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Was im Investmentbanking wirklich gezahlt wird: Die verschwiegene Beratungsfirma McLagan packt aus

headwithmoney

McLagan gehört zu der Art Unternehmen, die Investmentbanken bei der Ausgestaltung ihrer Vergütungssysteme beraten. Mithin hat kaum jemand einen so guten Überblick über die tatsächliche Bezahlung in der Branche. Leider werden diese Kenntnisse normalerweise mit großer Verschwiegenheit behandelt und für teures Geld an Banken verkauft. Doch jetzt hat die Association of Financial Markets in Europe einen Bericht von McLagan angefordert und ins Netz gestellt. Die Zahlen beziehen sich somit auf das Investmentbanking in Gesamteuropa. Hier kurz und knapp die wichtigsten Ergebnisse:

Seit 2007 stürzen die Boni dramatisch ab

Die Banken haben die Boni allein im vergangenen Jahr um 31 Prozent zusammengestrichen. Dagegen gab die risikogewichtete Profitabilität lediglich um 28 Prozent nach. Noch gravierender fällt das Minus aus, wenn man es mit dem letzten Vorkrisenjahr 2007 vergleicht. Seither sind die variablen Vergütungen sogar um 55 Prozent abgestürzt. Damit fallen die Boni deutlich schneller als Erträge oder Gewinne. So sind die Erträge in dem gleichen Zeitraum lediglich um 3 Prozent und die Gewinne nur um 15 Prozent gefallen.

Die Sofort-Boni purzeln noch schneller

Laut McLagan geht es bei den sofort ausgegebenen Boni (Bargeld, Aktien etc.) noch rasanter bergab. In 2011 haben derartige Vergütungsbestandteile um 46 Prozent und seit 2007 sogar um 77 Prozent nachgegeben.  Kaum besser sah es bei den Barboni allein aus, die um 35 Prozent im vergangenen Jahr und um 63 Prozent seit 2007 nachgaben. Dagegen ist der Anteil von zeitverzögerten Boni an der Gesamtvergütung von Jahr zu Jahr angestiegen.

Risikomanager haben bei den Boni ein gewichtiges Wörtchen mitzureden

Der Aufstieg des Risikomanagements seit der Finanzkrise macht auch vor den Bonusbewilligungen nicht halt. So zählt das Risikomanagement bzw. der CRO zu den wichtigsten sogenannten Stakeholdern, die die Höhe Ihrer variablen Vergütung beeinflussen.

Festgehälter steigen…

Seit der Finanzkrise haben die Banken reihum den Anteil der Festgehälter zulasten der variablen Vergütungen erhöht.  Im abgelaufenen Jahr  legten die Fixgehälter um 3 Prozent zu und seit 2007 sogar um stolze 37 Prozent. Falls sich die Stimmen innerhalb der EU durchsetzen sollten, die eine Kappung der Boni bei 100 Prozent der Festgehälter fordern, dürften die Fixgehälter weiter steigen.

… und Gesamtvergütungen sinken

Doch unter dem Strich schneiden die Investmentbanker schlechter ab als in den goldenen Tagen vor der Finanzkrise. So ist die Gesamtvergütung in 2010 um 16 Prozent gefallen. Seit 2007 summiert sich das Minus sogar auf 30 Prozent.

Devisenhändel kommen ungeschoren davon, Anleihen-Experten nicht

Dabei haben sich die Vergütungen im Investmentbanking je nach Sparte recht unterschiedlich entwickelt. Während im Währungsgeschäft die Gesamtvergütung wieder das Vorkrisenniveau erreicht, müssen sich die Fixed Income-Experten mit deutlichen Abschlägen begnügen. Laut McLagan drücken die höheren Eigenkapitalanforderungen in diesem Geschäftsbereich auf die variablen Vergütungen. Denn durch die höheren Kapitalkosten, schmelzen die Gewinne dahin.

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