☰ Menu eFinancialCareers

Sechs Punkte, bei denen sich westliche Banker am Golf anpassen müssen

Ein Verständnis für kulturelle Unterschiede – wie z.B. die möglichen Fallstricke öffentlicher Zuneigungsbekundungen – sollte jeder westliche Banker mitbringen, der im Mittleren Osten arbeiten möchte. Doch die Abweichungen im Geschäftsleben sind oftmals nicht offensichtlich.

Auf der Basis von Gesprächen mit Praktikern aus der Finanzindustrie sowie mit Recruitern haben wir sechs wichtige Unterschiede zusammengestellt, auf die sich jeder westliche Banker einstellen sollte, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeiten möchte.

1. Lernen Sie arabischen Kaffee zu lieben (aber nicht allzu sehr)

Sicherlich herrscht derzeit am Golf kein Mangel an Starbucks oder anderen Coffeeshops. Doch bei Treffen mit wichtigen Familienmitgliedern verbreitet der arabische Kaffee seinen starken, würzigen Geruch. Es genügt zu sagen, dass es kein gewohnter Geschmack ist.

Ein Banker sagt dazu: “Ich hasse das Zeug und während einer meiner ersten Meetings hier habe ich meine Tasse so schnell wie möglich ausgetrunken, um es hinter mich zu bringen. Leider hat der Kellner sofort nachgeschenkt. Mein Kollege hat einen Schluck genommen und die Tasse sofort zurückgegeben, womit die Sache erledigt war. Doch Sie können auch einfach mit der Tasse schütteln, um zu signalisieren, dass Sie nicht mehr wünschen.”

2. Erwähnen Sie nicht den Scheich

Sofern Sie nicht seine Güte und Weisheit preisen wollen, ist es unklug, einen Kaffeeklatsch über Dubais Herrscher Mohammed bin Raschid Al Maktum (oder irgendeinen anderen einheimischen Herrscher) in der Hörweite irgendeines einheimischen Kollegens oder Managers anzufangen.

Die Wirtschaftspolitik von Angela Merkel oder Barack Obama mag gelegentlich unter westlichen Mitarbeitern ein schnaubendes Gelächter hervorrufen, doch geraten Sie bloß nicht in ein Gespräch über die einheimische Politik.

Bemerkungen zur Finanzkrise wie, dass es sich um eine “vorübergehende Wolke” oder dass es sich “nicht um eine Rezession, sondern um eine Herausforderung” handelt, sind sicherlich vollkommen in Ordnung.

3. Legen Sie keine Nachtschicht ein

Die sklavische Hingabe an ihren Job ist eine Krankheit von jungen Investmentbankern im Westen, die bis in die frühen Morgenstunden bleiben, um jede Laune ihrer Vorgesetzten abzuarbeiten. Erwarten Sie nicht das gleiche am Golf.

“Es kann frustrierend werden, wenn Sie bitten, dass etwa gemacht wird und es wird nicht zeitgerecht erledigt, weil die Trainees und Associates um 5.30 Uhr den Kugelschreiber fallen lassen und anstatt ein oder zwei Stunden länger zu arbeiten, nach Hause gehen”, sagt ein Investmentbanker aus Saudi-Arabien.

4. Termin abmachen, absagen und das ganze von neuem

Die meisten Geschäfte werden persönlich abgewickelt und Beziehungen sind der Schlüssel dazu. Daher sollten Sie viele Treffen mit prominenten einheimischen Kontakten aus Ihrem Geschäftsbereich organisieren.

Doch behalten Sie folgende drei Punkte im Hinterkopf: a) Jeder arrangierte Termin ist eher ungebunden – falls persönliche Angelegenheiten auftauchen, führt dies oftmals zu Annullierungen in der letzten Minute; b) Sie werden wahrscheinlich zu spät kommen – da Pünktlichkeit eher entspannt gesehen wird, doch möglicherweise auch wegen des grauenhaften Verkehrs in Dubai (dennoch sollten Sie versuchen, pünktlich zu erscheinen); und c) Kommen Sie nicht sofort zu geschäftlichen Angelegenheiten. Erwarten Sie vielmehr ausgedehnten Smalltalk. Daher sollten Sie sich wenigstens zwei Stunden Zeit nehmen.

5. Seien Sie geschickt

Das Händeschütteln ist sicherlich im Westen die unerlässliche Art, sich in Geschäftskreisen zu begrüßen. Doch in unklaren Situationen – besonders bei Treffen mit Frauen in eher konservativeren Ländern wie Katar und Saudi-Arabien – kann es unklug sein, Seine Hand zu reichen. Die einfachste Weise besteht schlicht darin, darauf zu warten, dass sie Ihnen die Hand entgegenstrecken.

Unterdessen ist es nicht unüblich für einheimische Männer, sich die Hand zu halten als Zeichen von Freundschaft (aber Sie werden Sie kaum danach fragen, um ehrlich zu sein).

6. Sommerflaute

Dies betrifft eher die Recruitment-Front als die Geschäfte in den Finanzdienstleistungen, doch die Sommermonate können quälend langweilig sein. Offenkundig wird besonders im Monat Ramadan besonders wenig gearbeitet. Doch die Temperaturen von über 40 Grad (und hohe Luftfeuchtigkeit) führen oft dazu, dass sich die Leute anderswo die Zeit vertreiben.

“In der letzten Woche habe ich einen Personalchef angerufen und er hat mir gesagt, ich möchte ihn im September zurückrufen”, beklagt sich ein Recruitment-Experte für die Finanzberufe.

Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, ist die oben angeführte Liste ein wenig ironische gemeint. Sie können sie gerne Diskutieren und Ihre eigenen Vorschläge beitragen.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier