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GASTKOMMENTAR: Was Praktikanten und Trainees über die Politik in Banken wissen müssen

Et tu Brute

„Danke fürs Vorbeischauen“, erklärt der Handlanger (ein rivalisierender Praktikant) lauthals in Hörweite des Vice Presidents, während Du gerade gehen willst. Dabei ist es 23 Uhr. Nur noch vier Leute aus dem M&A-Team harren immer noch im Büro aus und es handelt sich um Deine zweite Woche im Unternehmen. Nach einem quälenden Schlafentzug bis Du dabei zu sterben. Denn anders als Dein Rivale, der bislang an keinen echten Deals mitgearbeitet hat, hast Du Deine erste Nacht für eine feindliche Übernahme durchgearbeitet. Dafür hat der Associate Dich am Morgen sogar gelobt. Der Vice President hat hingegen nichts gesagt.

Solltest Du also noch bleiben? Solltest Du über eine originelle und scharfe Entgegnung nachdenken oder lieber stolz nachhause gehen? Leider gewinnen in Banken oftmals die Intriganten, wenn es darum geht, die eigene Zukunft zu sichern. Anscheinend werden derartige Kommentare gerne von Leuten fallen gelassen, die selbst unsicher sind. Allerdings verfehlen solche Bemerkungen oftmals nicht ihren Zweck. Um als eine Praktikant oder Trainee in einer Investmentbank erfolgreich zu sein, musst Du sowohl fachlich gut als auch ein geschickter Taktiker sein. Das gleiche gilt übrigens auch für erfahrene Banker. Hierzu einige Tipps:

1. Identifiziere Deine Förderer

Falls Du ein Praktikant bist, wer entscheidet darüber, ob Du anschließend ein Angebot für eine Absolventenstelle erhältst? Dabei muss es sich nicht nur um den Entscheider selbst handeln, sondern auch um alle, die sein oder ihr Ohr haben. Von welchem Associate lässt sich Dein Vice President beraten? Achte darauf, diesen Leuten zu gefallen und entsprechende negative Kommentare zu neutralisieren.

2. Notiere im Hinterkopf alle positiven Kommentare, die Du erhalten hast und nutze sie, um interessante Arbeitsaufgaben zu erhalten

Lass Dich niemals beim Däumchendrehen erwischen. Frag lieber den Associate: „Gibt es irgendetwas, was ich updaten kann? Peter hat gesagt, dass er über meine Excel-Kenntnisse positiv überrascht war, als ich beim XYZ-Projekt mitgearbeitet habe.“ Du musst Dich immer selbst verkaufen.

3. Verteidige Dich immer, wenn Dein Konkurrent Deine Leistung herabsetzt

Aus Schock versäumen dies viele Praktikanten und bleiben ein stummer Verlierer. Doch wenn jemand sagt: „Danke fürs vorbeischauen“, dann solltest Du darauf antworten: „Kein Problem. Nach meiner Nachtschicht für meinen ersten Deal bin ich kaputt, doch Simon hat gesagt, dass er mit meiner Arbeit sehr zufrieden ist. Ich bin sicher, Du bekommst auch bald etwas zu tun.“ Seine spitze Bemerkung kann als Witz von dritter Seite verstanden werden. Eine Antwort von Ihm würde es allen verdeutlichen, dass er nur darauf aus ist, Dir zu schaden.

4. Lasse Dich nicht versuchen, andere zu verspotten

Denn der Betroffene wird zurückschießen. Vielmehr musst Du Dich politisch geschickt verhalten und nicht mit derartigen Methoden in Verbindung gebracht werden. Denn damit machst Du Dir auf lange Sicht Feinde und das ist schlicht dumm.
Ein Praktikum in eine Traineestelle zu verwandeln, ist schwer genug. Dein erster Ausflug ins politische Mienenfeld sollte nicht alle Deine Bemühungen zunichtemachen. Denn dabei handelt es sich nur um die einfachste Form von Politik – später wird es weitaus komplizierter. Dann kann es vorkommen, dass Du in Urlaub gehst und anstellend feststellt, dass jemand auf Deine Stelle befördert wurde.

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