen und rein durch die natürliche Fluktuation über die Bühne gehen. Die Fusion der vormals getrennten Banken BGL und BNP Paribas Luxemburg soll bis Ende 2010 abgeschlossen sein.

Die Kunden sollen künftig aus einer größeren Palette von Anlageprodukten auswählen können. Die Betreuung von vermögenden Privatkunden wird aufgeteilt in “Wealth Management Center” in Wiltz, Ettelbrück, Strassen, Esch und Luxemburg. Für Firmenkunden aus dem Mittelstand wird ebenfalls eine eigene Abteilung geschaffen.

Die Zentren in Trier und in Saarbrücken würden weiter aus Luxemburg geführt, so Thill. Letztlich will die Bank intensiv in die Kompetenz der Mitarbeiter investieren. Sie werde 40.000 Manntage für die Fortbildung der Mitarbeiter zur Verfügung stellen, sicherte Bonnafé zu.

Mit 34 Prozent der Geschäftsanteile ist der Staat immer noch ein wichtiger Aktionär der ehemaligen Fortis Bank Luxemburg. Die Beteiligung ist ein Überbleibsel aus der Fortis-Rettung im September 2008, als die Regierung mit 2,5 Mrd. Euro sich zur Hälfte am Kapitals der Fortis Luxemburg beteiligte und der notleidenden Bank somit aus der Klemme half.

Am BNP-Paribas-Konzern hält der Luxemburger Staat Anteile in Höhe von 1,09 Prozent. Finanzminister Luc Frieden kündigte am Montag einen “geordneten Rückzug” aus dem Kapital an, ohne jedoch Angaben über den genauen Zeitpunkt zu machen. “Es ist nicht die Absicht der Regierung, eine zweite Staatsbank zu schaffen”, meinte Frieden.

Nach Marktkapitalisierung ist BNP Paribas die zweitgrößte Bank Europas. Weltweit beschäftigt sie 205.000 Mitarbeiter, davon 162.000 in Europa.

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