Eine Kurzanleitung, wie Sie die Weltmeisterschaft im Handelssaal durchstehen

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Die Fußballweltmeisterschaft läuft. Nach einem von Goldman Sachs entwickelten Algorithmus wird Brasilien gewinnen. Damit hat sich die Angelegenheit vielleicht schon erledigt. Einige Teams – wie z.B. die USA – haben sich gar nicht erst qualifiziert.

Doch falls Sie zu den Teilnehmernationen gehören, gibt es einiges, was Sie über die Weltmeisterschaft wissen sollten. Ich habe schon mehrere miterlebt und weiß, dass es ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert.

1. Bleiben Sie auf dem Laufenden

Selbst wer nicht an Fußball interessiert ist, muss die Weltmeisterschaft verfolgen. Denn in diesen vier Wochen kreisen Scherze, Gewinnspiele und Smalltalk allein um dieses Thema. Wer sich darum nicht schert, verpasst eine großartige Networking-Chance, was sowohl Kunden als auch Kollegen betrifft. Wer also im Vertrieb oder Kundendienst arbeitet, muss auf jeden Fall in der Lage sein, sich über die Weltmeisterschaft zu unterhalten. Das Thema tritt an die Stelle des Smalltalks über das Wetter oder Sommerurlaube.

Da stellt es schon einen Vorteil dar, dass die Fernseher in den Handelssälen zu dieser Zeit nur ein Programm kennen. Es gibt also keine Entschuldigung.

2. Laufen Sie nicht mit Ihrer Nationalflagge durchs Büro

In Banken arbeiten die unterschiedlichsten Nationen. Obgleich ein gewisser stiller Patriotismus vollkommen in Ordnung ist, wird extremer Nationalismus ungern gesehen. Im Handelssaal ist die Grenze erreicht, wenn Sie Ihre Nationalflagge an ihrem Arbeitsplatz hissen. Jeder fiebert mit seinem Team mit, aber es muss bei einem freundschaftlichen Wettbewerb bleiben. Daher ist Zurückhaltung geboten.

3. Wenn Sie erst jetzt Kundenevents zu den entscheidenden Spiele buchen, dann sind Sie zu spät dran

Wer in Sales arbeitet, sollte die Weltmeisterschaft für Kundenevents nutzen. Wir arrangieren viele davon in Bars oder auf Rooftop-Clubs. Alles dreht sich während der Meisterschaft darum, seine Kunden bei Laune zu halten. Wenn Sie zu den einschlägigen Spieldaten bislang noch nichts organisiert haben, dann sind Sie bereits zu spät dran.

4. Wer Kunden unterhalten muss, darf auch zur Mittagszeit schon Alkohol trinken. Aber er sollte nicht im Handelssaal auftauchen

Normalerweise stellt Alkoholkonsum zur Mittagszeit ein Tabu dar – besonders bei US-Banken. Während der Weltmeisterschaft sind Ausnahmen erlaubt, wenn Sie Kunden bei Laune halten wollen. Dann sollten Sie nach dem Spiel allerdings nicht im Büro erscheinen. Die meisten US-Banken erlauben es ihren Mitarbeitern nicht, während der Spiele ihren Arbeitsplatz zu verlassen – nicht einmal wenn das eigene Team spielt. Kleinere Banken oder Wertpapierhandelshäuser sind da entspannter.

5. Glauben Sie ja nicht, mit weniger Arbeit davonzukommen

Nur weil Sie begeistert von der Weltmeisterschaft sind, müssen Ihre Kunden das noch lange nicht sein. Einige Kunden stellen klar, dass sie auch während des Turniers „Business as usual“ erwarten und keine Verlangsamung dulden. Ich hatte sogar schon Kunden, die die Weltmeisterschaft hassen, weil sie vom Geschäft ablenkt.

Howard Smith ist eine Pseudonym. Er arbeitet als Sales in der Londoner City.

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