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HSBC Schweiz liefert Daten von über 1000 Mitarbeitern an die USA aus

HSBC

Als Private Banker in der Schweiz zu arbeiten, entwickelt sich immer mehr vom Traumberuf zum Albtraum. So drängen die US-Behörden elf Schweizer Banken, die Namen von Mitarbeitern herauszugeben, die angeblich amerikanischen Staatsbürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Laut einem Artikel des „Le Matin“ soll die HSBC Schweiz jetzt 1100 eigene Mitarbeiter sowie andere Beteiligte gegenüber dem US-Behörden „denunziert“ haben. Mit dem Schritt will das Unternehmen eine etwaige Geldbuße durch die USA abwenden.

Als „schlichtweg skandalös“ bezeichnete der frühere Chef-Jurist der HSBC in der Schweiz Eric Delissy das Vorgehen seines ehemaligen Arbeitgebers. „Wir sind die Opfer eines höchstgradig illoyalen Aktes, der mich verärgert und betrübt“, ergänzte der 71jährige Ruheständler gegenüber der Zeitung. Die Kopien von Dokumenten und die Korrespondenz der betroffenen Mitarbeiter seien an die USA weitergegeben worden. Insgesamt beschäftigt die Schweizer Tochter der britischen Großbank HSBC 1700 Mitarbeiter zwischen Genfer und Bodensee.

Delissy fürchtet, dass die Daten auch an Drittländer weitergegeben werden könnten, wie das in der Vergangenheit bereits in ähnlichen Fällen geschehen sei.  Daher könnten die betroffenen Mitarbeiter der HSBC im Ausland festgesetzt und nach Steuervergehen befragt werden. Aus diesem Grund hat der 71jährige bereits sämtliche Auslandsaufenthalte storniert. „Ich fühle mich in meinem eigenen Land wie im Gefängnis“, ergänzte Delissy.

Bislang haben lediglich die HSBC sowie die Credit Suisse bestätigt, Mitarbeiter-Listen an US-Behörden weitergegeben zu haben. Branchenexperten rechnen damit, dass insgesamt 10.000 Mitarbeiter von dem Vorgehen der US-Behörden gegen die elf Banken betroffen sein könnten. Der Schweizer Bundesrat strebt unterdessen im Steuerstreit mit den USA eine Globallösung an.

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