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Kahlschlag größer als erwartet: Bei der Credit Suisse fallen weitere 1500 Stellen weg

Die Einschnitte beim Personal fallen bei der Credit Suisse noch tiefer als erwartet aus. So will die Schweizer Großbank weitere 1500 Stellen abbauen. Damit summiert sich die Zahl der zu streichenden Stellen auf insgesamt 3500. Bis 2014 will die Credit Suisse auf diese Weise ihre Kosten um 2 Mrd. Franken (1,64 Mrd. Euro) senken, wie das Institut am heutigen Dienstag (1. November) mitteilte.

Nur Tricks retten das Vorsteuerergebnis

Damit zieht das Zürcher Institut die Notbremse. Denn im dritten Quartal konnte die Credit Suisse lediglich einen mageren Vorsteuergewinn von 1,036 Mrd. Franken (850 Mio. Euro) generieren. Dabei spiegeln die Zahlen die Wirklichkeit nur unvollkommen wider. So musste das Investmentbanking einen Verlust von 190 Mio. Franken (156 Mio. Euro) verkraften, der Vorsteuergewinn im Private Banking schmolz auf 183 Mio. Franken (150 Mio. Euro) zusammen und auch das Asset Management generierte lediglich ein Vorsteuerergebnis von 92 Mio. Franken (76 Mio. Euro).

Wie schon anderen Banken zuvor wurde der Vorsteuergewinn durch die Aufwertung eigener Verbindlichkeiten in Höhe von 880 Mio. Franken (723 Mio. Euro) aufgehübscht. Doch trotz dieses Sondereffektes fiel der Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 3,747 Mrd. Franken (3,1 Mrd. Euro).

Bei der Bezahlung überholen die Asset Manager die Investmentbanker

Die negative Entwicklung hinterlässt auch in den Mitarbeiterportemonnaies ihre Spuren. So sank der Personalaufwand pro Kopf in den ersten drei Quartalen um 9,7 Prozent auf knapp 200.000 Franken (164.000 Euro). Besonders arg traf es die Investmentbanker, für die die Bank nur noch durchschnittlich 247.000 Franken (203.000 Euro) springen ließ, was 15,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Bei den Asset Managern verminderte sich der durchschnittliche Personalaufwand um 9,4 Prozent auf 260.000 Franken (213.000 Euro) und bei den Private Bankern um 1,8 Prozent auf gut 136.000 Franken (112.000 Euro).

Kahlschlag im Fixed Income

Um der negativen Entwicklung entgegenzuarbeiten, präsentierte Credit Suisse-Chef Brady Dougan eine Restrukturierung der Bank. Im Mittelpunkt steht ein Kahlschlag beim Fixed Income-Geschäft. Dougan rechnete vor, dass das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren von 2009 bis 2011 eine Eigenkapitalrendite von 18 Prozent generierte.

Quelle: Credit Suisse

Doch durch die neuen Vorschriften von Basel 3 muss dieses Geschäft künftig mit wesentlich mehr Eigenkapital unterlegt werden. Unter diesen Vorschriften hätte die Credit Suisse in Fixed Income zwischen 2009 und 2011 lediglich eine Eigenkapitalrendite von mageren 7 Prozent erwirtschaftet. Daher soll dieses Geschäft um die Hälfte reduziert werden. Mithin werde auch ein Großteil des zusätzlichen Abbaus von 1500 Stellen in diesem Bereich stattfinden.

Dagegen will sich Dougan verstärkt auf das lukrative Geschäft mit ultrareichen Kunden (UHNWI) konzentrieren. Die Credit Suisse rechnet damit, dass diese Kundengruppe bis 2014 weltweit um 8 Prozent wachsen wird, wobei das Wachstum in Lateinamerika mit einem Plus von 14 Prozent noch stärker als im asiatisch-pazifischen Raum mit 11 Prozent ausfalle. Zu einem möglichen Abbau in Deutschland wollte sich Dougan nicht äußern.

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