Die Hauptstadt ist für junge Investmentbanker einfach die bessere Wahl als Frankfurt

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Berlin

Foto: Getty Images

Prenzelberg, Berghain und Szene – Berlin hat jüngeren Leuten einfach mehr zu bieten als das etwas spießige Frankfurt. „Berlin ist eine Großstadt, Frankfurt dagegen eher überschaubar. Frankfurt wird von Bankern und Beratern dominiert, Berlin ist vielseitiger und internationaler“, erzählt Mathis Wilke, der das neue Büro der amerikanischen Investment Banking-Boutique Stout in Berlin leitet. Zuvor hat Wilke bei der Boutique Acxit ebenfalls in der Hauptstadt gearbeitet.

„Wir machen unseren Job als Banker und Berater gerne, wer aber in seiner Freizeit ein wenig Abwechslung wünscht und etwas erleben möchte, der ist in Berlin besser aufgehoben. Man möchte am Wochenende nicht mit den gleichen Leuten wie bei der Arbeit unterwegs sein. Die Stadt ist sehr vielseitig und man geht als Banker und Berater ein wenig unter.“

TMT bietet bessere Karrierechancen als andere Sektoren

Doch nicht nur der Berliner Lifestyle ist besser. Vielmehr entwickelt sich die Stadt zum Zentrum von Startups, Tech-Unternehmen, Venture Capital- und einschlägiger Private Equity-Fonds. Entsprechend gut fallen die Karriereperspektiven im Sektor Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) aus. „Studenten, die ins Investment Banking wollen, rate ich ein Gebiet zu suchen, welches langfristig Perspektiven bietet. Dazu gehört TMT als Wachstumsbereich“, sagt Wilke. Um Unternehmen wie Rocket Internet, Finleap oder N26 hat sich ein wahres Ökosystem der Tech-Branche entwickelt.

„Wenn man die Chance bekommt, bei renommierten Boutiquen oder Investmentbanken anzufangen, dann ist das die bessere Wahl. Aber nicht um jeden Preis. Wenn ich die Wahl zwischen einem No-Name in Berlin oder einer Investmentbank in Frankfurt hätte, dann würde ich in Frankfurt beginnen“, meint Wilke. Nach einigen Jahren im Frankfurter Investment Banking sei es immer noch möglich, in die Hauptstadt zu wechseln. Schon in der Vergangenheit seien viele junge Investmentbanker nach ihrer Analystenzeit zu Wachstumsunternehmen wie Rocket Internet in Berlin gegangen. Zunehmend sei es aber auch möglich, nach Berlin zu gehen und dem Investment Banking treu zu bleiben. „Es gibt hier eben immer mehr professionelle Player“, sagt Wilke. Auch auf Seniorebene gehöre der Wechsel von Investmentbanken zu Wachstumsunternehmen und zurück zum Alltag.

Junge Investmentbanker aus Berlin sind auch in Frankfurt begehrt

Umgekehrt würden Einsteiger bei Berliner Tech-Boutiquen immer interessanter für die großen Investmentbanken in Frankfurt. Während Analysten und Associates bei den Riesentransaktionen großer Investmentbanken oft nur eine bescheidene Rolle spielen, könnten sie bei Boutiquen tatsächlich an Deals handanlegen. Traditionell wächst mit dem Track Record der Wert eines Investmentbankers. „Sie haben die Chancen beim nächsten Unicorn dabei zu sein und werden dadurch auch als Vice President und Director für Investmentbanken interessanter. Sie kennen das Ökosystem und haben Kontakte“, betont Wilke. „Ein junger Investmentbanker in Berlin bekommt früher die Chance, mit Kunden zu arbeiten als in Frankfurt.“ Darüber hinaus würden viele junge Berliner Kollegen - die „Peer Group“, wie Wilke es nennt - zu Startups oder Wachstumsunternehmen gehen.

Für Studenten sei ein Praktikum bei einer Tech-Boutique gleich doppelt nützlich. „Viele wissen noch nicht, wohin Sie wollen. Durch ein solches Praktikum bekommen sie beides: Einblick ins Investment Banking und in die Startup-Branche.“

Stellen in Berlin lassen sich leichter als in Frankfurt besetzen

Auch Headhunter bestätigen die magische Anziehungskraft, die die Hauptstadt auf junge Investmentbanker ausübt. „Berlin steht bei jungen Leuten von Anfang 20 bis Mitte 30 ganz hoch im Kurs“, berichtet der aufs Investment Banking spezialisierte Headhunter Jan Graffelder von Look & Graffelder in Frankfurt. „Einige sagen mir sogar: ‚Wenn Sie etwas in Berlin haben, dann denken Sie an mich‘.“

Da die meisten Investmentbanken damit kämpfen, junge Mitarbeiter mit zwei bis sieben Jahren Berufserfahrung zu halten oder für sich zu gewinnen, stellt die Magie Berlins keinen kleinen Standortvorteil dar. „Wir hatten tatsächlich kürzlich einen Kunden aus Berlin und wir waren überrascht, dass wir innerhalb von einer Woche vier bis fünf geeignete Kandidaten präsentieren konnten. Bei einer klassischen Boutique in Frankfurt fällt es oft schon schwer ein oder zwei passende Kandidaten zu finden.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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