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Wie Sie gekonnt Charisma vortäuschen

Falls Sie einen Job mit Kundenkontakt in einer Investmentbank haben, dann hilft es ihnen weiter. Es hilft Ihnen auch weiter, wenn Sie befördert werden wollen. Und es hilft Ihnen erst recht in 20 Vorstellungsgesprächen bei Goldman Sachs weiter, wenn Sie Ihren potenziellen Kollegen zeigen müssen, dass Sie wahrscheinlich ins Team passen.

Doch was passiert, wenn Sie nicht charismatisch sind? Was passiert, wenn Sie die Anziehungskraft einer Gurke ausstrahlen? Doch glücklicherweise lässt sich dies lösen und zwar folgendermaßen:

1. Stellen Sie sich vor, alle schauen auf Sie

Dies ist wahrscheinlich der Fall, wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen, doch dies sollten Sie bereits vorab üben. In “Vier Schritte zu Authentizität und Charisma” zeigt Nick Morgan, dass wenn andere auf Sie schauen, dies zu einer höheren Wahrnehmung in Ihrer Umgebung führt. Bei dieser erhöhten Wahrnehmung handelt es sich um eine Vorstufe von Charisma.

2. Nehmen Sie einen passenden Gesichtsausdruck an

Falls Sie charismatisch wirken wollen, dann müssen Sie offen und engagiert wirken, nicht verschlossen und defensiv.

Laut Morgan gibt es fünf Elemente für einen offenen Gesichtsausdruck: offene Augen, hochgezogene Augenbrauen, Nicken und Lächeln.

Hochgezogene Augenbrauen werden als einladende Geste gedeutet. Nicken zeugt von innerer Beteiligung und schafft Vertrauen. In letzterem brachte es Bill Clinton zu wahrer Meisterschaft.

3. Nehmen Sie eine angebrachte Körpersprache an

Auch die Körpersprache muss offen sein. Morgan betont, dass Menschen, die sich nicht wohlfühlen, Ihre Arme und Hände nutzen, um Ihr Herz zu verteidigen. Daher sollten Sie Ihre Arme und Hände nicht verschränken und nicht die sogenannten Feigenblattposition einnehmen, bei der Sie Ihre Hände in den Schritt legen.

Zeigen Sie vielmehr, wie offen Sie sind. Indem Sie Ihre Hände der anderen Person entgegenstrecken.

4. Stellen Sie sich vor, Sie seien irgendwie nett

Die Schwierigkeit bei der Körpersprache besteht laut Morgan darin, dass diese eigentlich unbewusst sein müsste. Falls Sie sie ganz bewusst kontrollieren wollen, dann sehen Sie nicht charismatisch, sondern sonderbar aus.

Um dies zu vermeiden, rät der Coach, diejenige Haltung einzuüben, die Sie zuhause in einer entspannten Umgebung einnehmen und dies in eine herausfordernde Situation – wie z.B. einem Vorstellungsgespräch – so lange zu übertragen, bis Sie es unterbewusst umsetzen.

5. Geben Sie sich leidenschaftlich

Charisma ist gleichbedeutend mit Leidenschaft. Sie dürfen also leidenschaftlich sein – doch falls Sie es nicht sind, dann gibt es auch hierfür Tricks, dies vorzutäuschen.

Morgan rät, eine unschöne Wahrheit zu erzählen (Vorstellungsgesprächs-Fragen aus der Vergangenheit sind hierfür ideal).

Achten Sie auch darauf, Ihre Stimme zu kontrollieren. Heben Sie nicht die Stimme bis zum Ende des Satzes an. Heben Sie sie vielmehr in der Mitte des Satzes an und lassen Sie sie am Ende absacken. Das zeugt von Leidenschaft, während das erste Langweile verbreitet.

Leidenschaft erfordert Emotionen. Bevor Sie zu einem wichtigen Meeting oder Vorstellungsgespräch gehen, sollten Sie sich laut Morgan darüber klar werden, wie Sie sich fühlen. Falls Sie sich tatsächlich aufgeregt fühlen aufgrund des Unternehmens oder der Chance, dann zeigt sich das.

6. Interessieren Sie sich für andere Leute

Das Problem im Banking besteht laut Graham Ward, einem Coach für Führungskräfte und ehemaligen Co-head der Aktienabteilung bei Goldman Sachs in Europa, darin, dass es dort eine Fülle von Menschen mit exzellenten technischen Fähigkeiten gibt, die in Führungspositionen befördert werden, ohne die Fähigkeit Charisma zu verbreiten. Laut Ward kann Charisma erlernt werden; es bestehe darin, ein “aufrichtiges Interesse für Menschen zu entwickeln.”

“Damit beginnen Sie, fesselnd zu wirken”, ergänzt Ward.

Eine Wort zur Warnung

Schließlich muss noch angemerkt werden, dass Charisma oftmals von Vorteil ist, wenn Ihr Gesprächspartner Amerikaner ist – nicht jedoch falls ihr Gesprächspartner beispielsweise Engländer sein sollte.

“Bei meiner Erfahrung mit dem Coachen zahlloser führender Investmentbanker, tendieren US-Banker dazu, charismatischer und extrovertierter zu wirken und sie sind überrascht und erstaunt, wenn Briten dies nicht sind”, sagt John Nicholson von den Business-Psychologen Nicholson McBride.

“Briten sind vergleichsweise kopflastiger und gesetzter”, ergänzt Nicholson.

Nicholson warnt auch ausdrücklich von übertriebenem und aufgesetztem Charisma in Vorstellungsgesprächen. “Falls es sich um eine einmalige Angelegenheit wie ein Fernsehinterview handelt, dann können Sie damit durchkommen, doch Sie werden damit in Ihrem Berufsalltag nicht so viel Glück haben.”

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