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Wie man aus Giftmüll Gold macht: Bei Credit Suisse-Mitarbeitern klingelt wieder einmal die Kasse

Brady Dougan

Dougan displaced

Wenn die Banken keine ordentlichen Käufer mehr finden, verscherbeln sie die Wertpapiere gerne an die eigenen Mitarbeiter. So verkündete die Commerzbank am gestrigen Donnerstag (19. Januar) stolz, den Großteil der Boni der übertariflichen Mitarbeiter mit frischen Aktien des kriselnden Instituts zu zahlen. Auf diese Weise hofft die Bank, das Eigenkapital um 250 Mio. Euro zu stärken.

Dass bei derartigen Tricks die Mitarbeiter nicht immer die Dummen sein müssen, erweist sich bei einem Deal, den die Credit Suisse auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2008 ausgeheckt hatte. Damals hatte die Schweizer Großbank die Boni der eigenen Mitarbeiter mit Junk-Krediten und Commercial Mortgage Backed Bonds im Wert von gut 5 Mrd. Dollar gezahlt. Auf diese Weise konnte die Credit Suisse ihre Bilanz bereinigen.

Doch dieser Trick scheint sich zunehmend als Segen für die betroffenen Mitarbeiter zu erweisen. Denn laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen die Wertpapiere bis Ende November 2011 um 75 Prozent zugelegt haben. Damit kämen sie fast an Gold-Futures heran, die um 98 Prozent nach oben schossen.

Wären die Mitarbeiter der Credit Suisse damals indes wie ihre Kollegen von der Commerzbank mit eigenen Aktien bezahlt worden, hätten sie heftige Verluste verkraften müssen. Denn die Aktie der Credit Suisse purzelte in dem gleichen Zeitraum um 23 Prozent.

„Das hat sich zugunsten der Angestellten entwickelt“, sagt denn auch Ann Rudledge, die früher als Analystin bei Moody’s tätig war und heute bei R&R Consulting arbeitet. Als dieser Pool toxischer Wertpapiere geschaffen wurde, hätten sich die betreffenden Assets nahe ihrer Allzeit-Tiefs befunden. So wundert es kaum, dass die Credit Suisse mit der Entscheidung, weitere 450 Mio. US-Dollar auf ähnliche Weise zu platzieren, bei den Mitarbeitern auf offene Ohren gestoßen ist. Laut Bloomberg hätte die Bank nur 90 Prozent der Aufträge erfüllen können.

Allerdings stellt sich die Frage, ob viele Mitarbeiter in der Schweiz in den Genuss dieses Geldsegens gekommen sind. Denn diese sogenannte Partner Asset Facility (PAF) richtete sich in 2008 nur an 2000 leitende Mitarbeiter, wobei es sich zumeist um Investmentbanker von den angelsächsischen Standorten des Unternehmens gehandelt haben dürfte. Mithin dürften Wealth Management-Mitarbeiter in der Schweiz in die Röhre schauen, während so mancher Investmentbanker die Kasse klingelt.

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