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Wann macht es Sinn, Ihren Headhunter zu hintergehen?

Zuerst ein kleiner Gesundheitstipp: Es gibt fast keine Situationen, in denen Sie einen Vorteil daraus schlagen, sich Recruitment-Firmen zum Feind zu machen. Diese haben ein Elefantengedächtnis und Sie werden auf eine Schwarze Liste gesetzt. Jener spezielle Headhunter und viele seiner Freunde werden Ihnen nie wieder dabei helfen, einen Job zu finden.

Das heißt jedoch auch, dass es so manche Situation geben mag, in der es Sinn macht, seinen Recruiter schlecht zu behandeln. Doch gehen Sie mit allergrößter Vorsicht vor.

1) Wenn Sie auf jeden Fall irgendwo arbeiten wollen, wo man auf keinen Fall irgendwelche Vermittlungsgebühren entrichten will

Die betrifft vor allem Hedgefonds. Recruitment-Gebühren betragen üblicherweise 25 bis 30 Prozent der garantierten Vergütung für das erste Jahr. Dabei kann es sich um eine große Summe für einen kleinen Hedgefonds handeln.

“Hedgefonds und andere kleine Unternehmen versuchen sehr oft abzukürzen und den Headhunter zu skalpieren”, sagt ein Partner von einer Search Firma für Fixed Income. “So lange kein Schriftverkehr besteht und der Recruiter den Kandidaten informell eingeführt hat, kommen sie teilweise damit davon.”

Doch in der Realität gibt es üblicherweise einen Schriftverkehr. Und falls ein Hedgefonds sich die Recruitment-Gebühren nicht leisten kann, dann sollten Sie womöglich seine Moralvorstellungen hinterfragen.

2) Falls Ihr Headhunter sagt, er habe einen Kontakt zu der Firma, und verfügt eindeutig nicht darüber.

Falls Ihr Recruiter Ihren Lebenslauf zu einem speziellen Unternehmen gesandt hat und Sie haben nach einigen Wochen immer noch keine Rückmeldung erhalten, dann kann es möglicherweise sinnvoll sein, die Firma direkt anzugehen – idealerweise über einen namentlichen bekannten Kontakt. In diesem Fall erhält der Recruiter wahrscheinlich sogar Gebühren, doch er dürfte über Ihre Einmischung ernsthaft verägert sein.

3) Falls ein Recruiter beiläufig eine Stelle bei einem Unternehmen erwähnt, wo Ihr bester Freund arbeitet

Hierbei handelt es sich um eine noch größere Sünde als die vorangegangene. Falls ein Recruiter eine Stelle in einem Gespräch erwähnt und ihren Lebenslauf tatsächlich nicht hierfür versendet hat und Sie dann Ihren Lebenslauf direkt verschicken, dann erhält Ihr Recruiter keinerlei Gebühren.

“Wenn Kandidaten hinter Ihrem Rücken ihren Lebenslauf zu einem ihrer Kontakte senden, dann sind Sie aus dem Rennen”, sagt ein Recruiter. “Das ist ein großes Tabu. Ich würde nie wieder mit jemanden zusammenarbeiten, der das getan hat.”

Dennoch kann dieses Vorgehen sinnvoll sein, wenn das Unternehmen von Ihrem Jugendfreund oder Stiefbruder betrieben wird. Doch angenommen Sie wollen in Zukunft anderswo einen Job finden, dann kann Sie das in späteren Jahren weiterverfolgen.

4) Wenn ein Recruiter darauf besteht, exklusiv mit Ihnen zu zusammzuarbeiten

Das kommt nicht sehr häufig vor. Der Chef von einem Finanzdienstleistungs-Team bei einer Rekrutierungs-Firma sagt: Wenn jemand mit einem “außerordentlich platzierbaren Set von Fähigkeiten” vorbeikommt und er arbeitet noch nicht mit einem anderen Headhunter zusammen, dann kann er dem Kandidaten nahelegen, exklusiv mit ihm zusammenzuarbeiten. Doch in den meisten Fällen ist es besser, mit zwei oder drei Recruitment-Firmen zu kooperieren.

Falls jedoch ein Recruiter darauf besteht, mit Ihnen exklusiv zusammenzuarbeiten und dann nicht in der Lage ist, rasch eine Stelle zu finden, dann ist es offensichtlich sinnvoll, sich bei weiteren zu melden.

5) Wenn Sie keine Gehaltsverhandlungen führen und selbst ein Gegenangebot aushandeln wollen

Der Vorteil bei der Zusammenarbeit mit einem Recruiter besteht darin, dass er die Verhandlungen zwischen Ihnen und der Bank führen kann, um das größtmögliche Paket aus Ihrem potenziellen Arbeitgeber herauszuholen und ihnen dabei hilft, mit den Rückhalteversuchen Ihres bestehenden Arbeitgebers umzugehen.

“Es ist schlicht viel einfacher, mit einem Headhunter zu arbeiten”, sagt ein Headhunter (wie zu erwarten war).

Kommentare (1)

Comments
  1. Es handelt sich um ein hartes Geschäft. Da darf man keine Samthandschuhe anziehen, sondern nur an den eigenen Vorteil denken.

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