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Personalkosten runter, Mitarbeiterzahl rauf: Die wundersame Stellenvermehrung bei der Deutschen Börse

deutsche börse

Nachdem die EU-Kommission die Fusion der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext abgeblasen hat, schließt Börsenchef Reto Francioni weitere Stellenstreichungen über die schon bekannten Programme hinaus aus. So hatte die Deutsche Börse bereits vor rund zwei Jahren beschlossen, 80 Manager sowie 370 weitere Mitarbeiterstellen abzubauen bzw. von Frankfurt und Luxemburg nach Prag zu verlagern.

Dies sollte eigentlich zu einer fallenden Beschäftigtenzahl bei dem Börsenbetreiber führen. Doch dies scheint nicht der Fall zu sein. Vielmehr ist die Mitarbeiterzahl in 2011 konzernweit um 3,8 Prozent auf 3346 Vollzeitstellen angewachsen. Vor allem im Clearing – dem personalintensivsten Geschäftsbereich – hätte ein Stellenaufbau stattgefunden.

Dagegen sprechen die am heutigen Dienstag (14. Februar) vorgelegten Geschäftszahlen für 2011 eine andere Sprache. Demnach purzelte der Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr sogar um 20,9 Prozent auf 396,9 Mio. Euro.

Die gegenläufige Entwicklung von Mitarbeiterzahl und Personalaufwand führte dazu, dass der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf um 23,8 Prozent auf nur noch gut 118.600 Euro einbrach. Dieses Ergebnis blieb zunächst ungeklärt. Dennoch könnte die Verlagerung von Arbeitsplätzen von den Hochlohnstandorten Frankfurt und Luxemburg ins günstigere Prag ein Grund für diese Entwicklung darstellen.

Der drastische Rückgang der Gesamtkosten um 28,9 Prozent auf gut 1,2 Mrd. Euro führte indes dazu, dass die Deutsche Börse beinahe mit einem Rekordergebnis aufwarten konnte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) verdoppelte sich von 528 Mio. auf 1,152 Mrd. Euro.

An der konsequenten Sparpolitik will das Unternehmen in Zukunft festhalten. „Auch das Kostenmanagement hat für die Gruppe Deutsche Börse weiterhin eine hohe Priorität. Durch die erfolgreiche Umsetzung diverser Effizienzmaßnahmen in den vergangenen Jahren ist es dem Unternehmen gelungen, die operativen Kosten seit 2007 um mehr als zehn Prozent zu senken. 2011 kündigte die Deutsche Börse an, das aktuelle Effizienzprogramm zu beschleunigen, so dass die angestrebten 150 Mio. Euro an jährlichen Einsparungen bereits 2012 erreicht werden, ein Jahr früher als ursprünglich geplant“, hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

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