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MORGAN STANLEY: Welche Fragen wir in Vorstellungsgesprächen stellen und welche Antworten wir hören wollen

Jedes Vorstellungsgespräch stellt eine erstklassige Chance für Sie dar, um sich einem potenziellen Arbeitgeber zu verkaufen. Doch bei vielen Fragen können Sie nicht nur glänzen, sondern auch böse ausrutschen.

Falls Sie sich für eine Stelle in Investment Operations bewerben, dann können Sie auf drei Arten von Fragen treffen. Mit meinem kleinen Führer können Sie sicherstellen, dass Sie einen guten Eindruck hinterlassen.

1. Fragen zu Ihren Kompetenzen

Beschreiben Sie das letzte Mal, als Sie eine Deadline nicht eingehalten haben.

Hierbei handelt es sich um eine Gelegenheit, um eine positive Reaktion auf eine negative Situation zu liefern. Deadlines sind fester Bestandteil der Branche und es ist nicht immer möglich, sie einzuhalten.

Ich möchte verstehen, wie es zu dieser Situation kam, welches die Folgen waren und was der Kandidat unternommen hat, um mit der Situation zurechtzukommen. Von entscheidender Bedeutung ist der letzte Punkt: Falls Sie dabei sind, eine Deadline zu verpassen, dann sollten Sie das Problem bereits vor Erreichen des Zeitpunkts oder Datums proaktiv zu lösen versuchen.

Damit können Sie sowohl Ihre Kommunikationsfähigkeiten als auch Ihr Teamworking demonstrieren. Beides sind integrale Bestandteile der Stelle. Sobald offenkundig geworden ist, dass die Deadline nicht eingehalten werden kann, sollte der Kandidat seinen Vorgesetzten informiert haben – und zwar bevor die Deadline erreicht wurde.

Sie müssen aufzeigen, wie Sie dazu beigetragen haben, die Situation zu entschärfen und damit die Folgen zu reduzieren. Jede Reaktion fällt unterschiedlich aus, doch ich suche nach einem Kandidaten, der selbständig nach Lösungsmöglichkeiten sucht. Das zeigt, dass Sie Führung übernehmen, mit Rückschlägen umgehen und gut kommunizieren können.

Sie brauchen sich auch nicht davor zu scheuen, ein Beispiel anzuführen, das kein positives Ende nahm. Dies stellt nicht unbedingt ein Problem dar. Vielleicht sind Sie die Situation falsch angegangen und haben dies mit einem späteren Training aufgearbeitet. Jeder kann Fehler machen, doch wie Sie damit umgehen, stellt den entscheidenden Unterschied dar. Sprechen Sie ruhig von den Schritten, die Sie unternommen haben, um die Schwäche zu beheben.

Es handelt sich hierbei um eine sehr allgemeine Frage, die auf verschiedene Weise beantwortet werden kann. Daher sollten Sie sich bereits vor einem Vorstellungsgespräch Beispiele überlegen. Umso besser, je vielfältiger sie sind. Greifen Sie auf Ihre Berufserfahrung, Ihr Leben oder Ihre Zeit an der Uni zurück.

2. Fachliche Fragen

Mit welchem Problem hat der Finanzdienstleistungssektor derzeit zu kämpfen?

Falls Sie in den Finanzdienstleistungen arbeiten, dann sollten Sie sich nicht nur um Ihren eigenen Job kümmern, sondern auch Interesse an Ihrer Branche mitbringen. Daher stelle ich Kandidaten die Frage, vor welchen aktuellen Problemen die Branche derzeit steht.

Tatsächlich stellt dies für mich lediglich die Möglichkeit dar, festzustellen, ob Sie mit den aktuellen Entwicklungen in der Finanzpresse vertraut sind. Dabei sollten Sie mir nicht erzählen, dass Quantitative Easing ein großes Problem darstellt, solange Sie nicht bereits erwarten, dass ich weitere Fragen nach den Folgen stelle und wieso dies gerade für Sie relevant ist.

Welches Beispiel Sie auch immer anführen, von entscheidender Bedeutung ist, dass Sie ausreichend profund über das Thema sprechen können.

Eine Variante besteht darin, den Kandidaten nach den aktuellen Trends zu fragen – sei es in der gesamten Branche oder auch nur in einem bestimmten Bereich. Ich frage die Bewerber auch gerne nach den Kernproblemen unserer Branche. Wiederum ist von entscheidender Bedeutung, dass ihre Antwort über Substanz verfügt.

