Credit Suisse auf dem Weg zum Investmentbänkchen

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CS-Chef Tidjane Thiam

Der Jubel war groß. Im vergangenen Jahr konnte die Credit Suisse ihren Vorsteuergewinn auf 3,4 Mrd. Franken fast verdoppeln. Erstaunlich ist jedoch, wo der Konzern sein Geld verdiente. Denn von dem Geldsegen stammen allein etwa 2,2 Mrd. Franken aus der Schweizer Universalbank, in der der Konzern sein komplettes Schweizgeschäft gebündelt hat. Dies stellt ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Dennoch baute die Credit Suisse in der Heimat 650 Jobs ab, was 5 Prozent der Mitarbeiter waren. Erstaunlicherweise waren darunter auch 60 Relationship Managers. Die Aufwands-Ertragsquote verbesserte sich daher von 65,9 auf 59 Prozent. Von solchen Zahlen kann die Gesamtbank nur träumen. Im Konzern verringerte sich die Kostenquote lediglich von 81,2 auf 76,7 Prozent.

Damit verdiente die Schweizer Universalbank sogar mehr als das International Wealth Management, welches seinen Vorsteuergewinn um rund ein Viertel auf 1,7 Mrd. Franken steigerte. Die Kostenquote verbesserte sich hier ebenfalls von 73 auf 67,9 Prozent, obgleich gerade einmal 40 Jobs verloren gingen.

Dagegen mussten die ohnehin schon geschrumpften Investment Banking-Sparten des Konzerns ein weiteres schwaches Jahr verkraften. Es stellt sich die Frage, ob der traditionelle Status der Credit Suisse als Tier 2-Investmentbank überhaupt noch gerechtfertigt ist. Besonders traurig entwickelte sich der Bereich Global Markets, in dem der Konzern sein Sales and Trading gebündelt hat. Hier verdiente die Bank nur noch 154 Mio. Franken oder ein Drittel des Vorjahres. Im Fixed Income Sales and Trading purzelten die Erträge um 9 Prozent auf gut 2,6 Mrd. Franken, im Equity Sales and Trading um 2 Prozent auf 1,7 Mrd. Franken und im Underwriting um 6 Prozent auf gut 1 Mrd. Franken. Die Kostenquote verschlechterte sich um weitere 5 Prozentpunkte auf 96,4 Prozent. Für jeden Franken Ertrag musste die Credit Suisse also über 96 Rappen auf den Tisch legen. Angesichts dessen fällt der Abbau von knapp 400 Stellen oder 3 Prozent der Belegschaft bescheiden aus.

Und auch der Bereich Investment Banking & Capital Markets trug lediglich 344 Mio. Franken zum Vorsteuergewinn bei, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Sparte ist das Geschäft mit Anleihen- und Aktienemissionen sowie Fusionen und Übernahmen gebündelt. Die Kostenquote verschlechterte sich um fast 2 Prozentpunkte auf 83,1 Prozent. Hier gingen 90 Jobs verloren.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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