Prophezeiungen von 300 bis 500 Brexitjobs bei japanischen Banken in Frankfurt scheinen aufzugehen

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Vor rund anderthalb Jahren hat der Frankfurter Finanzplatz-Lobbyist Hubertus Väth einen Stellensegen asiatischer Banken infolge des Brexits prophezeit. „Die Japaner werden 300 bis 500 Jobs in Frankfurt schaffen“, sagte Väth damals. Unterdessen scheint die Prophezeiung aufzugehen, denn Daiwa, Mizuho, Nomura und Sumitomo haben tatsächlich Bankenlizenzen für ihre Post-Brexit-Hubs in Frankfurt erhalten. Lediglich die Bank of Tokyo-Mitsubishi hat sich für Amsterdam entschieden. Da die japanischen Banken rasch ihr Personal aufstocken dürften, haben wir hier kurz den aktuellen Stand zusammengefasst.

Daiwa

Daiwa betreibt schon seit einige Zeit ihr Advisory-Geschäft von Deutschland aus. Im Geschäftsjahr 2016/17 trugen die 32 Beschäftigten ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von knapp 230.000 Euro nachhause und generierten einen Jahresüberschuss von 1,6 Mio. Euro. Am 30. August 2018 hat die BaFin den Japanern eine Wertpapierhandelslizenz erteilt. Fortan darf also Daiwa von Frankfurt aus Sales & Trading betreiben. Derzeit sucht die Bank allerdings offiziell nur M&A-Analysten für ihr Advisory-Geschäft. Die Personalverlagerung hat allerdings schon begonnen. So wechselte Arne Wriedt als Head of Fixed Income Deutschland 2018 von London nach Frankfurt. Dirk Volke wurde im September als Senior Business Manager in Fixed Income Sales von Carl Kliem abgeworben und Frederic Volpe wechselte im Fixed Income Sales im November von London nach Frankfurt.

Mizuho

Die Mizuho Securities Europe GmbH hat ihre Wertpapierhandelslizenz im Dezember erhalten. Die Bank beschäftigt aber schon länger Leute in Corporate Finance in Frankfurt. Chef des neuen Brexithubs der japanischen Bank in Frankfurt soll indes Christoph Seibel werden, der bislang als Managing Director von Frankfurt aus das Debt Capital Markets-Geschäft der Royal Bank of Scotland in Frankfurt leitete.

Nomura

Die japanische Investmentbank Nomura ist schon lange in Frankfurt aktiv. So haben die Asiaten nach der Pleite von Lehman Brothers deren Geschäft in Deutschland samt einem Teil der Belegschaft übernommen. Eine deutsche Lizenz als Wertpapierhandelsbank besitzt die Nomura Financial Products Europe GmbH aber erst seit dem 24. Mai 2018.

Daneben verfügt Nomura schon seit längerem über eine Asset Management-Tochter in Frankfurt, die im Geschäftsjahr 2016/17 – neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar – 33 Mitarbeiter beschäftigte und einen Verlust von 277.000 Euro generierte. Die durchschnittliche Bruttovergütung lag hier bei gut 116.000 Euro.

Sumitomo

Sumitomo hat sich im September für ihre Tochtergesellschaft SMBC Bank EU AG eine Vollbanklizenz gesichert und für SMBC Nikko Capitel Markets eine Wertpapierhandelslizenz erhalten. Interessanterweise haben beide Gesellschaften ihren Sitz in Frankfurt. Bisher hat Sumitomo ihr Deutschlandgeschäft hauptsächlich von Düsseldorf aus betrieben. Noch im Geschäftsjahr 2017/18 beschäftigte das Unternehmen in seinen beiden Filialen an Rhein und Main 107 Mitarbeiter und damit elf mehr als im Jahr zuvor, die durchschnittlich knapp 132.000 Euro verdienten – bislang konzentrierte sich Sumitomo hierzulande aufs Corporate Banking. Der Jahresüberschuss lag bei 19,4 Mio. Euro.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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