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Die sechs verrücktesten Fakten aus der Vontobel-Bilanz

Archetypal quant

Als „Window Dressing“ bezeichnen Aktien-Analysten, wenn Unternehmen ihre Bilanz hübscher ausschauen lassen als die schnöde Realität. Auch eFinancialCareers hat üblicherweise mit dem Umstand zu kämpfen, dass die Banken wichtige Informationen zur Mitarbeiterzahl oder der Vergütung schlicht verschweigen. Diesen Vorwurf kann der Zürcher Bank Vontobel keinesfalls gemacht werden. Dort finden sich sogar Informationen, die eigentlich in keinen Geschäftsbericht gehören. Hier die erstaunlichsten Fakten über das ehrwürdige Schweizer Bankhaus:

1. Germanenquote zu hoch

Vontobel gibt detaillierte Angaben zu den Nationalitäten ihrer Mitarbeiter. So beschäftigte die Zürcher Bank per 31. Dezember 2011 exakt 1013 Schweizer und 171 Deutsche – allerdings nur 23 Briten, 12 Franzosen und 9 Spanier. Damit beläuft sich die Germanenquote auf exakt 11 Prozent, wie Vontobel gewissenhaft ausrechnet.

Auf diese Weise sind die Deutschen klar überrepräsentiert, denn Vontobel beschäftigt im „grossen Kanton” (für deutsche Leser: damit ist Ihr Land gemeint) gerade einmal 84 Mitarbeiter. Somit scheint die Mehrzahl der Deutschen in der Schweiz beschäftigt zu sein. Allerdings können sich die Deutschen nicht beschweren, denn schliesslich hat Vontobel in Deutschland 2011 sechs neue Stellen geschaffen.

Übrigens vergisst die Bank auch nicht zu erwähnen, dass auf den Cayman Inseln exakt zwei Mitarbeiter für die Bank tätig sind und zwar ein Mann und eine Frau, wie schon im Vorjahr

2. Liechtenstein ist bei der Frauenquote vorbildlich

Vor dem Hintergrund der Gleichberechtigung scheint die Frauenquote indes verbesserungswürdig zu sein. Denn nur 31,6 Prozent der Vontobel-Mitarbeiter in der Schweiz sind weiblichen Geschlechts – in Deutschland sind es immerhin 42,9 Prozent. Vorbildlich ist in dieser Hinsicht die Niederlassung in Liechtenstein, wo die weiblichen Mitarbeiter mit 64,3 Prozent sogar überwiegen.

2. Hurra: Papierverbrauch sinkt

Selbstverständlich finden sich in dem Geschäftsbericht auch umfangreiche Angaben zu den „Umweltkennzahlen“ – absolut und pro Kopf, versteht sich. So wissen wir jetzt, dass Vontobel im abgelaufenen Geschäftsjahr 194 Tonnen Papier verbraucht hat. Glückwunsch, denn dies sind immerhin 25 Prozent weniger als in 2010. Pro Kopf verminderte sich der Papierverbrauch auf 139 Kilo, wie die Bank gewissenhaft vorrechnet.

4. Hurra II: Sinkender Wasserverbrauch

Auch der Wasserverbrauch pro Kopf sank in 2011 dramatisch. Jeder Mitarbeiter verbrauchte durchschnittlich exakt 15.454 Liter Wasser gegenüber 18.553 Liter in 2010, was eine stattliche Einsparung um 16,7 Prozent oder 3099 Liter bedeutet. Dies macht pro Werktag und Mitarbeiter eine Ersparnis von über 10 Litern aus. Demnach scheint Vontobel wasserlose Urinale eingeführt zu haben – so einfach lassen sich Bilanzzahlen deuten.

5. Bedenklich: Müll steigt

Doch in dem Geschäftsbericht finden sich auch unschöne Details. So stieg die jährliche Abfallmenge pro Kopf um 5,2 Prozent auf 223 Kilo. Vontobel schreibt übrigens von „Abfallmenge (kg/FTE)“ und vergisst in den Fussnoten nicht zu erläutern, dass „FTE=Full Time Equivalent“ bedeutet und die Angaben mithin teilzeitbereinigt sind. Sorgfalt muss sein.

6. Folgen der Globalisierung: Reisedistanz steigt

Auch eine Schattenseite der Globalisierung wird in Vontobels Geschäftsbericht nicht totgeschwiegen. So ist der Geschäftsverkehr pro Mitarbeiter in „km/FTE“ in den zurückliegenden beiden Jahren von 10.030 Kilometer auf 10.616 Kilometer gestiegen. Allerdings schweigt sich Vontobel über die Methode aus, wie diese exakten Zahlen ermittelt wurden. Wie kann die Bank z.B. ausschliessen, dass ein Taxifahrer – mit Vontobelmitarbeiter auf der Rückbank – keine Extrarunde auf der Geschäftsreise eingelegt hat? Hier herrscht noch Klärungsbedarf…

Quelle: Vontobel

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