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Trotz guter Ergebnisse tritt HVB auf die Kostenbremse: Kostenquote von mageren 62,1 Prozent ist einfach zu viel

HypoVereinsbank

Bei den Investmentbanken rund um den Globus sind die Gewinne in 2011 lawinenartig zu Tale gerauscht. Nicht so bei der Hypo Vereinsbank (HVB). Die Tochter der italienischen Unicredit konnte im „Corporate & Investment Banking“ 1,226 Mrd. Euro einstreichen, was lediglich 11,4 Prozent weniger als im Vorjahr waren.

Insgesamt generierte die HVB einen Vorsteuergewinn von 1,615 Mrd. Euro, was 14,2 Prozent weniger als im Vorjahr waren, wie aus den am heutigen Mittwoch (28. März) veröffentlichten Geschäftszahlen für 2011 hervorgeht.

Dennoch zeigte sich HVB-Chef Theodor Weimer mit der im Branchenvergleich eigentlich sehr guten Kostenertragsquote von 62,1 Prozent sehr unzufrieden: „Alles, was über 60 Prozent ist, ist nicht zufriedenstellend.“ In 2010 hatte die Quote noch bei ausgezeichneten 52,3 Prozent gelegen, womit die HVB gewissermaßen den Aldi unter den Investmentbanken darstellte.

Weimer kündigte an, auch weiterhin an der Kostenschraube zu drehen, was nichts Gutes für die Mitarbeiter verheißen dürfte. Dennoch gab die Bank für Personal mit 1,819 Mrd. Euro 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr aus. Allerdings stieg auch die Mitarbeiterzahl um 296 auf 19.442 Beschäftigte an. Pro Kopf ließ die HVB also 93.560 Euro springen, was 2 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Die gestiegene Mitarbeiterzahl führte Weimer indes allein auf Konsolidierungseffekte zurück. Unter dem Strich habe die Bank in 2011 sogar 54 Arbeitsplätze gestrichen.

Quelle: HVB-Präsentation Geschäftszahlen 2011

Investmentbanking bleibt Goldgrube des Hauses

Mit einem Vorsteuergewinn von gut 1,2 Mrd. Euro erwies sich trotz des schwierigen Marktumfeldes das Corporate & Investmentbanking einmal mehr als die Goldgrube des Hauses. Jeder der 3799 Investmentbanker trug also zum Vorsteuergewinn durchschnittlich 322.717 Euro bei. Dennoch verminderte sich der Personalaufwand geringfügig auf 582 Mio. Euro. Für jeden Investmentbanker ließ das Institut also 153.198 Euro springen, was 10 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich zwar von 39,2 auf 46,5 Prozent, womit die Bank aber immer noch glänzend dasteht.

Im Geschäft mit Privatkunden und kleineren und mittleren Unternehmen verbesserte sich das Vorsteuerergebnis um 28,9 Prozent auf 147 Mio. Euro. Jeder der 8424 Mitarbeiter der Sparte generierte also durchschnittlich einen Vorsteuergewinn von 17.450 Euro. Der Personalaufwand in dem Segment legte um 4,5 Prozent auf 609 Mio. Euro zu. Damit zahlte die HVB also für jeden Mitarbeiter 72.293 Euro, was 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Die Kostenertragsquote verbesserte sich von 88,4 auf 87,6 Prozent.

Unzufrieden zeigte sich Weimer mit dem Ergebnis im Private Banking. Dort purzelte das Vorsteuerergebnis um 12,2 Prozent auf 72 Mio. Euro. Jeder der 772 Private Banker der HVB generierte also einen Vorsteuergewinn von 93.364 Euro, was 7,9 Prozent weniger als in 2011 war. Dagegen kletterte der Personalaufwand von 72 auf 75 Mio. Euro. Jeder Mitarbeiter kostete also durchschnittlich 97.150 Euro und damit 9,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kostenertragsquote blieb mit 61,1 Prozent exakt auf Vorjahresniveau.

Im Global Banking Services will Weimer angreifen

Weiter kündigte Weimer an, im Global Banking Services angreifen zu wollen. Das Geschäft mit internationalen Transaktionen sei risikoarm und würde beständig Gewinne erwirtschaften. Die Mitarbeiterzahl in diesem Geschäftsbereich stieg gegenüber dem Vorjahr um stolze 37,2 Prozent auf 2312 Beschäftigte. Allerdings blieb unklar, wie viel davon auf den eingangs genannten Konsolidierungseffekt zurückgeht.

Quelle: HVB-Geschäftsbericht 2011

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