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Von A bis Z: Alles, was bislang über die Bonuszahlungen der Banken bekannt geworden ist

Die Zeiten sind ernst: Der „Day of long faces“, an dem die Mitarbeiter die Höhe ihrer Boni erfahren, macht in diesem Jahr seinem traurigem Namen alle Ehre. So stutzt die Deutsche Bank ihren Bonuspool um 17 und die UBS sogar um 40 Prozent zurecht. Wir haben zusammengetragen, welche Informationen über Bonuszahlungen und aufgeschobene Vergütungen bislang durchgesickert sind. Falls Sie selbst Informationen zu unserer kleinen Liste beisteuern wollen, dann können Sie uns diese gerne unter redaktion@efinancialcareers.com mitteilen.

Hier die einzelnen Banken von A bis Z:

Bank of America Merrill Lynch

Begrenzung der Barauszahlung: Ja, allerdings betrifft dies nur Spitzenverdiener und erscheint deswegen ein wenig unrealistisch. So will die Bank of America die Barauszahlungen auf 150.000 US-Dollar bei Leuten beschränken, die 1 Mio. Dollar oder mehr verdienen. Bei den niedrigeren Gehaltsklassen werden die Boni am 15. Februar entweder in bar oder in Aktien ausgegeben.

Ein Headhunter gibt an, einen Bank of America-Mitarbeiter mit einem Bonus von 300.000 Dollar getroffen zu haben, der im Februar 20 Prozent in Cash und 60 Prozent in Aktien erhalten hat, womit er tatsächlich 240.000 Dollar sofort einstreichen konnte.

Aufgeschobene Bonusbestandteile: Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen die aufgeschobenen Bonuszahlungen in diesem Jahr strengeren Vorgaben unterliegen. In der Vergangenheit habe die Bank of America Leuten mit einer Vergütung von 250.000 bis 499.000 Dollar 60 Prozent in bar und 40 Prozent in aktienbasierten Bestandteilen ausbezahlt.

Angeblich sollen die Beschäftigten dieser Preisklasse in diesem Jahr 18,75 Prozent in bar, 25 Prozent in aktienbasierten Bestandteilen und 56,25 Prozent in Aktien erhalten. Dies scheint eine weniger stricke Regelung zu sein als zuvor, da die Aktien sofort verkauft werden können.

Zwischen 500.000 und 999.0000 Dollar werden angeblich 40 Prozent in aktienbasierten Vehikeln, 15 Prozent in bar und 45 Prozent in Aktien ausbezahlt. Jenseits der Millionengrenze werden 70 Prozent aktienbasiert und 30 Prozent in bar oder in Aktien vergeben. Laut Headhuntern laufen die aktienbasierten Bestandteile bei der Bank of America über drei Jahre.

Vorstandsvergütung: Noch unbekannt.

Unzufriedenheitsfaktor: Neutral. Bankchef Brian Moynihan versucht anscheinend, die Mitarbeiter zu besänftigen, die mit dem Gedanken spielen, die Bank of America zu verlassen. „Unsere Angestellten wissen, was sie beigetragen haben und wie sie bezahlt werden“, sagte Moynihan kürzlich. „Wir begleiten die Leute auf jeden ihrer Schritte. Daher sind die Diskussionen immer offen, ehrlich und fair“, ergänzte der Bankchef.

Citigroup

Begrenzung der Barauszahlung: Anscheinend nicht. Ein Headhunter erzählt von einem Citi-Banker mit einem Bonus von 350.000 Dollar, der hiervon stolze 75 Prozent in Cash erhält.

Aufgeschobene Bonusbestandteile: Der Baranteil wird bei Citi anscheinend in zwei Tranchen ausbezahlt – die erste jetzt und die zweite im Dezember. Der Aktienbestandteil wir auf drei Jahre aufgeschoben.

Die Höhe der Boni: Die variablen Vergütungen werden bei Citi wohl nicht allzu üppig ausfallen. Laut Bloomberg sollen die Boni in der Investmentbank um durchschnittlich 30 Prozent fallen und in einzelnen Fällen sogar um 70 Prozent. Nach den Angaben von Headhuntern haben viele Mitarbeiter ihren Bonus in bar erhalten. Allerdings sollen im Aktien-Geschäft, in dem Citi im vierten Quartal angeblich Geld verloren hat, 40 Prozent der Beschäftigten leer ausgehen.

„Mitarbeiter von Citi erzählen mir, dass ihre Gesamtvergütungen stark gesunken sind“, sagt ein Investmentbanking-Headhunter. „Dort gibt es Vice Presidents in ihrem zweiten Jahr, die das gleiche Geld erhalten wie vor einigen Jahren die Associates in ihrem dritten Jahr“, ergänzt der Headhunter.

Vorstandsvergütung: Citi-Chef Vikram Pandit hat 3,7 Mio. Dollar in Aktien erhalten. Im Juli des abgelaufenen Jahres hat er die ausstehenden 80 Mio. der 165 Mio. Dollar erhalten, die das Unternehmen ihm seit dem Buyout aus seinem Hedgefonds in 2007 schuldet.

Unzufriedenheitsfaktor: Der Baranteil ist gut, während die Höhe der Boni eher schlecht ausfällt.

Credit Suisse:

Begrenzung der Barauszahlung: Ja. Angeblich soll Credit Suisse ihre Cashboni bei 140.000 Franken begrenzen.

Sonderfaktoren: Ein weitaus größerer Anteil der Boni von den Junior-Mitarbeitern als in der Vergangenheit soll in Cash erfolgen. Überdies soll die Laufzeit der aktienbasierten, aufgeschobenen Vergütungsbestandteile von vier auf drei Jahre verkürzt werden.

Darüber hinaus hat Credit Suisse ein neue „Partner Asset Facility“ aufgelegt, mit der Investmentbanker einen Teil ihrer Boni in Derivaten aus der Bilanz der Bank erhalten.

Bonushöhe: Die Credit Suisse wird ihren Bonuspool für 2011 um 41 Prozent kürzen.

Vorstandsvergütung: Der Bonuspool für die Vorstandsmitglieder wird nach den enttäuschenden Ergebnissen sogar um 57 Prozent zusammengestrichen.

Weitere Informationen: Credit Suisse soll sich von der Praxis verabschiedet haben, die Gehälter ihrer Analysten und Associates alljährlich automatisch zu erhöhen.

Unzufriedenheitsfaktor: Dieser soll unter den Mitarbeiter mit hohen aufgeschobenen Vergütungen recht ausgeprägt sein.

Deutsche Bank

Begrenzung der Barauszahlung: Laut Medienberichten hat der deutsche Branchenprimus einen Cap bei 200.000 Euro für sämtliche Bonuszahlungen für 2011 eingeführt. Die überschüssigen Boni für 2011 werden zeitverzögert ausbezahlt.

Aufgeschobene Bonusbestandteile: Laut Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti hält die Deutsche Bank an den bereits eingeführten Instrumenten fest und plant keine grundlegenden Neuerungen.

Bonushöhe: Der Bonustopf fällt gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent niedriger aus. Die Investmentbanker dürften von den Kürzungen aufgrund ihres mageren Ergebnisses überproportional betroffen sein. Hierfür sprechen jedenfalls die Personalaufwendungen pro Kopf: Diese sind von 379.000 in 2010 auf 332.000 in 2011 gefallen. Laut Chef-Investmentbanker und Ackermann-Nachfolger Anshu Jain sind die Vergütungen in der Sparte „deutlich“ gesunken und ein „sehr hoher Anteil“ bestehe aus aufgeschobenen Vergütungen.

Vorstandsvergütung: Noch unbekannt.

