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EXODUS: Warum immer mehr Landesbanken Luxemburg verlassen!

Nach der WestLB und der Landesbank Berlin gibt eine weitere deutsche Landesbank ihre Niederlassung in Luxemburg auf. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will sich von ihrer Filiale LBBW Luxembourg trennen, bestätigte ein Sprecher gegenüber eFinancialCareers.

In der LBBW Luxembourg am Boulevard Roosevelt sind mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Arbeitsplätze stehen im Falle einer Schließung auf dem Spiel. Weltweit will die angeschlagene Landesbank 2.500 Stellen bis 2013 streichen. “Das ist eine furchtbare Zahl”, sagte der seit vier Monaten amtierende Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Betriebsbedingte Kündigungen sollten aber das letzte Mittel sein.

In Luxemburg ist das Institut mit der Fondsgesellschaft LRI Invest und der Private-Banking-Tochter LBBW Luxembourg vertreten. Bis September 2009 firmierte die Filiale noch unter dem Namen LRI Landesbank Rheinland-Pfalz, gehört aber bereits seit der Übernahme der Landesbank Rheinland-Pfalz vor vier Jahren zu dem schwäbischen Finanzkonzern.

“Die LBBW fährt eine Retourstrategie im Ausland”, sagte Geschäftsführerin Marie-Anne van den Berg. “Wie viele deutsche Landesbanken hat die LBBW Staatshilfen erhalten. Diese unterliegen Auflagen der Europäischen Union.”

“Das Ganze muss bis 2013 über die Bühne sein”, sagt van den Berg. Sie hofft, dass sich ein Käufer für die Luxemburger Tochter finden wird. “Wir werden jedenfalls alles daransetzen”, sagt sie. Es sei verfrüht, einen Sozialplan zu erwägen. Am Freitag wurden die Personalvertreter über den Restrukturierungsplan in Kenntnis gesetzt.

Eine Stellungnahme der beiden Gewerkschaften Aleba und OGBL war zunächst nicht zu bekommen.

Der LBBW-Sprecher wollte sich nicht zu den Chancen für einen Verkauf oder eine Schließung der Luxemburger Niederlassung äußern. Mit der Entscheidung des Verwaltungsrats sei zunächst einmal der “Startschuss” für die Restrukturierung gegeben worden. Auch über eventuelle Kaufinteressenten gab es keine Informationen.

Die Maßnahme ist Teil einer groß angelegten Restrukturierung der schwer angeschlagenen LBBW mit Sitz in Stuttgart. Die Bank hatte im Frühsommer eine fünf Mrd. Euro schwere staatliche Kapitalspritze erhalten, ihre Risiken wurden für 12,7 Mrd. Euro abgeschirmt. Damit die staatliche Maßnahme von der EU genehmigt werden kann, muss sich die Bank auf ihre Kernbereiche konzentrieren.

Die LBBW stutzt deshalb ihr Auslandsnetz radikal zurück. Außer von der Luxemburger Filiale
trennt sie sich von einer Tochtergesellschaft in Irland und von der New Yorker Gesellschaft Broker Dealer. Die elf europäischen Repräsentanzen mit Ausnahme von Wien, Zürich und Moskau sollen aufgegeben werden.

Die LBBW gehört zu der Reihe der Landesbanken, die sich im Zuge der Finanzkrise verspekuliert hatten und nur mit Kapitalspritzen der Eigentümer – zumeist Landesregierungen und Sparkassen – vor einem Zusammenbruch gerettet werden konnten.

commentaires (1)

Comments
  1. Zitat: “Weltweit will die angeschlagene Landesbank 2.500 Stellen bis 2013 streichen.”

    Das ist so falsch. Der Abbau von 2.500 der etwa 10.000 bestehenden Stellen gilt für die Bank ohne Beteiligungen. Der Konzern hat mit Beteiligungen etwa 13.000 Stellen!

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