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GASTKOMMENTAR: Wieso Sie aus Luxemburg abhauen sollten

Die Cité Judiciaire in Luxemburg Foto: Via Wikipedia

Die Cité Judiciaire in Luxemburg Foto: Via Wikipedia

Mit diesem Artikel (In Luxemburg zu arbeiten bringt eine Menge Vorteile mit sich) bin ich überhaupt nicht einverstanden. Was mich betrifft, habe ich dort einige Wochen nach dem Ende meines Studiums einen Job gefunden. Dies stellte meine erste Berufserfahrung dar, bei der ich viel über die Geschäfte von Banken und Depotbanken an dem Standort gelernt habe, ebenso wie über die Asset Management-Gesellschaften. Dies hat mir sicherlich das berufliche Rüstzeug mitgegeben.

Dennoch handelt es sich bei näherer Betrachtung auch und besonders um nahezu die immer gleichen Jobprofile, die erscheinen (Backoffice-Angestellte, die keine Überstunden berechnen dürfen, die keine wichtigen Aufgaben erfüllen, Transfer Agents, Accountants und Juristen für die Treuhandgesellschaften). Darüber hinaus gibt es nichts, null, nada. Dies macht es schwierig, aus diesen Funktionen zu entkommen, wenn man dort bleibt. Und man muss zugegeben, dass es sich dabei nicht gerade um die interessantesten Jobs der Finanzbranche handelt…

Kurz, ja die Gehälter sind interessant (obgleich es Finanzplätze in Europa gibt, die noch großzügiger sind), die soziale Absicherung ist ausgezeichnet und die Lebenshaltungskosten vergleichsweise maßvoll. Allerdings muss man anmerken, dass es sich um eine triste und trübselige – um nicht zu sagen katastrophale – Region handelt, sobald man das Land verlässt (Die belgische Provinz Luxemburg, das Saarland und auch Lothringen sind – offen gesagt – nicht gerade für die Schönheit ihrer Landschaften bekannt.) Ständig ist es kalt, grau und regnerisch.

Es ist schwierig, einen Kontakt zu Luxemburgern aufzubauen, die lieber unter sich bleiben, und abends, sobald sich die Stadt von den Tausenden an Grenzgängern geleert hat, handelt es sich um nichts mehr als eine Wüste (schließlich wohne ich fünf Minuten vom Stadtzentrum entfernt). Und das Luxemburger Stadtzentrum ist gerade einmal einen Quadratkilometer groß, da ist man schnell durch…

Kurz, es handelt sich um eine Stadt, in der es sich gut leben lässt, wenn man alt und müde ist, keinen Stress oder Anonymität mag und daher an jedem Wochentag ein wenig Sonntagsstimmung herrscht und wo jeder Arbeitstag dem Vortag gleicht. Für diejenigen unter uns, denen eine solche Lebensweise gefällt, kommt an diesen Ort. Doch allen anderen rate ich einfach: HAUT AB!!!

Dieser Artikel hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht, weil ich seit einigen Wochen und nach fünf Jahren im Großherzogtum alle meine Kräfte dazu einsetze, einen Job in Finance in meiner Herkunftsregion zu finden und danach diesen Ort zu vergessen, der so gar nichts Großartiges an sich hat. Jetzt wissen Sie Bescheid…

Der Artikel wurde als Kommentar auf die französische Version des Gastkommentars hinterlassen.

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