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GASTKOMMENTAR: Find Dich damit ab, Kid! Du bist nicht gut genug, um im Private Equity anzufangen

Ja, es ist immer noch möglich, im Private Equity eingestellt zu werden, ohne vorherige Erfahrung auf der Buyside mitzubringen. Ich weiß, dass es bei mir vor gar nicht allzu langer Zeit genauso war. Durch die Gerüchte über verstärkten Personalabbau auf der Sellside klingt dies umso verlockender. Dennoch handelt es sich nicht um ein Kinderspiel, einen Job im Private Equity zu erlangen.

Auch wenn Du einen Fuß in die Tür bekommen solltest, werden die Vorstellungsgespräche mörderisch sein. Ich musste ein Leveraged Buyout-Modell mit Stift und Papier ausarbeiten sowie akkurat die Erträge von verschiedenen Szenarien ausrechnen. Wenn dies sonderbarerweise leicht für Dich klingen sollte, dann stelle Dir vor, neben Dir sitzt eine schwierige Persönlichkeit, die Dir herausfordernde Fragen stellt, wenn Du schon auf dem Sprung bist. Das ist kein Spaß. Von Dir wird auch erwartet, einen ausgezeichneten Überblick über die Private Equity-Branche zu besitzen, Wissen von heißen Themen zu zeigen (“Stell Dir vor, ich bin George Osborne oder Vince Cable und argumentiere überzeugend, dass die kürzlich erhöhte Kapitalertragssteuer schlecht für Großbritannien ist).

Es handelt sich um ein Geschäft mit Menschen – Private Equity-Fonds listen üblicherweise die Namen des gesamten Teams auf ihrer Website auf – Sekretärinnen eingeschlossen. Du solltest Sie alle kennen, denn falls Du einen schlechten Eindruck bei nur einem der Teammitglieder hinterlässt, dann hast Du bereits verloren.

Erwarte, nach Deiner Fähigkeit beurteilt zu werden, mit fehlenden Hierarchien umzugehen. Du bist an regelmäßige Beförderungen im Banking gewohnt. Doch dies wird in den meisten Private Equity-Funds nicht eintreten, wo Du Dich nur entlang der Nahrungskette fortbewegst, wenn jemand an der Spitze aufhört. Die Folge davon ist eine mangelnde Vielfalt im Team.

Die Bankenbranche ist groß. Auch wenn Du Deine Kollegen bei einem Projekt nicht magst, kannst Du bei dem nächsten Projekt mit anderen zusammenarbeiten, bis Du auf Leute triffst, mit denen Du Dich gut verstehst. In einem Team von etwa 15 Mitarbeitern kann das nicht passieren. (Dies ist der Median bei kleinen und mittleren Fonds sowie bei den Branchenteams großer Fonds.) Und wenn Deine Kollegen alles andere als enge Freunde sind, die mit Deiner Arbeit zufrieden sind, dann kannst Du Dich von den Zinserträgen verabschieden, der aus Buyout-Gurus Millionäre macht.

Aufgrund der Art und Weise, wie die meisten Deals zustande kommen, benötigst Du auch ein enges Netzwerk an Kontakten in der Branche. Banken sind üblicherweise nicht der beste Ort, um diese zu knüpfen und Du musst Dich besonders ins Zeug legen, um das Netzwerk zu entwickeln. Sei darauf vorbereitet, während eines Telefoninterviews über Lautsprecher Kontakte aus Deinem Linkedin-Profil anzurufen. Falls auch der dritte Angerufene ablehnt, ein Gespräch von Deinem Handy entgegenzunehmen, dann betrachte Dich als durchschaut. Um wahre Kontakte handelt es sich nur, wenn die Leute sich Zeit nehmen, gleich wie hoch ihre Arbeitsbelastung ist.

Kannst Du ein Verständnis für Bewertung und Investitionsrisiken unter Beweis stellen? Denn dabei handelt es sich um ein ernstes Problem von Buyout-Professionals, wenn sie Banker einstellen. Denn diese sind gewohnt, unter Zeitdruck ein überoptimistisches Szenario zu präsentieren. Umso mehr ein Banker als vermeintlicher Dealmaker daherkommt, umso größer ist der Verdacht, dass er geschickt darin ist, die wahren Risiken unter dem Teppich verschwinden zu lassen.

Und schließlich brauchst Du einen richtigen Einblick darin, wie Geschäfte in der Nachkrisenzeit strukturiert werden. Manchen Private Equity-Profis kennen sich selbst noch nicht mit den neuen Umständen aus. Doch wieso sollten sie Banker einstellen, wenn diese die Branche nicht mit neuen Ideen versorgen?

Bei dem Autor handelt es sich um einen ehemaligen Investmentbanker, der jetzt im Privat Equity arbeitet.

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