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Die sieben verbreitetsten Fehler in Financial Services-Vorstellungsgesprächen

Bei Vorstellungsgesprächen geht es ums Ganze. Nachdem aus Lebenslauf und Bewerbungsunterlagen die grundsätzliche Eignung für den Job normalerweise feststeht, rückt im Vorstellungsgespräch die Persönlichkeit in den Mittelpunkt. eFinancialCareers.de hat bei Executive Search-Experten nachgefragt, welches die verbreitetsten Fehler bei Vorstellungsgesprächen in Financial Services sind. Damit wissen Sie ganz genau, wie Sie an jedem Fettnäpfchen vorbeikommen.

1. Schlecht vorbereitet oder unpünktlich zu sein

“Es kommt schlecht an, wenn man unvorbereitet ist, und sich nicht in die Lage versetzt, was der Gesprächspartner von dem Treffen erwartet”, sagt Mirja Linke von der Deininger Unternehmensberatung. Obgleich es sich hierbei um einen altbekannten Klassiker handle, werde dies immer wieder gerne falsch gemacht.

Der Bewerber habe die Pflicht, Informationen über das Unternehmen, seine Kultur und die Gesprächspartner einzuholen. “Versäumt ein Kandidat das, wird dies als Desinteresse gewertet”, betont auch Gunner Belden von DIS Consulting.

“Unpünktlichkeit kommt leider immer wieder vor. Wenn man schon zu spät kommt, dann muss man sich entschuldigen”, weiß Stefanie Storck von Euro London. In diesem Fall sollten Kandidaten bei der Frage nach den Stärken keinesfalls Pünktlichkeit als Stärke aufzählen. “Das kommt ganz schlecht an”, betont Storck.

2. Ein ungeschickter Auftritt

“Die Tatsache, dass Leute bei Vorstellungsgesprächen durchfallen, liegt weniger am Lebenslauf als am persönlichen Auftreten”, sagt Belden. “Mann sollte nie vergessen, dass man zu Gast ist. Nehmen Sie die Stimmung des Gastgebers auf”, rät der Recruitment-Experte. Bei einem Vorstellungsgespräch gehe es meist darum, ob der Kandidat ins Unternehmen und ins Team passt. Die fachliche Qualifikation sollte indes bereits durch den Lebenslauf nachgewiesen sein.

“Kräftiger Handschlag und Augenkontakt, das macht schon viel aus. Falls das nicht beachtet wird, dann kann das Gespräch schon gelaufen sein”, sagt Storck. Raucher tendieren dazu, sich noch schnell vor dem Vorstellungsgespräch eine Zigarette zu genehmigen, was Nichtraucher vergrätzen kann.

3. Sich schlecht über ehemalige Arbeitgeber zu äußern oder zu viel Persönliches preiszugeben

Laut Storck komme es häufig vor, dass sich Kandidaten schlecht über ehemalige Arbeitgeber äußerten. Die Bewerber seien sich oftmals nicht bewusst, wie schlecht dies bei den Arbeitgebern in spe ankomme.

“Es werden manchmal auch zu viele persönliche Gründe für den Wechsel verraten”, ergänzt Storck. Es reicht vollkommen, “persönliche Gründe” anzugeben und sich nicht über die eigene Affäre mit der Sekretärin auszulassen.

4. Keine Authentizität zu vermitteln

“Wenn man keine Authentizität vermittelt, dann geht das meist schief,” sagt Linke. Erfahrene Interviewer würden rasch bemerken, wenn ein Bewerber schummelt. Denn wenn sich jemand im Vorstellungsgespräch als “knallharter Verhandler” präsentiert und dies nicht ist, dann wird es ihm schwer fallen, diese Rolle im gesamten Gespräch durchzuhalten. Daher rät Linke, durchweg bei der Wahrheit zu bleiben.

5. Mit Schlagwörtern um sich zu werfen

Bei der Frage nach der Berufserfahrung sollte nicht mit Schlagwörtern wie ECM, DCM usf. um sich geworfen werden. “Wenn dann auf eine Nachfrage nichts kommt, dann war es das ganz schnell”, sagt Linke. Daher sollten die Tätigkeitsbereiche lieber in ein paar kurzen Sätzen wirklichkeitsgetreu skizziert werden.

Laut Storck sollte die immer noch verbreitete Frage nach den Stärken des Kandidaten nicht nur mit Schlagworten gekontert werden. Vielmehr sollte die Antworten vorbereitet sein und mit kleinen persönlichen Beispielen illustriert werden.

6. Sich nicht verkaufen zu können

“Wenn man den Job haben will, dann muss man sich zu verkaufen wissen”, sagt Linke. Denn ein Vorstellungsgespräch sei nicht anderes als Selbstvermarktung der eigenen Kompetenzen.

“Manche sind ein wenig zu selbstsicher. Die Kandidaten überschätzen sich und vergessen dabei, sich selbst zu verkaufen und die richtige Motivation für den Job zu zeigen”, ergänzt Storck.

7. Kein Interesse am Job zu zeigen

Ein Kandidat solle sich nicht nur nach seinem Lebenslauf ausfragen lassen, sondern seinerseits Interesse an dem Unternehmen und der Position beispielsweise durch gezielte eigene Fragen signalisieren. “Wenn ein Vorstellungsgespräch eine Verhöratmosphäre bekommt, dann liegt das meist am Gesprächsführer und dem Bewerber”, sagt Belden. Der Kandidat müsse für die betreffende Stelle “brennen”, ergänzt Linke.

Storck rät, Fragen vorzubereiten und gegebenenfalls aufzuschreiben, um diese auch in hektischen Situationen parat zu haben. Die Expertin betont: “Kandidaten sollten nicht darauf fixiert sein, was die Firma ihnen geben kann, sondern auch was sie selbst der Firma geben können.”

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