Noch sind die internationalen Schulen in Frankfurt (fast) frei von Brexit-Kindern

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Brexit-Kinder

Alle sprechen vom Exodus Londoner Banker, doch in Frankfurt ist von Brexitflüchtlingen noch wenig zu spüren. Ein Seismograph für die Entwicklung stellen die internationalen Schulen dar, schließlich müssen ehemalige Londoner Banker ihre Kinder auch irgendwo zur Schule schicken. Bei Nichtdeutschsprachigen ist die Auswahl arg einschränkt.

„Für betroffene Banker stellen die internationalen Schulplätze ein ganz wichtiges Thema“, bestätigt etwa ein Manager einer US-Bank in Frankfurt gegenüber eFinancialCareers. „Daher haben wir uns 90 Plätze an internationalen Schulen in Frankfurt gesichert.“

Offenbar sind nicht alle Institute dieser Meinung. „Nur ganz wenige Banken haben Pakete gebucht. Die können Sie an einer Hand ablesen“, sagt Peter Ferres, der früher als Investmentbanker u.a. für die Credit Suisse gearbeitet hat und heute die Metropolitan School in Frankfurt leitet. Aufgrund einer Verschwiegenheitsklausel wollte Ferres allerdings nicht verraten, welche Banken Pakete gebucht haben.

Tatsächlich sind an der Metropolitan School bislang lediglich wenige Dutzend Kinder von Brexitbankern eingetroffen. „Etwa die Hälfte davon sind jeweils die Kinder von britischen und irischen Bankern oder von Deutschen, die aus London oder anderswo zurückkehren“, erzählt er. Von einem Ansturm könne also bislang keine Rede sein. Den Höhepunkt der Nachfrage erwartet Ferres ohnehin erst für das neue Schuljahr, welches im August 2019 beginnt.

„Während des Schuljahres macht ein Schulwechsel sowohl aus pädagogischen als auch aus familiären Gründen wenig Sinn“, meint Ferres. Überdies würden die Klassen an der Metropolitan School nach jedem Jahr neu gemischt, was den Einstieg neuer Kinder erleichtere. In der Zwischenzeit würde wohl so mancher Brexitbanker einfach zwischen Frankfurt und London pendeln.

Was die Kapazitäten der internationalen Schulen betrifft, gibt Ferres eine Teilentwarnung. Die Metropolitan School baue ihre Kapazitäten aus. So würden bis zum April zwölf neue Klassenräume zur Verfügung stehen. „Den Ausbau hätten wir auch ohne den Brexit vorgenommen, da der Zuzug aus anderen Branchen in das Rhein-Main-Gebiet ebenfalls anhält.“

Engpässe könnten vor allem in der Sekundarstufe, also den Klassen sechs bis zwölf, eintreten, prognostiziert Ferres. „Wenn eine Stufe belegt ist, heißt dies jedoch nicht, dass in anderen keine Plätze mehr zur Verfügung stehen.“

Nicht nur deswegen sieht Ferres die Engpassproblematik weniger dramatisch. „Die internationalen Schulen in und um Frankfurt befinden sich außerhalb der Innenstadt und können daher innerhalb von einem Jahr neue Klassenräume bauen; auch die Schülerzahlen pro Klasse ließen sich noch erhöhen. Im Bedarfsfall ließen sich die Kapazitäten so um 10 Prozent jährlich steigern“, erläutert Ferres. „Dies stellt sogar einen großen Vorteil des Finanzplatzes London gegenüber Paris und London dar. Bei den internationalen Schulen dort handelt es sich um Innenstadtschulen. Da können Sie nicht so einfach anbauen.“

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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