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Bilanz-Hygiene: Credit Suisse verscherbelt toxische Wertpapiere an Mitarbeiter

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Die Credit Suisse praktiziert zum zweiten Mal seit 2008 eine ganz besondere Form der Bilanz-Hygiene. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die Schweizer Grossbank toxische Wertpapiere im Wert von 450 Mio. Dollar an leitende Mitarbeiter verscherbelt haben.

Auf diese Weise kann die Bank ihre Bilanz um problematische Positionen bereinigen und sich damit auf die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften vorbereiten. Demnach muss für besonders risikobehaftete Wertpapiere künftig mehr Eigenkapital bereitgehalten werden. Konkret will die Schweiz die Quote der risikogewichteten Aktiva auf 19 Prozent anheben.

„Das geschieht zum Vorteil des Unternehmens, denn falls die Preisfeststellung korrekt abläuft, dann verringert dies die Kapitalkosten und verschafft der Bilanz Liquidität“, sagt Analyst Brad Hintz von Sanford C. Bernstein. „Es stellt sich allerdings die Frage, was sich darunter befindet, wie es bewertet wird und ob eine dritte Partei für die Bewertung herangezogen wird, um zu vermeiden, dass Geld von den Aktionären zu den Angestellten transferiert wird“, erläutert Bernstein.

Letzteres ist laut Bloomberg nicht der Fall. Vielmehr fände die Bewertung der Marktpreise gemäß den Compliance-Richtlinien der Credit Suisse statt. Bei den toxischen Wertpapieren handle es sich um festverzinsliche Wertpapiere.

Diesem Coup ging ein ganz ähnliches Geschäft in 2008 voraus, als die Bank 2000 leitenden Angestellten toxische Wertpapiere als Teil ihrer Bonuszahlungen aushändigte. Dabei wurde die Summe von 5 Mrd. US-Dollar in einem Finanzvehikel namens Partner Asset Facility (PAF) gebündelt.

Die Mitarbeiter scheinen damals keinen schlechten Deal gemacht zu haben. Denn die Wertpapiere wiesen bis zum Sommer 2010 eine Performance von immerhin 60 Prozent auf, wobei indes keine aktuelleren Werte genannt wurden. Ob es sich tatsächlich um ein gutes Geschäft handelte, steht letztlich erst 2016 fest, wenn die Wertpapiere auslaufen.

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