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GASTKOMMENTAR: Wo Sie in 2012 erst gar nicht nach einem Investmentbanking-Job suchen brauchen und wo es noch Chancen gibt

Andrew Pringle

Was wird 2012 im Recruitment-Markt passieren? Also, als „Weiser von Holborn“ würde ich sagen, dass ich ganz genau weiß, was eintreten wird. Doch in der Realität ist die Zukunft immer ungewiss.

Allerdings kann ich Ihnen mitteilen, was wir von Kunden und Kandidaten zu hören bekommen. Auf dieser Basis würde ich folgendes empfehlen:

Wo Sie erst gar nicht nach einem Job im Investmentbanking zu suchen brauchen:

1. Südost-Asien

Der südostasiatische Einstellungsrausch in 2010 und im frühen 2011 ist Geschichte. Laut Hays – wobei ich nicht weiß, wie zuverlässig das ist – sind die Neueinstellungen um 50 Prozent gesunken. Wir beobachten indes, dass die südostasiatischen Jobvermittlungen um mindestens 20 Prozent gefallen sind, weshalb diese Angabe zumindest einen Funken Wahrheit enthalten muss.

2. Großbanken

Bei den großen Banken gibt es nahezu kein Recruitment in den beiden letzten Quartalen 2011. Uns wurde erzählt, dass der natürliche Personalverschleiß, der normalerweise auf dem Analysten- und Associate-Level gesehen wird, nicht stattgefunden hat, weil es einfach keine Jobs gibt, zu denen sie hätten wechseln können. Daher wird es weitere Kündigungen geben.

3. Wachsende Unternehmen

Unternehmen, die im Investmentbanking aggressiv zu wachsen versuchten, sind – mit Ausnahme von BarCap – gescheitert. SocGen, BNP Paribas, Nomura, Religare usf. haben sich alle zurückgezogen, während andere Geschäftsbereiche nur nach spezifischen Sektoren suchen – wie z.B. Project Financial Advisory bei Leveraged Finance auf der Kundenseite.

4. Jedes Equity Capital Markets-Team

Das muss man nicht kommentieren. ECM zählt derzeit sicher nicht zu den aktivsten Gebieten.

Wo es Jobchancen im Investmentbanking gibt:

Doch wo sieht es gut aus? Ich bin mir sicher, dass das meiste davon Sinn macht und dass ich Ihnen nichts erzähle, was Sie nicht bereits wissen. Dennoch…

1. Russland

Nach dem Einbruch von 2008 und 2009, als Unternehmen wie RenCap kräftig sparten, brachen die Einstellungen ab. Doch jetzt hören wir, dass russische Banken wie RenCap und VTB der Ort sind, wo man sein sollte. Denn sie planen, das Investmentbanking jenseits des traditionellen Rohstoffgeschäfts auszubauen und auf neue Gebiete wie Telekommunikation und Infrastruktur vorzustoßen.

2. Boutiquen

Boutiquen mit einem guten Renommee und einer guten Einstellung (also keine Hire and Fire-Mentalität) sind heiß. Dies gilt besonders für Boutiquen mit einem Fokus auf Debt Advisory/Restructuring oder Privatplatzierungen.

3. Einige Teams für spezielle Sektoren

Industriesektoren wie Hightech (Digital), Business Services, Privatplatzierungen und FIG tendieren zu einigen Neueinstellungen.

4. Corporate Development

Corporate Development war einst als „Friedhof für M&A-Banker“ bekannt. Doch heutzutage ist dies nicht nur unwahr, sondern einige der besten Ex-Banker in der Londoner City arbeiten auf Corporate-Seite. Wer kann es ihnen verübeln, wenn Unternehmen wie Cisco 41 Milliarden US-Dollar auszugeben haben und die einzige Möglichkeit, die Gewinnziele zu erreichen, in Firmenübernahmen besteht.

5. Privat Equity

Derzeit verfügen die Corporates über das gesamte Geld. Aber es gibt gute Investitionen in den Bereich von Problem-Schulden. Namentlich zeigt sich der Immobiliensektor recht aktiv.

Offenkundig handelt es sich hierbei allein um meine Sichtweise auf 2011 und 2012. Also sind andere Ansichten und Ideen jederzeit willkommen.

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