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Magier am Werk: Wie die UBS Gewinne aus dem Hut zaubert und Vergütungen streicht

Eine Magiershow lebt von Überraschungen. Just wenn niemand es erwartet, wird ein Kaninchen aus dem Hut hervorgezaubert. Mit ganz ähnlichen Tricks überraschte die UBS bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal am heutigen Dienstag (25. Oktober).

Noch zu Monatsbeginn stellte der Schweizer Bankenriese nach dem Fall Adoboli und der Rückkehr der Finanzkrise für das dritte Quartal einen Minigewinn in Aussicht. Analysten hatten somit im Vorfeld nur mit einem Gewinn von etwa 300 Mio. Franken gerechnet. Doch die UBS zauberte letztlich einen Reingewinn von 1,019 Mrd. Franken für das dritte Quartal aus dem Hut.

Der Trick dabei: Die UBS bewertete – wie schon einige US-Banken vor ihr – eigene Schulden nach dem Fair Value-Prinzip. Da die Bonität der UBS gesunken ist, purzelte auch der Wert ihrer gehandelten Schuld. Da die Bank somit theoretisch ihre eigenen Schulden günstiger zurückkaufen könnte, verbuchte sie sich flugs einen Gewinn von 1,765 Mrd. Franken. Auf diese Weise konnte die UBS den unschönen Verlust Adobolis von 2,3 Mrd. US-Dollar nahezu ausbügeln.

Investmentbanking mit wundersamer Personalvermehrung

Doch bei der Bezahlung scheint die UBS den Zauberstab weniger zu schwingen. So verminderte sich der Personalaufwand pro Kopf in den ersten neun Monaten des Jahres in der Gesamtbank um 9,8 Prozent auf 183.400 Franken, wobei allerdings die Gehaltsentwicklung in den Geschäftsbereichen recht unterschiedlich ausfiel.

Im Investmentbanking, wo Adoboli sein Werk vollbrachte, stürzte der Vorsteuergewinn von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 2,1 Mrd. auf nur noch 561 Mio. Franken ab. Mithin purzelte auch der durchschnittliche Personalaufwand pro Mitarbeiter um 17,9 Prozent auf “nur” noch 264.800 Franken. Die Kostenertragsquote belief sich auf stolze 92,6 Prozent.

Obgleich die UBS kürzlich ankündigte, im Investmentbanking 1925 Stellen streichen zu wollen, kletterte die Mitarbeiterzahl der Sparte von Ende Juni bis Ende September um gut 100 auf 17.878 Stellen. Dies sollten die UBS-Mitarbeiter nicht als Entwarnung verstehen, denn die Bank hat schlicht gut 600 Beschäftige aus dem Corporate Center in die Investmentbank umgebucht, womit unter dem Strich tatsächlich Personal abgebaut wurde.

Vergütungen im Asset Management fallen um über 20 Prozent

Noch weniger Grund zu Freude dürften die Asset Manager bei der UBS haben. Denn dort stürzte der Personalaufwand pro Kopf um sogar 20,9 Prozent auf 188.400 Franken ab, womit die Asset Manager von der Krise stärker betroffen sind als die Investmentbanker.

Der Vorsteuergewinn im Global Asset Management verringerte sich in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 Prozent auf 310 Mio. Franken. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich nur marginal auf 76,9 Prozent.

Wealth Management und Retail & Corporate-Banking mit guten Ergebnissen

Dagegen lief es im Wealth Management ausserhalb Amerikas besser. Der Vorsteuergewinn kletterte um 19,4 Prozent auf 2,2 Mrd. Franken. Die Mitarbeiter bekommen davon indes nicht allzu viel ab, denn der Personalaufwand pro Kopf legte um magere 1,2 Prozent auf 154.500 Franken zu. Mithin verbesserte sich die Kostenertragsquote von 66,8 Prozent in den ersten neun Monaten 2010 auf 63,2 Prozent im laufenden Jahr.

Grund zur Freude haben die Mitarbeiter von Retail & Corporate. Der Vorsteuergewinn legte um 8,9 Prozent auf gut 1,5 Mrd. Franken zu und der durchschnittliche Personalaufwand stieg um 8,3 Prozent auf fast 109.000 Franken. Die Kostenertragsquote liegt bei bescheidenen 50,8 Prozent.

Das Wealth Management Americas bleibt auch weiterhin ein Sorgenkind des Konzerns. Nach einem Verlust von rund 100 Mio. Franken im Vorjahreszeitraum konnte die Sparte von Januar bis September 2011 einen Vorsteuergewinn von 391 Mio. Franken einstreichen. Der Personalaufwand pro Kopf sank weiter um 11,2 Prozent auf 175.500 Franken. Dagegen konnte sich die Kostenertragsquote auf immer noch unschöne 90 Prozent verbessern.

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