Die akuten Baustellen im Investment Banking der Deutschen Bank

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat mehr als nur eine Großbaustelle

Das Analysehaus Tricumen hat die Kostensituation großer Investmentbanken nach Geschäftsbereichen und Regionen unter die Lupe genommen. Besonders traurig schneidet dabei die Deutsche Bank ab.

Konkret geht es um die Bereiche Debt Capital Markets (Anleihen und Kredite), Verbriefung, Equity Capital Markets (Aktienprodukte) sowie M&A. Als FICC wiederum wird das Geschäft mit Zinsprodukten, Devisen, Krediten und Rohstoffen begriffen. Bei „Equities“ geht es um den Handel mit Aktien, Aktienderivaten, Wandelanleihen und Prime Services. In den unten stehenden Charts stellt Outperformance, d.h. die überdurchschnittliche Effizienz, einen positiven Indikator dar. Ein negatives Anzeichen stellt dagegen die relative Ineffizienz dar. Nach den Charts hat vor allem die Deutsche Bank ein großes Problem, wenn auch nicht unbedingt in der Investment Banking Division.

1. BNP Paribas und UBS sollten wohl ihre Kosten in der Investment Banking Division reduzieren

Abgesehen von der Royal Bank of Scotland (RBS) besitzen laut Tricumen BNP Paribas und UBS die ineffizientesten Investment Banking Divisions unter den großen europäischen Banken. Nach dem unten stehenden Chart lagen die Margen 2017 in dem Sektor in Europa, den Mittleren Osten und Afrika (EMEA) deutlich unter dem Marktdurchschnitt.

Dagegen operieren die meisten US-Banken vergleichsweise effizient. Laut dem Datenanbieter Dealogic lagen die drei US-Banken JP Morgan, Citi und Goldman Sachs bei den Erträgen in Europa auf den ersten drei Plätzen. Nach dem unten stehenden Chart gehören sie ebenfalls zu den schlankesten Banken im Markt. Auch die Deutsche Bank, die bei den Erträgen der Investment Banking Division auf dem vierten Platz landet, weist eine vergleichsweise geringe Kostenquote auf.

Betriebskosten/Erträge in US-Dollar in Europa

Tricumen EMEA banking FY18

2. Die Deutsche Bank hat in ihrem EMEA-FICC-Geschäft ein Kostenproblem. Ähnlich sieht es bei Goldman Sachs und Credit Suisse aus

Der folgende Tricumen-Chart legt das Kostenproblem der Deutschen Bank offen. Die Kosten in der Corporate and Investment Bank summierten sich im vierten Quartal auf 127 Prozent der Erträge.

Die Deutsche Bank versucht derzeit weltweit bis zu 500 Directors und Managing Directors abzubauen. Bislang scheint sich das Sparprogramm auf die Investment Banking Division konzentriert zu haben. Vielleicht sollte der Konzern aber darüber nachdenken, eher den Rotstift bei FICC anzusetzen. Laut Tricumen stellt die Deutsche Bank im europäischen FICC-Segment die ineffizienteste Bank dar. Auch Goldman Sachs und Credit Suisse haben mit ihren Kosten zu kämpfen. Im Vergleich dazu scheinen JP Morgan und Citi effizient zu arbeiten.

Betriebskosten/Erträge in EMEA im Geschäftsbereich FICC in US-Dollar

Tricumen FICC EMEA 2017

3. In ihrem EMEA-Aktiengeschäft straucheln Deutsche Bank, Goldman Sachs und Barclays

Der unten stehende Chart erläutert, wieso der neue Aktienchef der Deutschen Bank Peter Selman vor allem Absolventen einstellen will. Andere Beschäftigte sind einfach zu teuer.

Laut Tricumen arbeitete was das Aktiengeschäft der Deutschen Bank in EMEA am wenigsten effizient. Dies bedeutet, dass Selman dringend die Kosten drücken muss. Auch Goldman Sachs und Barclays haben ein Kostenproblem. Letztere hat im vergangenen Jahr einige Leute angeheuert, die jetzt Geld hereinbringen müssen.

Betriebskosten/Erträge EMEA-Aktiengeschäft in US-Dollar

Tricumen EMEA equities 2017

4. Die Deutsche Bank muss ihre FICC-Kosten auch in den USA in den Griff bekommen

Doch die Deutsche Bank hat nicht nur auf ihrem Heimatkontinent, sondern auch in den USA zu kämpfen. Das Fixed income and sales-Geschäft der Deutschen Bank jenseits des Atlantiks war schon immer für seine geringen Margen bekannt. Laut Tricumen sind diese 2017 weiter eingebrochen. Am kosteneffizientesten arbeiten unterdessen JP Morgan und Citi.

Betriebskosten/Erträge im US-FICC-Geschäft in US-Dollar

Tricumen US FICC 2017

5. Auch das Aktiengeschäft der Deutschen Bank hat in den USA zu kämpfen

Sobald sich Selman bei der Deutschen Bank eingelebt hat, dürfte das US-Aktiengeschäft des Konzerns viel seiner Aufmerksamkeit beanspruchen. Falls die Analysten von Tricumen richtig liegen, dann befindet sich hier die größte Baustelle der Deutschen Bank.

Wie der unten stehende Chart zeigt, sind die Margen im US-Aktiengeschäft der Deutschen Bank im vergangenen Jahr eingebrochen. Weltweit musste die Bank einen Ertragsschwund von rund einem Fünftel verkraften. Entweder muss die Deutsche Bank in der US-Sparte kräftig auf die Kostenbremse treten oder die Erträge kräftig steigern. Gleichen welchen Weg die Deutsche Bank einschlägt, leicht dürfte er nicht werden.

Betriebskosten/Erträge im US-Aktiengeschäft in US-Dollar

Tricumen Americas equities 2017

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