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Schwarzer Tag oder Grund zum Jubel? EU-Kommission untersagt Fusion von Deutscher Börse und NYSE

Die Deutsche Börse in Frankfurt. Der Hauptsitz befindet sich indes aus Gewerbesteuergründen  in Eschborn.

Die Deutsche Börse in Frankfurt. Der Hauptsitz befindet sich indes aus Gewerbesteuergründen in Eschborn.

Die EU-Kommission hat den Daumen über der Fusion der Deutschen Börse und der NYSE Euronext zum weltweit größten Börsenbetreiber am heutigen Mittwoch (1. Februar) gesenkt. Als Grund für die Absage führte die EU-Kommission die dominierende Marktstellung der Derivatehandelsplattformen Eurex und Liffe an.

Für den Deutsche Börse-Chef Reto Francioni ist dies ein Grund zur Klage, während die Mitarbeiter beider Unternehmen hoffen können, um ein Sparprogramm von 400 Mio. Euro jährlich herumzukommen. Dies hätte einige hundert Stellen vor allem in Frankfurt und Luxemburg gefährdet.

„Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten. Die Entscheidung der EU-Kommission basiert auf einer realitätsfremden verengten Marktdefinition, die der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht wird“, wetterte der Vorstand der Deutschen Börse.

Die EU-Kommission berücksichtige nicht den umfangreichen Derivatehandel der – unkontrolliert – abseits der Börsen stattfinde. Das Ziel der EU-Kommission, mehr Transparenz in diesen Bereich der Kapitalmärkte zu bringen, werde durch die Untersagung der Fusion konterkariert.

„Die Entscheidung der EU-Kommission steht auch im Gegensatz zu der in den USA bereits im Jahr 2007 vorgenommenen Beurteilung des Derivatemarkts. Dort durften sich die beiden Chicagoer Unternehmen CME und CBOT zu der größten global agierenden Derivatebörse zusammenschließen“, ergänzte der Börsenvorstand.

Die Deutsche Börse hat in den vergangenen Jahren den Hauptteil ihrer Gewinne im Derivatehandel generiert, weshalb der Geschäftszweig für den Börsenbetreiber von entscheidender Bedeutung ist.

Dennoch rechnet die Deutsche Börse mit einem guten Geschäftsergebnis für 2011 und mit weiterem Wachstum im laufenden Jahr. Die Geschäftszahlen für 2011 wird der Konzern am 13. Februar veröffentlichen.

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