☰ Menu eFinancialCareers

Wieso Munich Re-Mitarbeiter trotz eines miserablen Ergebnisses ruhig schlafen können

Die Hauptverwaltung der Munich Re in der bayrischen Landeshauptstadt residiert in einem hochherrschaftlichen Gebäude.

Die Hauptverwaltung der Munich Re in der bayrischen Landeshauptstadt residiert in einem hochherrschaftlichen Gebäude.

Wäre die Munich Re eine Bank, würde jetzt schon einmal die Axt geschliffen, um für einen Kahlschlag beim Personal gerüstet zu sein. Denn Banken reagieren auf schlechte Ergebnisse regelmäßig mit Personaleinsparungen. Nicht so die Munich Re. Dort wurden im schwierigen Jahr 2011 sogar fast 300 neue Stellen geschaffen, wie aus den am heutigen Donnerstag (13. März) vorgelegten Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr hevorgeht.

Das operative Ergebnis des Konzerns brach gegenüber dem Vorjahr um 70,3 Prozent auf magere 1,18 Mrd. Euro ein. Nachdem der Fiskus zugegriffen hat, sind es nur 712 Mio. Euro. Jeder der konzernweit gut 47.200 Mitarbeiter trug also zu dem Nettoergebnis gerade einmal gut 15.000 Euro bei.

Doch trotz des Gewinneinbruchs gibt sich Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard trotzig. So heißt es einer Unternehmensmitteilung: „Munich Re ist gut in das Jahr 2012 gestartet und strebt einen Gewinn von rund 2,5 Mrd Euro an.“ Für von Bomhards Optimismus gibt es auch gute Gründe:

Trotz hoher Schäden bleibt Munich Re in schwarzen Zahlen

Die Schadens-Kosten-Quote im Rückversicherungsgeschäft belief sich auf schreckensgebietende 113,6 Prozent. Der Aufwand für Schäden und die eigenen Kosten überstieg also signifikant die Prämieneinnahmen. Dennoch konnte das Rückversicherungsgeschäft ein Plus im operativen Geschäft von 714 Mio. Euro melden. Dies dürfte auf Gewinne aus dem Anlage-Geschäft zurückgehen.

Besser lief es im Erstversicherungsgeschäft. Dort stieg die Schadens-Kosten-Quote auf 97,8 Prozent. Obgleich die Erstversicherungstochter Ergo in einen Skandal um Incentive-Reisen nach Budapest mit Sexeskapaden verwickelt war, gab das operative Ergebnis lediglich um 6,3 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro nach.

Die Prämien steigen weiter

Eine gute Nachricht stellen die Erträge dar. Die Beiträge der Kunden legten in 2011 gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent auf 49,57 Mrd. Euro zu. Im Rückversicherungsgeschäft wuchsen die Prämieneinnahmen sogar 12,3 Prozent auf 26,5 Mrd. Euro und im Erstversicherungsgeschäft blieben sie mit 17,6 Mrd. Euro etwa auf Vorjahresniveau.

Die Großschäden des vergangenen Jahres erlauben es der Munich Re offenbar, die Prämien kräftig anzuheben.Entsprechend sagte von Bomhard: „Gerade nach Großschäden, wie wir sie im vergangenen Geschäftsjahr erleben mussten, nimmt das Risiko-Bewusstsein zu.“

Mitarbeiterfluktuation äußerst gering

Für jeden ihrer Mitarbeiter hat Munich Re in 2011 rund 67.850 Euro ausgegeben, was ein Prozent weniger als im Vorjahr war. Allerdings hält sich der Konzern bei den Personalaufwendungen in den einzelnen Geschäftsbereichen bedeckt. Auch auf Nachfrage waren hierzu keine Informationen erhältlich.

Diese Gehaltsniveaus fallen im Vergleich zu Banken eher mager aus. Dennoch scheinen die Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber recht zufrieden zu sein. Denn die Fluktuation ist gering und die Verweilzeiten im Unternehmen lang.

So beläuft sich die Fluktuation im Rückversicherungsgeschäft auf gerade einmal 3,8 Prozent, bei Ergo sind es 7,5 und bei der Asset Management-Tochter MEAG 9,6 Prozent. Überdies sind in der Rückversicherung 52,1 Prozent der Mitarbeiter länger als 10 Jahre an Bord; bei Ergo waren es 46,5 und bei der MEAG 37,8 Prozent.

Quelle: Geschäftsbericht

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier