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Versicherungen bieten Hochschülern exzellente Karrierechancen

Eins ist sicher in der Versicherungswirtschaft: Die Akademikerzahl in der Branche steigt kontinuierlich; doch auch Anforderungen an neue Mitarbeiter sind gestiegen. Besonders im Vertrieb bieten sich für Absolventen, die komplexe Produkte erklären können und Freude am Umgang mit Menschen haben, kontinuierliche Einstiegschancen.

Mit knapp 220.000 Beschäftigten ist die deutsche Versicherungswirtschaft gesamtwirtschaftlich eine eher kleine Branche; für die Volkswirtschaft hat sie mit einem aktuellen jährlichen Prämienvolumen von 163,2 Mrd. Euro jedoch eine herausragende Funktion.

Seit Jahren steht die Branche im Spannungsfeld zwischen einem zunehmenden Wettbewerb um Kunden und Investoren sowie immer neuen Anforderungen seitens des Gesetzgebers.

Infolgedessen sind die Versicherungsunternehmen gezwungen, ständig ihre Kosten auf den Prüfstand zu stellen. Bereits im fünften Jahr in Folge ist daher ein Rückgang der Beschäftigung zu beobachten. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch in naher Zukunft weiter fortsetzen. Betroffen von dieser Entwicklung sind überwiegend Mitarbeiter mit geringen Qualifikationen.

Bei den Akademikern liegt bereits seit Jahren ein gegenläufiger Trend vor. Zwischen 1997 und 2007 ist die Akademikerquote von 9,3 auf 12,1 Prozent gestiegen. Anfang 2008 waren in der deutschen Versicherungswirtschaft insgesamt 26.500 Hochschulabsolventen tätig. Zehn Jahre zuvor waren es 22.300. Die größte Gruppe stellen mit 6.900 die Juristen, gefolgt von 5.500 Diplom-Kaufleuten und Diplom-Volkswirten.

Ferner beschäftigen die Versicherungsgesellschaften 4.400 Mathematiker sowie 2.100 Ingenieure und Informatiker. Zu den verbliebenen 7.600 Akademikern zählen u.a. Psychologen, Physiker und Mediziner. Außerdem beschäftigt die Assekuranz fast 20.000 Absolventen von Fachhochschulen und Berufsakademien. Hier hat die überwiegende Anzahl der Absolventen einen ökonomischen bzw. versicherungsspezifischen Hintergrund.

Mit Solvency II, das eine grundlegende Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa vorsieht, kommt nach der Neuregelung des Vermittlerrechts und der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes eine neue Herausforderung auf die Branche zu. Ende 2008 soll die EU-Richtlinie verabschiedet werden und dann ab 2012 in nationales Recht umgesetzt sein.

Um dieses “Mammut-Projekt” bis 2012 zu meistern, werden nicht nur aktuell, sondern auch künftig Experten, Young Professionals und Hochschulabsolventen mit fundierten Kenntnissen z.B. in den Bereichen Risikomanagement und Rechnungslegung, insbesondere den IFRS (International Financial Reporting Standards), in der Assekuranz benötigt.

Die Alterung der Bevölkerung ist eine Herausforderung für die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Die Versicherungswirtschaft stellt sich dieser Herausforderung als Arbeitgeber und als Anbieter von Versicherungsprodukten.

Mit dem demografischen Wandel werden für die Bereiche Personal und Personalentwicklung drei Handlungsfelder weiter an Gewicht zunehmen. Dies sind der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit (Employability), die Gestaltung eines organisierten Wissens- und Erfahrungstransfers sowie die Nachwuchssicherung und die Sicherstellung einer ausgewogenen Altersstruktur. Hier gilt es, neue Konzepte zu entwickeln und umzusetzen – ein weites Feld für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler.

Sinkende Geburtenraten, steigende Lebenserwartung und der zunehmende Rückzug des Staates aus der sozialen Sicherung machen die private Altersvorsorge dringlicher denn je. Darüber hinaus macht die Alterung der Bevölkerung die Entwicklung spezieller Seniorenprodukte erforderlich. Hier ist die Assekuranz gefragt, neue, leistungsstarke Produkte zu entwickeln. Dazu benötigt die Branche Produktentwickler, Marketingexperten und Vertriebsspezialisten.

Insbesondere im Vertrieb sucht die Versicherungswirtschaft ständig gute, neue, hoch motivierte Spezialisten. Der Vertrieb steht nicht nur den klassischen Versicherungskaufleuten bzw. Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen offen, sondern ist auch für Akademiker ein wichtiges Betätigungsfeld. Einerseits stellt die zunehmende Komplexität der Produkte für alle Vertriebsspezialisten eine Herausforderung dar. Andererseits ist es auch heute noch in der Branche so, dass für diverse Führungspositionen Erfahrungen im Vertrieb als wichtige Bedingung vorausgesetzt werden.

Welche Absolventen werden also in Zukunft gesucht und welche Hard und Soft Skills sollten Bewerber und Mitarbeiter mitbringen?

Aktuell werden insbesondere Mathematiker/Aktuare, Produktentwickler, Wirtschaftswissenschaftler (Asset-Management, Internationale Rechnungslegung) und Informatiker gesucht. Zudem besteht stets ein Bedarf an Juristen (Vertragsrecht, Arbeitsrecht usw.).

Ferner sind Akademiker – unabhängig von ihrer Ausrichtung – mit einer großen Affinität zum Vertrieb stets von großem Interesse für die Versicherungswirtschaft. Das “ideale Profil” existiert jedoch nicht, dafür ist das Spektrum der gesuchten Nachwuchskräfte zu groß. Gleiches gilt auch für Soft Skills.

Je nach Aufgabenstellung sind spezifische Fachkenntnisse, ein strategisches, analytisches und konzeptionelles Denkvermögen, selbstständige und flexible Arbeitsweise sowie Organisationstalent notwendig. Hinzu kommt häufig eine ausgeprägte Kommunikationsstärke sowie Freude am Umgang mit Menschen.

Studenten, Absolventen und Bewerber, die sich für einen Einstieg in die Versicherungswirtschaft interessieren, seien insbesondere Praxiserfahrungen ans Herz gelegt. Praktika sowie Semester- und Abschlussarbeiten im Unternehmen sind häufig ein hervorragender Türöffner.

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