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Credit Suisse erzielt Minigewinn: Kein zusätzlicher Stellenabbau geplant

Dougan displaced?

Dougan displaced?

Winziger Vorsteuergewinn und dennoch große Überraschung. Die Credit Suisse konnte sich im ersten Quartal mit einem Vorsteuergewinn von 40 Mio. Franken in die schwarzen Zahlen retten, wie das Institut am heutigen Mittwoch (25. April) meldete. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Verlust in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet. Von einem zusätzlichen Stellenabbau war indes keine Rede.

Laut der Credit Suisse sind in diesem Ergebnis jedoch Sonderkosten für das Mitarbeitervergütungsprogramm PAF 2 in Höhe von 534 Mio. Franken sowie durch die Neubewertung eigener Verbindlichkeiten enthalten.  Ohne diese Effekte hätte die Bank einen Vorsteuergewin von 1,9 Mrd. Franken eingestrichen. Bei dem PAF 2 wurden abweichend von den üblichen aktienbasierten Vergütungen die Ansprüche sofort an die Mitarbeiter übertragen und nicht sukzessive.

Der geplante Abbau von 3500 Stellen sowie die Reduzierung der Kosten kämen gut voran. „Wir verringerten unsere annualisierte Kostenbasis um 1,5 Mrd. Franken und übertrafen damit unser angekündigtes Reduktionsziel von 1,2 Mrd. Franken“, sagte Credit Suisse-Chef Brady W. Dougan. Gegenüber dem Ende des zweiten Quartals 2011 seien bereits  2000 Stellen weggefallen, wovon allein 1300 auf das Private Banking entfallen.

PAF 2 bläht Personalkosten um 534 Mio. Franken auf

Der Personalaufwand verringerte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent auf 3,707 Mrd. Franken. Ohne Sondereffekte wie die Kosten des PAF 2 würden die Personalausgaben indes bei 3,225 Mrd. Franken liegen. Für jeden Mitarbeiter ließ die Bank also – inklusive PAF 2 – durchschnittlich etwas 76.100 Franken springen, was 5,3 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Im Private Banking musste die Credit Suisse einen Gewinneinbruch von 27 Prozent auf 625 Mio. Franken verkraften.  Dennoch scheinen die Mitarbeiter vergleichsweise ungeschoren davonzukommen. Denn der Personalaufwand verminderte sich in der Sparte lediglich um 1 Prozent auf 1,214 Mrd. Franken, worin indes Kosten für das PAF 2 in Höhe von 67 Mio. Franken enthalten waren. Unter dem Strich zahlte die Credit Suisse also für jeden ihrer 24.400  Mitarbeiter im Private Banking durchschnittlich rund 49.750 Franken, was 4,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum waren.

Allerdings dürften die Kostenersparnisse aufgrund des Abbaus von 5 Prozent der Mitarbeiter teilweise erst in den kommenden Quartalen sichtbar werden. Die Zahl der Relationship Manager verringerte sich binnen Jahresfrist ebenfalls um 5 Prozent auf 4470. Den größten Anteil mussten indes die Mitarbeiter in der Schweiz schultern. Hier wurde die Zahl sogar um 14 Prozent auf 1760 verringert.

Investmentbanker kassieren 13,9 Prozent weniger

Im Investmentbanking purzelte der Vorsteuergewinn im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 993 Mio. Franken.  Der Personalaufwand verringerte sich indes nur um 14 Prozent auf 2,063 Mrd. Franken. Allerdings war hierin auch der Löwenanteil der PAF 2-Kosten von 418 Mio. Franken enthalten. Die Personalkosten pro Kopf – inklusive PAF 2 – lagen bei rund 99.600 Franken, was 13,9 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Nach den Angaben der Credit Suisse sei der Hauptteil des Personalabbaus in der Sparte bereits erfolgt.

Im Anleihengeschäft verminderten sich die Erträge im traditionell wichtigsten ersten Quartal um 21 Prozent auf 2,024 Mrd. Franken und im Aktiengeschäft um 12 Prozent auf 1,401 Mrd. Franken. Im Underwriting und Advisory-Geschäft kassierte die Credit Suisse 761 Mio. Franken, was 18 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Ein scheinbar gutes Ergebnis erzielte das Asset Management mit einem Vorsteuergewinn von 250 Mio. Franken, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um stolze 40 Prozent bedeutet. Allerdings waren hierin Erlöse aus einem Teilverkauf der Beteiligung am Aberdeen Asset Management enthalten, was immerhin einen Veräußerungsgewinn von 178 Mio. Franken in die Kassen spülte.  Dennoch scheinen die Mitarbeiter gut abzuschneiden. Denn der Personalaufwand legte um 1 Prozent auf 263 Mio. Franken zu, wobei das PAF 2 mit 46 Mio. Franken zu Buche schlägt. Für jeden Beschäftigten ließ die Schweizer Großbank also etwa 97.400 Franken springen, was ein Plus von 4,9 Prozent bedeutet.

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