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UBS streicht Bonuspool um 40 Prozent: Wer am meisten bluten musste und wer sein Geld wert war

UBS-Handelssaal in Opfikon.

UBS-Handelssaal in Opfikon.

Die UBS-Geschäftszahlen 2011 fielen – wie erwartet – enttäuschend aus: Der Vorsteuergewinn brach gegenüber dem Vorjahr um 26,9 Prozent auf 5,453 Mrd. Franken ein, wie die Bank am heutigen Donnerstag (7. Februar) mitteilte. Die Eigenkapitalrendite verschlechterte sich von 16,7 auf nur noch 8,6 Prozent.

Entsprechend hat die größte Schweizer Bank die Notbremse gezogen: Seit Ende September mussten 1100 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, die Kosten wurden um 2,1 Mrd. Franken zurückgefahren und der Bonuspool um 40 Prozent zusammengestrichen. Damit übersteigt das Streichkonzert bei den variablen Vergütungen z.B. die Einsparungen der Deutschen Bank, die ihren Bonuspool lediglich um 17 Prozent zurechtgestutzt hat.

Doch bei genauerer Betrachtung haben die einzelnen Geschäftsbereiche doch recht unterschiedlich zur UBS-Genesung beigetragen. Im Jahresvergleich ist vom Stellenabbau wenig zu sehen. So wurden zwischen Ende 2010 bis Ende 2011 im Investmentbanking sogar fast 400 Stellen aufgebaut, im Global Asset Management waren es 269 und im Wealth Management 241 neue Stellen. Dagegen purzelte die Mitarbeiterzahl im Retail & Corporate Banking um 659 und im Wealth Management Americas um 123 Stellen.

Damit ist allerdings noch keine Entwarnung verbunden. Denn die angekündigten Stellenabbauprogramme dürften erst in den kommenden Monaten richtig zu wirken beginnen.

Quelle: UBS

Im Portemonnaie bekommen die Mitarbeiter die schwache Geschäftsentwicklung allerdings schon jetzt zu spüren. So sank der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf um 8,1 Prozent auf gut 240.000 Franken.

Investmentbanking: Minigewinn und Riesengehälter

Dabei mussten die Investmentbanker keineswegs am stärksten bluten – obgleich der Geschäftsbereich in 2011 einen Vorsteuergewinn von mageren 304 Mio. Franken beisteuern konnte. Im Vorjahr waren es noch fast 2,2 Mrd. Franken gewesen. Jeder Investmentbanker generierte mithin lediglich einen Vorsteuergewinn von gerade einmal 17.600 Franken – Regen machen sieht irgendwie anders aus. Der Personalaufwand pro Kopf sank folglich um 15,7 Prozent auf gut 337.000 Franken. Die Personalaufwandsquote verschlechterte sich von 81,7 Prozent in 2010 noch eimals auf miserable 96,8 Prozent.

Asset Management: Mitarbeiter müssen am meisten bluten

Die prozentual größten Abschläge mussten jedoch die Mitarbeiter des Global Asset Managements hinnehmen. Dort stürzte der Personalaufwand pro Kopf um sogar 19 Prozent auf rund 254.700 Franken ab. Da der Vorsteuergewinn indes nur um 17 Prozent auf 428 Mio. Franken nachgab, generierte jeder Mitarbeiter der Sparte einen Vorsteuergewinn pro Kopf von gut 114.000 Franken, was deutlich besser als das Investmentbanking ist. Die Kostenertragsquote fiel mit 76,3 Prozent ebenfalls besser als im Investmentbanking aus.

Wealth Management Americas: Gehaltseinbußen resultieren aus schwachem Dollar

Rein rechnerisch gab es auch für die Mitarbeiter im Wealth Management Americas Einschnitte von 8,7 Prozent, womit sich die Personalkosten pro Kopf 236.000 Franken beliefen. In Anbetracht des starken Frankens dürften die amerikanischen Mitarbeiter jedoch keinen schlechten Schnitt gemacht haben. Nach einem Verlust von 130 Mio. Franken in 2010 verbesserte sich das Vorsteuerergebnis auf 504 Mio. Franken oder auf gut 31.000 Franken pro Kopf. Dies Kostenertragsquote von 90,3 Prozent war wiederum dürftig.

Wealth Mangement: Die Cashcow des Unternehmens

Das Wealth Management im Rest der Welt konnte indes die Gewinne um 15,9 Prozent auf 2,676 Mrd. Franken steigern und stellt somit den Goldesel des Unternehmens dar. Jeder Mitarbeiter generierte einen Vorsteuergewinn pro Kopf von über 168.000 Franken, was fast zehn Mal soviel wie bei den Investmentbankern war. Auch die Kostenertragsquote verbesserte sich von 68,7 auf 65,1 Prozent.

Retail & Corporate Banking: Jeder Mitarbeiter ist zehn Mal mehr Wert als ein Investmentbanker

Als zweiter Goldesel der UBS erwies sich in 2011 das Retail & Corporate-Banking mit einem Vorsteuergewinn von 1,919 Mrd. Franken – oder fast 168.000 Franken pro Kopf. Das klingt schon wie verkehrte Welt, denn ein Retailbanker war so viel wert wie zehn Investmentbanker. Die Bank honorierte diesen Erfolg jedoch nur begrenzt. Der Personalaufwand legte hier zwar um 8,4 Prozent zu, fiel aber mit knapp 146.000 Franken weitaus niedriger als in allen anderen Sparten aus. Die Kostenertragsquote von 51,7 Prozent konnte sich allerdings sehen lassen.

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