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GASTKOMMENTAR: Wieso ich RBS gegenüber Goldman Sachs vorziehen würde

RBS

Ich befinde mich im letzten Jahr an einer renommierten britischen Uni und habe diverse Campusveranstaltungen von Banken sowie drei „Spring weeks“ bei erstklassigen Adressen mitgemacht. Als die Bewerbungen für ein Sommerpraktikum anstanden, strotzte ich daher nur so vor Selbstvertrauen. So bewarb ich mich bei allen bekannten großen Investmentbanken und wurde zu acht Assessment Centres eingeladen, was deutlich mehr als bei meinen Kommilitonen war. Daher dachte ich, ich würde zwei oder mehr Angebote erhalten. Doch gemäß Murphy’s Gesetz erhielt ich nach den ersten sieben Assessment Centres lediglich ein Angebot von der Royal Bank of Scotland (RBS).

Obgleich ich immer noch glücklich war, überhaupt ein Angebot erhalten zu haben, war ich doch enttäuscht, kein Angebot von einer Spitzenadresse bekommen zu haben. Ehrlich gesagt hätte ich ein Angebot jeder anderen Bank demjenigen der RBS vorgezogen. Doch just als ich das Angebot der RBS unterzeichnen wollte, klingelte überraschend das Telefon und ich erhielt einen Anruf von Goldman Sachs. Ich hatte mich bereits davon verabschiedet, von dieser achten Bank noch etwas zu hören.

Goldman Sachs bat mich, zu einem Vorstellungsgespräch in der folgenden Woche vorbeizuschauen. Nach einigen weiteren intensiven Vorstellungsgesprächen schätzte ich mich überglücklich, ein zweites Angebot zu erhalten. Ich zögerte keinen Augenblick, der RBS abzusagen und das Angebot von Goldman Sachs zu akzeptieren. Doch dies sollte sich als ein kolossaler Fehler erweisen.

Denn zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, wie schwierig es werden würde, von einem Praktikum aus eine Absolventenstelle bei Goldman Sachs zu ergattern. Vom ersten Moment an handelte es sich um einen ständigen Kampf darum, beim Networking oder in der Zusatzarbeit nach der Arbeitszeit nicht hinter den übrigen Praktikanten zurückzufallen, nur um den Tradern zu gefallen.

In der Zwischenzeit hatten meine übrigen Freunde bei anderen Banken eine großartige Zeit und sie arbeiteten nirgends ähnlich hart wie ich. Als schließlich die Angebote für eine Absolventenstelle vergeben wurden, erhielt ich keine. Da der Konkurrenzkampf so unerbittlich war, war ich nicht völlig überrascht. Was mich jedoch frustrierte war, dass meine Freunde bei anderen Banken – die offen gesagt nicht so gut wie ich waren – Angebote erhielten.

Noch mehr verärgerte mich, dass ich von diesem Banken abgelehnt wurde, nachdem ich mich für deren Traineestellen beworben hatte. Denn sie hatten alle Vakanzen mit ihren ehemaligen Praktikanten gefüllt. Somit habe ich für alle meine Anstrengungen am Ende nichts erhalten, außer dass ich den Namen Goldman Sachs in meinem Lebenslauf stehen habe und ich denke, dass dies nicht so viel wert ist, wie ich ursprünglich dachte.

Viele meiner Freunde, die ein Praktikum bei RBS absolvierten, haben hingegen Traineestellen erhalten und werden dort im kommenden Sommer anfangen. Ich bin mir sicher: Wenn ich dort angefangen hätte, dann hätte ich jetzt auch eine Traineestelle. Stattdessen habe ich gar nichts.

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