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Schwein gehabt: 60 Prozent der UBS-Aktionäre stimmen für Vergütungsbericht

Die UBS-Mitarbeiter haben schon Glück gehabt. Fotomontage: eFinancialCareers.ch

Die UBS-Mitarbeiter haben schon Glück gehabt. Fotomontage: eFinancialCareers.ch

Nachdem bereits bei anderen Großbanken die Aktionäre gegen die üppigen Vergütungen der Banker revoltierten, wurde die Generalversammlung  der UBS am heutigen Donnerstag (3. Mai) in Zürich mit großer Spannung erwartet. Doch jetzt ist klar, dass UBS-Chef Sergio Ermotti und der scheidende Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger noch einmal Glück gehabt haben. Denn 60 Prozent der Aktionäre stimmten dem Vergütungsbericht zu. Allerdings lehnten in einer nicht verpflichtenden Abstimmung 36 Prozent der Aktionäre den Vergütungsbericht ab.

Dennoch wogten die Emotionen im Zürcher Hallenstadion hoch. „Schämen Sie sich nicht für Ihre exorbitanten Lohnbezüge“, fragte etwa eine aufgebrachte Aktionären. Aktionärsvereinigungen wie die Genfer Ethos-Stiftung hatten im Vorfeld für eine Ablehnung des Vergütungsberichtes geworben. So bemängelte Ethos-Direktor Dominique Biedermann, dass die Dividende mit 10 Rappen winzig ausfiele, während gleichzeitig üppige Gehälter gezahlt würden. „Es stellt sich die Frage, wie hoch die variablen Vergütungen ausgefallen wären, hätte die UBS ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich gehabt“, ergänzte Biedermann.

Am besten bezahlt wurde in der UBS der Chef des Amerikageschäfts Robert McCann, der eine Gesamtvergütung von 9,2 Mio. Franken einstrich.  UBS-Chef Ermotti selbst hatte für seine nur achtmonatige Unternehmenszugehörigkeit 6,4 Mio. Franken zugeteilt bekommen und der neue UBS-Präsident und ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber erhält sogar einen Antrittsbonus von 4 Mio. Franken.  Die durchschnittliche Gesamtvergütung der Mitarbeiter für 2011 erstreckte sich von etwa 146.000 Franken im Privat- und Firmenkundengeschäft bis zu ca. 337.000 Franken im Investmentbanking.

Trotz der gewonnen Abstimmung gelobte Villiger Besserung. „Wir haben schon einiges gelernt“, sagte der scheidende Verwaltungsratspräsident.  So sei der ungesunde Zusammenhang zwischen hoher Risikobereitschaft und hohen Boni beseitigt worden.

Das stattliche Vergütungsniveau sei erforderlich, um im weltweiten Kampf um die Talente auch weiterhin mithalten zu können.  Falls sich die UBS nicht an den marktüblichen Niveaus orientiere würde es dem Unternehmen schlechter gehen. Für den Finanzstandort Schweiz wäre es nachteilig, wenn die Freiheiten des Verwaltungsrates in der Vergütungsfrage beschnitten würden.

Um den Kritikern ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, kündigte Villiger eine Überarbeitung der Kriterien an, mit denen die Leistung von Führungskräften bewertet werde. Neben einer quantitativen solle auch ein „qualitatives“ Notensystem treten.  Darin würden Mitarbeiterführung , strategisches Denken und die Zusammenarbeit mit den Finanzaufsichts-Behörden honoriert. Bezogen auf dieses System habe Ermotti gute Noten erzielt.

Quelle: Geschäftsbericht 2011

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