Unzufriendenheitsfaktor: Hoch, falls sich die Gerüchte über die aufgeschobenen Vergütungen bewahrheiten sollten

Goldman Sachs

Begrenzung der Barauszahlung: Nein. Laut Headhuntern haben die Associates bei Goldman Sachs 75 bis 100 Prozent ihrer variablen Vergütung in diesem Jahr in bar erhalten. Allerdings gibt es Gerüchte, wonach die Bank die Barauszahlungen zumindest in London auf 100.000 Pfund begrenzen möchte.

Wenn man dem Wall Street Journal Glauben schenken darf, dann verdient mehr als die Hälfte des Goldman Sachs-Personals weltweit ein Fixgehalt von unter 100.000 Dollar. Inzwischen hat die Bank bestätigt, dass die Cashboni in diesem Jahr wesentlich geringer ausfallen werden.

Sonderfaktoren: In der Vergangenheit hat Goldman Sachs Boni gezahlt, die beträchtlich über denjenigen der Konkurrenz lagen. Doch mittlerweile hat sich auch dort der Wind gedreht. Im November wurden Berichte laut, wonach Goldman Sachs die Gehälter von Vice Presidents um 40 Prozent zusammengestrichen habe.

Aufgeschobene Bestandteile: Nach dem Wall Street Journal können die Angestellten von Goldman Sachs ihre aktienbasierten Boni in den kommenden fünf Jahren nicht zu Geld machen. Dies scheint eine recht lange Zeit zu sein und wurde bislang nicht bestätigt.

Bonushöhe: Insgesamt wurde der Personalaufwand bei Goldman Sachs um 15 Prozent gekürzt, womit auf jeden Mitarbeiter durchschnittlich 367.000 Dollar entfallen.

Vorstandsvergütung: Der Aktienbonus von Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein ist auf 9 Mio. Dollar zusammengestrichen worden – das erste Mal seit der Finanzkrise. Blankfeins Festgehalt beziffert das Wall Street Journal auf 2 Mio. Dollar.

Unzufriedenheitsfaktor: Die „Goldmänner“ scheinen dieses Jahr eher unglücklich dreinzuschauen. „Die Bezahlung fällt im gesamten Handelssaal um 40 Prozent geringer aus“, sagt ein auf Fixed Income spezialisierter Headhunter, und ergänzt: „Es gibt eine Menge Nullboni und viele unzufriedene Leute.“

JP Morgan

Begrenzung der Barauszahlung: Offensichtlich nicht.

Sonderfaktoren: Angeblich soll der aufgeschobene Anteil bei Junior-Mitarbeitern nur gering ausfallen. Demnach sollen bei einem Vice President mit einem Bonus von 75.000 Dollar nur 10 Prozent auf aufgeschobene Bestandteile entfallen.

Aufgeschobene Bestandteile: Doch auch auf anderen Karrierestufen scheinen die zeitverzögerten Anteile an den variablen Vergütungen eher gering zu sein. Nach ersten Informationen sollen die Mitarbeiter mit Vergütungen bis 1 Mio. Dollar lediglich 25 Prozent in Aktien und darüber hinaus 35 Prozent in Aktien erhalten. Diese wiederum sollen je zur Hälfte in zweiten und dritten Jahr ausgezahlt werden. Damit zeigt sich JP Morgan deutlich großzügiger als Morgan Stanley.

Bonushöhe: Die durchschnittliche Gesamtvergütung pro Kopf in JP Morgans Investmentbank ist in 2011 gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 341.000 Dollar gefallen.

Vorstandsvergütung: Ähnlich wie im Vorjahr erhält Bankchef Jamie Dimon einen Aktienbonus von 17 Mio. Dollar. Sein Cashbonus soll indes von 5 Mio. auf 4,5 Mio. Dollar gefallen sein, dies wurde indes durch eine Anhebung seines Basisgehaltes auf 1,5 Mio. Dollar ausgeglichen.

Unzufriedenheitsfaktor: Nachdem die Informationen über die diesjährigen Boni eher traurig ausgefallen sind, scheinen die Mitarbeiter von JP Morgan vergleichsweise gut abzuschneiden.

