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GASTKOMMENTAR: Was Sie wissen sollten, bevor Sie bei einer chinesischen Bank anfangen

Als ich vier Jahre für chinesische Unternehmen in Hongkong arbeitete, habe ich mich schon manchmal gefragt: “Was stimmt mit dem Unternehmen nicht?”

Wer bei einer chinesischen Bank anfangen will, sollte sich zunächst fragen: “Bin ich bereit für diese Arbeitskultur?” Hier einige Beispiele, damit Sie eine Vorstellung von dem haben, was ich meine:

Fall 1: Papas Sohn

Ein neuer Mitarbeiter begann in unserem Team und der Manager sagte uns, wir sollten ihm eine Chance geben zu lernen. “Sie wollen das Geschäft in China entwickeln. Dabei kann er helfen”, hieß es weiter. Allerdings hatten wir niemals nach einem neuen Mitarbeiter gefragt. Nach einigen Nachforschungen fanden wir heraus, dass er aus Peking stammte und sein Vater einem offiziellen Komitee angehörte.

Fall 2: Brechen Sie nicht das Gesetz

Als ich bei einem neuen Unternehmen anfing, erinnerte mich die Sekretärin des Teams daran, ein gutes Verhältnis zu einem Kollegen in einer anderen Abteilung zu unterhalten, ganz gleich wie schlecht seine Arbeit auch sein mochte. Als ich erstaunt nach den Gründen fragte, teilten mir meine Kollegen mit, dass sein Vater ein höherer Polizist in einer großen chinesischen Stadt sei. Dabei machten sie einen schlechten Scherz: “Falls Du kein gutes Verhältnis zu ihm hast, dann kannst Du grundlos verhaftet werden oder Du kannst Dich entscheiden, diese Stadt niemals zu besuchen.”

Fall 2: Hängen Sie beim Fax-Gerät herum

Beim Vater einer Kollegin handelte es sich um einen reichen Geschäftsmann in China. Kürzlich wurde sie gebeten, an einem internen Meeting teilzunehmen. Doch dies lehnte Sie ab, da Sie das Fax eines Kunden erwarte und das Fax-Gerät nicht verlassen könne. Was für eine Ausrede! Ich würde gerne alle Faxe für mein Unternehmen entgegennehmen und keinerlei Verantwortung übernehmen.

Nicht alles ist schlecht

Doch der familiäre Hintergrund muss bei chinesischen Banken nicht zu einem Problem werden. Einige der jüngeren Generation von Amtsträgern sind klug und gewissenhaft. Sie verfügen über eine vorzügliche akademische Ausbildung, gute Netzwerke in China und sind mit der Kultur vor Ort vertraut.

Wenn sie aber ihren Job nicht gut machen, dann werden sie zu einer Belastung. Einige von ihnen sind faul, egoistisch und kurzsichtig. Sie verstecken sich immer in ihrer Komfortzone. Falls Sie mit ihnen zusammenarbeiten, dann müssen Sie ruhig bleiben oder Sie werden Ärger bekommen.

Jetzt suche ich nach einem anderen Job und tatsächlich wäre es kein Problem für mich, wieder bei einem chinesischen Unternehmen anzufangen, weil ich mich an die Kultur gewöhnt habe. Doch wer sich nach Chancen bei chinesischen Unternehmen umschaut, sollte sich fragen: “Bin ich schon bereit dafür?”

Es handelt sich um die Meinungen des Autors und nicht von eFinancialCareers.

Kommentare (1)

Comments
  1. Meine Freunde, die sich bei den chinesischen Unternehmen in Deutschland beschäftigen, haben auch solchen Dingen begegnet. Es hat nichts mit gut oder schlecht zu tun, kommt einfach darauf an, ob Du schon dafür bereit bist, Dein eigenes sinnvolles Leben unter solchen Umständen strategisch zu führen.

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