In den meisten Vorstellungsgesprächen werden Sie gefragt, was Sie über Ihren potenziellen Arbeitgeber wissen. Dies gibt Ihnen Gelegenheit, einige Fakten und Zahlen über das Unternehmen vorzubringen. Ich führe die Sache oftmals noch einen Schritt weiter und frage, welches unsere Hauptwettbewerber sind. Eine kompetente Antwort zeugt davon, dass der Kandidat recherchiert (und nicht nur auf unsere Website geschaut hat) und über gute Kenntnisse der Branche verfügt. Wenn Sie erfolgreich Ihre Fachkenntnisse von der Branche demonstrieren, dann kann Sie das von Ihren Mitbewerbern unterscheiden.

3. Die Frage der Personalabteilung

Worin bestehen Ihre drei größten Stärken und Ihre drei größten Schwächen?

Dieser altbekannte Klassiker wird immer noch gern in Vorstellungsgesprächen verwendet. Dennoch sollten Sie seine Bedeutung nicht unterschätzen. Denn es handelt sich um eine Chance, um einem Arbeitgeber mitzuteilen, welchen Mehrwert Sie ihm bieten können, während Sie auch offen über Bereiche sprechen können, in denen Sie sich noch verbessern sollten.

Allzu oft erhalte ich Standardantworten wie hart arbeitend, vertrauenswürdig, verlässlich und begeisterungsfähig. Falls Ihre Antworten ähnlich lauten sollten, dann fallen Sie unter die gleiche Kategorie wie 75 Prozent aller Kandidaten, mit denen ich spreche. Dabei gibt es keine richtige Antwort. Vielmehr sollten Sie von offenkundigen Antworten Abstand nehmen.

Ich wandle die Frage oftmals leicht ab: “Welche drei Dinge brauchen Sie, um den nächsten Karriereschritt zu machen?” Eine gute Antwort könnte darin bestehen, dass Sie Ihr Netzwerk ausbauen und breitere Berufserfahrung sammeln wollen. Dabei sollten Sie detailliert ausführen, was dies ganz genau für Ihre spezielle Stelle bedeutet. Dies zeigt, dass Sie einen klaren Karriereplan besitzen.

Halten Sie sich auch hierbei von Plattitüden fern wie: “Ich möchte meine Fachkenntnisse erweitern.” Ihre Kontakte auszubauen und Ihr Netzwerk zu erweitern, haben wahrscheinlich größeren Einfluss auf Ihre Karriere als Fachkenntnisse allein. Von einer Personalentwicklungs-Perspektive aus lautet meine weiterführende Frage: “Wovon wollen Sie weniger machen?”

Einer der wichtigsten Ratschläge für ein Vorstellungsgespräch lautet: Kennen Sie Ihren Lebenslauf. Das mag offensichtlich klingen, doch es kann problematisch werden, wenn Sie für alle Jobs die gleichen Leistungen anführen. Wenn Sie darüber hinaus verschiedenartigste Beispiele nennen können, um Ihre Kompetenzen zu illustrieren, dann dürfte das dabei helfen, auch besonders herausfordernde Fragen zu beantworten.

Stephen Barclay ist Vice President bei Morgan Stanley’s Wealth Management im schottischen Glasgow.

Kommentare (3)

Comments
  1. Ist eigentlich der größte Unsinn, ein Vorstellungsgespräch so präzise im Voraus durchdenken zu wollen. Wenn ein Personaler Antworten in vorgedachten Schablonen erwartet, ist von der Firma abzuraten. Allgemein gilt: Gut vorbereitet auftreten. Firma und Wettbewerbsumfeld kennen. Präzise Fragen nach der Aufgabe, dem Team usw. stellen. Kein Vorstellungsgespräch kann mit jeder Frage und Antwort vorbereitet werden. Meine jedenfalls nicht ….:)

  2. Ich kann diese gequirlte Personaler-Sche….e einfach nicht mehr hören !!!!

    Wann schalten diese Leute endlich wieder mal ihren (hoffentlich noch) gesunden Menschenverstand ein?

    Leute, Leute in was für einer bizarren Welt leben wir!? Ich mache in einem Vorstellungsgespräch doch nicht “Männchen” indem ich mir vorher solche Worthülsen überlege. Vielmehr möchte ich meine Persönlichkeit zeigen. Und dazu gehören auch “falsche” Antworten (auf z.T. oberbescheuerte Fragen) – vieles ist eben relativ-, sofern ich sie selbst zu 100% vertrete und sachlich begründen kann. Sonst verkaufe ich meine Seele !!

    Und wenn es nicht passt, dann ist das eben so!

    Schließlich stellt sich ein künftiger Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch auch bei mir vor und auch ich habe das Recht und die Möglichkeit der Auswahl.

  3. So ein Quatsch. Im Investment Operations auf so dicke Hose machen. Da darf man den ganzen Tag nur Orders buchen :-)

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