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CITYBOY: Wieso Geldwäsche-Bekämpfung aufregende Karrierechancen bietet

Geraint Anderson

Falls ehrgeizige junge Leute durch diese Website surfen, dann dürften die meisten Besucher die Jobs in Geldwäsche-Bekämpfung (Anti-Money-Laundering) außer Acht lassen, da sie diese für langweilig und nutzlos halten.

Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter lediglich 40.000 bis 70.000 Pfund (47.000 bis 100.00 Franken / 47.000 bis 84.000 Euro) im Jahr und Leute, die in Finance einsteigen, wollen normalerweise rasch ihre Finanzen aufbessern. Doch ich würde nicht so voreilig sein, denn ich denke das dieser Spezialisten-Job wesentlich aufregender werden könnte und dass die Arbeit in Anti-Money-Laundering zu den kommenden Wachstumsmärkten zählen könnte – und zwar zu den wenigen, die es gibt.

Das aktuelle Bußgeld in Höhe von 8,8 Mio. Pfund für Coutts zeigt, dass eine schlechte Geldwäsche-Bekämpfung zu einem teuren Fehler werden kann. Ein vernichtender Bericht der britischen Finanzaufsicht FSA aus dem vergangenen Jahr offenbart, dass in der City die Anti-Gelwäsche-Regeln sträflich missachtet und damit dem Geld korrupter Tyrannen einen herzlichen Empfang beschert wurde. Diese detaillierte Studie hat gezeigt, dass ein Drittel von angeblich angesehenen Banken bereit sind, sich über glaubwürdige Anschuldigungen zu Korruption hinwegzusetzen, während ein Viertel froh sind, ausländischen Politikern Dienste zu erweisen, die als korrupt bekannt sind, obgleich sie vom Gesetz noch nicht eingeholt worden sind.

Und dieser Report stellt womöglich nur die Spitze des Eisbergs dar. Ich hege den Verdacht: Wenn es sich erst einmal zeigt, wie bereit die Unternehmen der Londoner City zu Geschäften mit den blutdürstigen Despoten waren, die während es Arabischen Frühlings abgesetzt worden sind, dann wird dies vermehrt Fragen zum Moralkompass der City aufwerfen. Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass Geldwäsche der nächste große Finanzskandal sein wird, was ich als Thema für meinen neuen Thriller „Just Business“ gewählt habe (eine Pflichtlektüre für all diejenigen, die in der Geldwäschebekämpfung arbeiten wollen).

Schon jetzt ist klar, dass viel von dem Reichtum, den so charmante Tyrannen angehäuft haben, die Ägypten, Tunesien, Libyen und andere Länder ausgeplündert haben, in London gelandet ist. So soll der frühere ägyptische Präsident Hosni Mubarak viele seiner Milliarden, die er seinem Volk gestohlen hat, in Banken, Investments und Immobilien in unserer großartigen Stadt investiert haben. Ebenso haben der frühere Libysche Führer Muhammar al-Gaddafi und seine Familie offenkundig immer London favorisiert, weil es so einfach fällt, hier Geschäfte zu machen und wegen unseres unkomplizierten Steuersystems (laut Wikileaks).

Es scheint klar zu sein, dass unsere rechtsliebenden Banken traditionell nur Probleme mit Geschäften mit blutdürstigen Tyrannen hatten, sobald sie aufhörten, auf der Siegerseite zu stehen. Doch jetzt scheint es, dass der wachsende Druck der FSA bedeuten könnte, dass diese Selbstgefälligkeit nicht länger akzeptabel ist und dass die Banken sicherlich damit beginnen werden, anständiges Geld für kluge Leute zu bezahlen, um dieser wachsenden Plage zu begegnen.

Also sollten Sie diesen Beitrag zum Thema Geldwäsche nicht allzu schnell beiseite legen. Denn mit der Beachtung dieses Sektors werden Sie nicht nur der Zeit voraus sein, sondern Sie werden auch bei Dinnerparties den Kopf hochhalten können, denn obgleich Sie in der Londoner City arbeiten, gehören Sie doch zu den Good Guys.!

Das neue Buch „Just Business“ von Cityboy Geraint Anderson ist in dieser Woche als Taschenbuch erschienen. Sie können Geraint Anderson auf Twitter folgen (@Cityboylondon).

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