☰ Menu eFinancialCareers

GASTKOMMENTAR: Schöne Bescherung – wie mir vor Weihnachten eine schon zugesagte Gratifikation gestrichen wurde

Keine frohe Weihnacht von Gaspirtz (via Wikipedia)

Keine frohe Weihnacht von Gaspirtz (via Wikipedia)

Wir schreiben Anfang Oktober diesen Jahres. Bei mir in der Bank liefen die Geschäfte in diesem Jahr prächtig. Die Krönung war ein kleiner Geschäftsabschluss, bei dem unsere Bank eine hohe Provision einstrich.

Allerdings arbeite ich nicht auf Provisionsbasis, sondern beziehe ausschließlich ein Festgehalt. Doch wieso sollen sehr gute Ergebnisse nicht auch einmal belohnt werden? Daher habe ich bei meinem Vorgesetzten nach einer einmaligen Sonderzahlung von einem Monatsgehalt nachgefragt. Mein Vorgesetzter fand das auch angemessen und versprach, den Sachverhalt mit seinem Vorgesetzten zu besprechen.

14 Tage später fragte ich meinen Vorgesetzten, wie das Gespräch gelaufen sei. Da dies auch positiv verlaufen war, stimmte mich dies hoffnungsfroh. Doch als die nächste Gehaltsabrechnung eintrudelte, sah diese genauso aus wie alle vorherigen. Von einer Sonderzahlung keine Spur, worauf ich nochmals bei meinem Vorgesetzten nachfragte. Die Sonderzahlung sollte dann im Dezember erfolgen. Na gut, darauf kann ich warten. Anschließend verabschiedete sich mein Chef in seinen Urlaub.

Jetzt stand die Gehaltsabrechnung für Dezember vor der Tür. Einmal dürfen Sie raten, was jetzt geschah: Der Vertreter meines Vorgesetzten schneite pünktlich zum Sankt Nikolaustag freudestrahlend in mein Büro und teilte mir mit, dass mir die Bank großzügigerweise ein Viertel eines Monatsgehaltes zahlen wolle. Da fiel ich aus allen Wolken, denn mir wurde ja ein volles Monatsgehalt von mehreren Seiten avisiert. Dies sagte ich auch diesem „Vertreter“. Der bekräftigte jedoch, er könne da nichts machen und er wüsste auch von nichts Bescheid. Bei Rückfragen sollte ich mich an meinen direkten Vorgesetzten wenden und so verließ er mit seiner bunt blinkenden Nikolaus-Krawatte mein Büro.

Als mein Vorgesetzter aus seinem Urlaub zurückkehrte, konfrontierte ich ihn mit dem Sachverhalt. Er wollte diesbezüglich nachfragen, doch die Ausrede kam bereits in demselben Gespräch. Da habe der Vorstand wohl anders entschieden und ich solle mich mit dem viertel Monatsgehalt zufriedengeben. Das wäre ich auch, wenn man mir nichts anderes zugesagt hätte. Es gehe eher um die Anerkennung von Leistung, als um das Geld selbst. Die mittlerweile eingetrudelte Gehaltsabrechnung bestätigte alle meine Befürchtungen. Mit einem solchen Vorgehen hat die Bank jetzt einen demotivierten Angestellten mehr.

Mein Rat an Sie: Lassen sie sich alles schriftlich geben, damit Sie nicht in die gleiche Falle tappen wie ich. Dieses Beispiel zeigt, welche Unternehmenskultur mittlerweile im Finanzdienstleistungssektor eingezogen ist.

Frohe Weihnachten

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier