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Deutsche Bank enttäuscht: Ackermann verabschiedet sich mit Bonuskürzung

Ackermann

Kurz vor seinem Abschied nach der Hauptversammlung im Mai hat der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann für Aktionäre und Mitarbeiter kein Abschiedsgeschenk parat. Ganz im Gegenteil: Der Vorsteuergewinn brach im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 1,879 Mrd. Euro ein, wie das Institut am heutigen Donnerstag (26. April) bekannt gab.  Analysten hatten im Vorfeld mit einem deutlich besseren Ergebnis gerechnet.

Damit wurden auch die Boni der Mitarbeiter gründlich zusammengestrichen. So sank der Personalaufwand um 15 Prozent auf 3,656 Mrd. Euro. Die Deutsche Bank schreibt hierzu: „Der Personalaufwand reduzierte sich deutlich um 622 Mio.  Euro. Dies war vornehmlich auf niedrigere Aufwendungen für leistungsabhängige Vergütungen aufgrund einer gesunkenen Performance zurückzuführen.“ Davon entfalle indes rund die Hälfte auf verminderte Boni im Zusammenhang einer veränderten Vorruhestandsregelung.

Stellenabbau im Investmentbanking abgeschlossen

Dennoch hatte die Deutsche Bank auch eine gute Nachricht parat: Der Mitarbeiterabbau im Investmentbanking sei vorerst abgeschlossen. Von weitergehenden Maßnahmen war keine Rede.  Konkret verminderte sich die Beschäftigtenzahl im Coprorate & Investmentbanking zwischen Ende Dezember und Ende März um 514 auf 14.672 Mitarbeiter.

Im Bereich Corporate Investments fielen weitere 152 Stellen weg. Dagegen fand im Privatkundengeschäft ein Personalaufbau von 140 Stellen statt. Dies führte die Deutsche Bank indes auf eine Anpassung der Berechnungsmethodik der Postbank auf diejenige der Deutschen Bank zurück. Auch im Bereich Infrastruktur / Regional Management kamen 212 Stellen hinzu. Unter dem Strich verringerte sich die Stellenzahl im Konzern seit Jahresende um 314 auf 100.682.

Das Investmentbanking-Geschäft erholte sich kräftig vom Einbruch zu Jahresende, ohne indes an das Vorjahresergebnis heranzureichen. Vielmehr purzelte der Vorsteuergewinn der Sparte um 20 Prozent auf 2,058 Mio. Euro. Laut den Berechnungen der Bank war somit das Investmentbanking wieder für zwei Drittel des Konzerngewinns verantwortlich. Das Segment Global Transaction Banking erreichte mit einem Vorsteuergewinn von 340 Mio. Euro das beste Quartal der Unternehmensgeschichte.

Der Personalaufwand wurde indes um 23 Prozent auf 1,589 Mrd. Euro zusammengestrichen.  Für jeden Mitarbeiter im Investmentbanking ließ der deutsche Branchenprimus also 140.267 Euro springen, was 15,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Mithin verschlechterte sich die Kostenertragsquote binnen Jahresfrist von 61 auf 65 Prozent.

Noch kräftiger fiel der Einburch im Geschäftsbereichen Private Clients and Asset Management (PCAM) aus. Dort purzelte der Vorsteuergewinn sogar um 43 Prozent auf magere 555 Mio. Euro. Hierzu trugen die Bereiche Private & Business Clients 413 Mio. und Asset and Wealth Management 142 Mio. Euro bei.

Durch den geringen Anteil an variablen Vergütungen im Filialgeschäft verminderte sich der Personalaufwand lediglich um 9 Prozent auf 1,135 Mrd. Euro, womit die Bank für jeden der 49.219 Mitarbeiter der Sparte durchschnittlich 23.060 Euro zahlte. Dies waren 7,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Keine Kapitalerhöhung in Sicht

Der scheidende Deutsche Bank-Chef Ackermann kündigte einen weiteren Abbau der Altlasten wie die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten ( z.B. mit den Kirch-Erben) und von Altlasten (den Verkauf des Pharmaherstellers Actavis) an. „Zugleich konzentrieren wir uns darauf, neuen Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen zu vertiefen, sowie die Erträge aus den Investitionen in unser Geschäft zu steigern und strikte Kosten- und Kapitaldisziplin zu wahren“, ergänzte Ackermann.

Darüber hinaus schloss Finanzvorstand Stefan Krause eine Kapitalerhöhung „nach heutigem Kenntnisstand“ aus. Vielmehr habe die Bank bereits eine Kernkapitalquote von 10 Prozent erreicht und würde damit die neuen EU-Vorgaben von 9 Prozent erfüllen.  Die Investmentbank haben ihren Anteil an Risk Weighted Assets bislang nicht ausgeschöpft.

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