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Der Frühling ist da: Die besten Jobchancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzprofis

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt geht es leider noch nicht so hoch hinaus wie auf dem Matterhorn.

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt geht es leider noch nicht so hoch hinaus wie auf dem Matterhorn.

„Üblicherweise stellt das Frühjahr die Hauptsaison auf dem Stellenmarkt für Finanzprofis dar. Davon merken wir in 2012 wenig“, beobachtet Headhunter Emanuel Kessler von Kessler.Vogler. Dabei sei die Stimmung recht unterschiedlich.

„Für den einzelnen Stellensuchenden ist es derzeit schwierig in Zürich“, fährt Kessler fort. Es gebe viele Finanzprofis auf dem Markt, die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder erhaltener Kündigung nach einer neuen Chance Ausschau hielten. Daher sei auch die Zahl der Bewerbungen auf offene Stellen gestiegen.

Dagegen beobachtet Kessler auf der Arbeitgeberseite eine verhalten positive Stimmung. „Leider schlägt sich das noch nicht in der Zahl der Vakanzen nieder“, ergänzt Kessler. Bei den Platzierungen, die der Headhunter vornimmt, handelt es sich zumeist um Wiederbesetzungen bereits vorhandener Stellen. Somit herrsche derzeit ein sehr ausgeprägter Arbeitgebermarkt.

Trotz des bereits in 2011 angekündigten Stellenabbaus bei UBS und Credit Suisse beobachtet Klaus Robert Biermann von BiermannPartners in Zürich aktuell keine Entlassungswelle. „An einen zusätzlichen Personalabbau glaube ich fast nicht mehr“, sagt Biermann. So mancher Arbeitgeber hoffe anscheinend, einen erforderlichen Stellenabbau schon durch die natürliche Fluktuation bewältigen zu können.

Stephan Surber von Michael Page in Zürich zeigt sich hingegen optimistisch: „Die Situation ist besser als im vierten Quartal 2011.“ Seit Ende Januar habe der Markt angezogen.

Family Offices betreiben Insourcing

„Bei den Family Offices beobachten wir ein Insourcing. Man will das Geschäft selber abdecken,“ beobachtet Surber. Dafür seien die hohen Gebühren und das gesunkene Vertrauen bei den Banken verantwortlich. Für das Insourcing müssten die betreffenden Family Offices indes eine kritische Grösse überschritten haben, damit die Vorteile die Kosten rechtfertigen. Einen ähnlichen Trend gebe es bei Pensionskassen bereits seit etwa zwei Jahren.

Die Bewerber müssen perfekt auf die Stelle passen

Während Arbeitgeber in wirtschaftlich besseren Zeiten sich mit Bewerbern zufrieden geben, die das Anforderungsprofil nur teilweise erfüllen, sind sie jetzt wählerischer geworden. „Die Unternehmen suchen sehr spezifisch nach neuen Mitarbeitern. Die Kandidaten müssen genau auf die Stellen passen“, berichtet Surber.

Bei M&A und Private Equity stellen die Boutiquen ein

Einen gewissen Mitarbeiterbedarf beobachtet Surber auch bei M&A-Boutiquen und kleineren Equity-Häusern. Dort würden indes vor allem Spezialisten für das Midcap-Geschäft sowie Associates mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung gesucht.

Managing Directors überschwemmen den Markt

Durch die Stellenstreichungen bei den Grossbanken seien derzeit sehr viele Managing Directors auf dem Arbeitsmarkt verfügbar. „Im gegenwärtigen Umfeld und bei den hohen Gehältern ist eine Platzierung kaum machbar,“ konstatiert Surber. Falls Arbeitgeber nach einem Managing Director suchen, dann bevorzugen sie ausgerechnet die Leute, die noch eine Stelle haben, und nicht die auf dem Markt verfügbaren. Da allerdings die Banken oftmals grosszügige Abfindungen anbieten und die Betroffenen in der Vergangenheit zumeist sehr gut verdient hätten, würden nur wenige finanziell abstürzen. Allerdings seien die Abfindungen oftmals bei 400.000 Franken gedeckelt. „Viele Investmentbanker haben es mit Anfang 40 finanziell geschafft, sofern sie keinen ausufernden Lebensstil pflegen“, ergänzt Surber.

Im Private Banking steht die Konsolidierung noch aus

Für den Arbeitsmarkt im Private Banking ist Executive Search-Profi Stefan Bächer in Zürich pessimistisch. Die Steuerabkommen mit Grossbritannien und Deutschland würden zu einem Abzug von Kundenvermögen führen und die Kosten in der Branche werden aufgrund wachsender Anforderungen steigen. „Verliere ich Assets, brauche ich weniger Manpower. So einfach ist das“, sagt Bächer. Überdies herrsche auch weiterhin Konsolidierungsbedarf in der Branche.

Bei Sales wird noch eingestellt

Laut Biermann suchen einige Finanzdienstleister noch nach Sales-Experten. Dies gelte besonders für Institutional Sales, Asset Management, Whole Sales und Family Offices, was auch Surber bestätigt.

Immer mehr Produkt-Compliance gesucht – Anhaltende Nachfrage nach Risiko-Managern

Laut der auf Risk und Compliance spezialisierten Recruiterin Audrey Dresen von Oliver James wächst neben der anhaltenden Nachfrage nach Anti Money Laundering-Spezialisten  (AML) die Bedeutung der Produkt-Compliance. Dies führt Dresen auf neue Regulierungen zurück, die in der Schweiz inkraftträten. Für diese Stellen suchen die Unternehmen nach Profis mit einem soliden Verständnis der anstehenden Regulierungen und der Produkte selbst. Darüber hinaus beobachtet Dresen eine anhaltende Nachfrage nach  Risiko-Managern mit guten quantitativen und IT-Kenntnissen.

Boom bei temporärer Beschäftigung beweist: Der Arbeitskräftebedarf ist da

Kessler.Vogler vermittelt auch temporäre Beschäftigungen an Banken und Finanzdienstleister in der Schweiz. „Die Kollegen, die das betreut, hat alle Hände voll zu tun“, sagt Kessler. Dies belege, dass es in der Schweiz durchaus einen Arbeitskräftebedarf gebe. Falls die Konjunktur in und um die Schweiz herum wieder anziehe, dann könnte dies auch die Markt für Festanstellungen beleben. Das sei derzeit die gute Nachricht.

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