Morgan Stanley

Begrenzung der Barauszahlung: Ja. Cashboni werden auf 125.000 Dollar begrenzt. Die Baranteile werden teilweise zeitverzögert und in zwei Tranchen ausbezahlt: im Dezember 2012 und im Dezember 2013. Dies fällt besser als die ältere Regelung aus, wonach die Cashboni über 18 Monate gestreckt wurden.

Sonderfaktoren: Sämtliche Morgan Stanley-Mitarbeiter, die weniger als 250.000 Dollar verdienen, erhalten ihre gesamten Bezüge in bar.

Aufgeschobene Bestandteile: Nach Beschwerden im Vorjahr sollen die verzögerten Bonusbestandteile für Junior-Mitarbeiter auf 25 Prozent begrenzt werden. Recruiter bestätigen, dass den Associates nur 20 Prozent ihrer Boni zeitverzögert ausbezahlt werden. Darüber hinaus berichtet Bloomberg, dass der Gesamtanteil zeitverzögerter Bonusbestandteile bei Morgan Stanley auf 75 Prozent angehoben wurde. In 2010 lag der Anteil noch bei 60 und in 2009 bei 40 Prozent. Die aktienbasierten Bestandteile werden über drei Jahre verteilt ausgegeben.

Bonushöhe: Der Personalaufwand in Morgan Stanley’s Investmentbanking hat im vergangenen Jahr um 3 Prozent zugelegt. Dies führt Morgan Stanley-Chef James Gorman allerdings auf die Auszahlung aufgeschobener Vergütungen aus dem Vorjahr zurück. Weiter wird von Morgan Stanley behauptet, dass die Boni für Senior Banker und Trader um 20 bis 30 Prozent zusammengestrichen wurden.

Vorstandsvergütung: Die Vergütung von Vorstandschef Gorman soll um 25 Prozent niedriger ausfallen. Sein Bonus wurde von 14 Mio. auf 10,5 Mio. Dollar zusammengestrichen.

Unzufriedenheitsfaktor: Angeblich sollten die Mitarbeiter zufriedener sein als erwartet. Denn die Bank hat bei der Bezahlung eine kluge Kommunikationsstrategie verfolgt. Bankchef Gorman hat jedoch bei einigen Mitarbeitern mit der Äußerung für Irritation gesorgt, dass Leute, die mit ihrem Bonus unzufrieden sind, naiv seien und mehr Zeitung lesen sollten. „Wenn Sie Ihre Vergütung aus einem Jahr als Maßstab für Ihr Glück nehmen, dann haben Sie ein Problem, das weitaus größer als der Job ist“, ergänzter Gorman. „Falls Sie wirklich unglücklich sind, dann gehen Sie doch. Denn das Leben ist zu kurz.“

UBS

Begrenzung der Barauszahlung: Unwahrscheinlich.

Aufgeschobene Bestandteile: Dürften eher gering ausfallen. Nur 28 Prozent des gesamten Bonuspools für 2011 entfällt auf aufgeschobene Bestandteile der variablen Vergütung.

Bonushöhe: Der gesamte Bonuspool wurde bei der UBS um 40 Prozent zusammengestutzt. Die Investmentbanker scheint es mit einem Minus von sogar 60 Prozent noch härter getroffen zu haben. Die durchschnittliche Vergütung pro Kopf im Investmentbanking ist gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 337.000 Franken gefallen.

Vorstandsvergütung: Unbekannt. Doch UBS-Chef Sergio Ermotti hat angekündigt, für 2011 keinen Bonus annehmen zu wollen.

Unzufriedenheitsfaktor: Unbekannt, denn der Bonuspool wird wahrscheinlich immer noch beträchtlich ausfallen. Doch es besteht die Gefahr, dass die UBS aufgrund ihres bescheidenen Ergebnisses im Investmentbanking bereits zugesagte Boni aus dem Vorjahr wieder einkassieren wird.

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