Brexit: Auch Standard Chartered schreibt erste Front Office-Jobs in Frankfurt aus

eFC logo
Standard Chartered Bank

Neben Barclays schreibt jetzt die britische Bank Standard Chartered erste Front Office-Jobs im Zuge des Brexits in Frankfurt aus. Zwar suchen viele Auslandsbanken schon seit geraumer Zeit nach Middle Office- Personal, wie es für den Erhalt oder Ausbau einer Banklizenz erforderlich ist, bei den Front Office-Jobs hielten sie sich jedoch auffällig zurück.

Doch jetzt sucht Standard Chartered einen Head of Emerging Markets Credit Sales – Continental Europe für den Standort Frankfurt. Seine Aufgabe: den Vertrieb mit Kreditprodukten aus Schwellenländern an Kunden aus der EU auszubauen. Standard Chartered ist zwar in London ansässig, traditionell allerdings besonders stark in den Schwellenländern. Bislang erfolgte der Vertrieb von Kreditprodukten von London aus, nach dem Brexit soll dies anders werden. Die Besetzung dieser Stelle dürfte weitere Jobs in Frankfurt nach sich ziehen, da ein Manager regelmäßig jüngere Investmentbanker wie Analysten oder Associates für sein Team anheuert.

Darüber hinaus sucht die Bank einen Director Credit Sales für den gleichen Kundenkreis. Dieser Job könne in Frankfurt oder Paris besetzt werden, „abhängig davon, wo sich das beste Talent“ finde. Entsprechend werden von dem Kandidaten Deutsch- oder Französischkenntnisse „in Wort und Schrift“ verlangt. Als drittes sucht Standard Chartered einen Director Macro Sales für Frankfurt oder Paris mit einem ganz ähnlichen Anforderungsprofil.

Laut einem Unternehmenssprecher werde die Bank die „Mehrzahl" der Stellen vor Ort besetzen und nicht mit Londoner Angestellten. Da die Bank jedoch auf Schwellenländer spezialisiert sei, rechne die Bank etwa mit einem Dutzend derartiger Front Office-Stellen.

Zuletzt wurde berichtet, Paris könne Frankfurt im Rennen um die Brexitjobs die Spitzenposition abjagen. Den Ausschreibungen zufolge scheinen die Banken zumindest bei den Front Office-Positionen einen pragmatischeren Ansatz zu verfolgen und die Jobs dort zu besetzen, wo entsprechende Fachkräfte verfügbar sind.

Da sich die Hinweise auf einen harten Brexit zum 29. März 2019 verdichten, drängt die Zeit. Kürzlich hat die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet, dass sich bei Standard Chartered die Zuteilung der bereits im November vergangenen Jahres beantragten Banklizenz für Deutschland bis in den Herbst verzögern könne. Standard Chartered werde überdies mehr als die ursprünglich geplanten 100 Jobs nach Frankfurt verlagern. Bereits im März hatte die Bank mit dem Einstellungsprozess für die ersten 20 Jobs begonnen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

Ähnliche Artikel

Close