☰ Menu eFinancialCareers

In München grassiert die Angst: Unicredit streicht 7300 Jobs in Westeuropa

Auf die griechische Tragödie folgt ein italienisches Trauerspiel – zumindest für die Mitarbeiter der Unicredit, zu der auch die Münchner Hypo Vereinsbank (HVB) und die Wiener Bank Austria gehören.

Aufgrund von hohen Abschreibungen schockierte der italienischen Bankenriese die Märkte am heutigen Montag (14. November) mit einem Nachsteuerverlust von 10,6 Mrd. Euro im dritten Quartal. In den ersten neun Monaten summierte sich der Verlust auf insgesamt 9,3 Mrd. Euro.

Nach dieser Hiobsbotschaft legte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni die Axt an den Mitarbeiterstamm. So sollen in Westeuropa bis 2015 insgesamt 7290 Stellen wegfallen, was ein Minus von 8 Prozent bedeutet. Dagegen will die italienische Großbank in Ostmitteleuropa ihre Mitarbeiterzahl um 1135 Stellen aufstocken. Unter dem Strich ergibt sich weltweit ein Personalabbau von 6150 Stellen.

Für die Mitarbeiter der Münchner HVB hatte Ghizzoni einen schwachen Trost parat: Das Gros des Mitarbeiterabbaus entfällt demnach mit einem Minus von 12 Prozent auf Italien. Dagegen wird die deutsche HVB unterproportional betroffen sein. Dennoch wurde auch hier vom Wegfall einiger hundert Stellen gesprochen.

Aus Arbeitnehmerkreisen wurde im Vorfeld ein Abbau von 1000 Stellen bei der Münchner Tochter genannt, wovon 700 allerdings auf ein bereits beschlossenes Sparprogramm entfallen. Außerdem will Unicredit laut der englischen Financial Times bei ihrem Equities Sales & Trading-Team für Westeuropa in London rund 150 Stellen streichen.

Weiter plant Unicredit, im Filialnetz zwischen 2010 und 2015 rund 5350 Stellen streichen zu wollen, was vor allem Italien betreffen dürfte. Ghizzoni betonte, dass in dem südeuropäischen Land die Zahl der Bargeldtransaktionen in den letzten drei Jahren drastisch abgenommen habe.

Noch empfindlicher betroffen von dem Sparprogramm sind die zentralen Funktionen, wo Unicredit 22 Prozent oder bis zu 2800 Vollzeitstellen streichen will. Weitere 1410 Jobs stehen im Bereich Operations zur Disposition. Mit dem Maßnahmenbündel sollen die Personalkosten bis 2015 um 9,3 Prozent zusammengestrichen werden.

Darüber hinaus kündigte Ghizzoni für das kommende Frühjahr eine Kapitalerhöhung von 7,5 Mrd. Euro an, wobei die Emission bereits von einem internationalen Bankenkonsortium garantiert sei.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier